Kündigung Arbeitgeber: Wie Sie am besten vorgehen

Eine Kündigung durch den Arbeitgeber versetzt viele Arbeitnehmer in Panik. Immerhin geht mit dem Verlust der Arbeit auch der Verlust der bisherigen Lebensgrundlage einher. Auch kommt das Gefühl der Hilflosigkeit ganz schnell, denn diese Situation ist für die meisten Menschen ein einzigartiges Erlebnis. Viele Arbeitnehmer definieren sich über ihre Arbeit und daher ist der Verlust des Arbeitsplatzes nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern auch ein emotionales. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen kühlen Kopf bewahren und das Beste aus Ihrer Situation machen können.

Kündigung Arbeitgeber: So verhalten Sie sich am besten

Zunächst sollten Sie Ruhe bewahren und sich Ihre nächsten Schritte überlegen, die Optionen ausloten. Informieren Sie umgehend die Bundesagentur für Arbeit über die Kündigung. Nur so verhindern Sie, dass Ihnen Geld, das Ihnen nach dem Gesetz zusteht, verloren geht. Mit der Zustellung der Kündigung ist außerdem klar: mindestens eine Seite hat kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit. Suchen Sie sich schnellstmöglich einen Anwalt für Arbeitsrecht, damit Sie Ihre Ansprüche durchsetzen können.

Achtung: Sie können nur innerhalb von 3 Wochen nach Zustellung gegen die Kündigung vorgehen. Läuft diese Frist unbesehen ab, haben Sie im Zweifel viel Geld verloren. Unserer Erfahrung nach kann man gegen die meisten arbeitgeberseitigen Kündigungen erfolgreich vorgehen.

Sie wollen nach der Kündigung nicht mehr für Ihren Arbeitgeber tätig sein, wollen aber Ihre Ansprüche durchsetzen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Maximum aus Ihrer Kündigung holen! Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung und schildern Sie uns Ihren Fall ganz einfach über unser Online-Formular.

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Die Kündigungsschutzklage bei Kündigung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitnehmer schrecken davor zurück, eine Klage einzureichen, weil sie Angst haben, dass sich die Situation für sie verschlimmern könnte. Wir raten Ihnen, sich an einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt zu wenden. Mit einer Kündigungsschutzklage möchte man rein theoretisch erreichen, dass der Arbeitgeber die Kündigung zurücknimmt und der Arbeitsplatz erhalten bleibt. In der Regel erzielt man mit einer Kündigungsschutzklage jedoch einen Vergleich in Form einer Abfindung mit dem Arbeitgeber, das Arbeitsverhältnis wird aber beendet.

In der Kündigungsschutzklage geht es um Geld: Um eine Abfindung, um noch zu zahlenden Lohn, um Gratifikationen und um eventuelle Ansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge. All diese Ansprüche sichern wir für unsere Mandanten. Als Fazit kann man sagen: Mit Anwalt gibt es mehr Geld als ohne.

Rechtsanwältin Kaja Keller

Lesen Sie hier ausführlich, wie eine Kündigungsschutzklage abläuft. Weitere Fragen beantworten unsere auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwälte gerne in unserer kostenlosen Erstberatung.

Prozentsatz der Mitarbeiter, die gegen ihre Kündigung geklagt haben.
Prozentsatz der Mitarbeiter, die gegen ihre Kündigung geklagt haben, aufgeschlüsselt nach Betriebsgröße.

Kündigung Arbeitgeber: Auf diese Fristen müssen Sie achten

Die Frist für eine Kündigungsschutzklage

Wenn Sie sich zu einer Kündigungsschutzklage entschließen, dann müssen Sie diese innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung bei dem für Sie zuständigen Arbeitsgericht eingereicht haben.

Fristen bei Kündigung durch den Arbeitgeber

Aber auch der Arbeitgeber muss bei einer Kündigung Fristen einhalten. Je nachdem, wie lange Sie angestellt waren, desto länger ist die Kündigungsfrist. Hier eine Aufstellung der gesetzlichen Kündigungsfristen für den Arbeitgeber:

Dauer des Arbeitsverhältnisses

Kündigungsfrist

0 bis 6 Monate (Probezeit)

2 Wochen zu jedem beliebigen Tag

7 Monate bis 2 Jahre

4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats

2 Jahre

1 Monate zum Ende des Kalendermonats

5 Jahre

2 Monate zum Ende des Kalendermonats

8 Jahre

3 Monate zum Ende des Kalendermonats

10 Jahre

4 Monate zum Ende des Kalendermonats

12 Jahre

5 Monate zum Ende des Kalendermonats

15 Jahre

6 Monate zum Ende des Kalendermonats

20 Jahre

7 Monate zum Ende des Kalendermonats

Sollten Ihnen Zweifel kommen, dass die Kündigungsfrist korrekt eingehalten wurde, dann wenden Sie sich an uns. Unsere auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwälte kennen sich aus und bieten Ihnen zunächst eine kostenfreie Erstberatung an. 

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Kündigung Arbeitgeber: Wann ist sie wirksam?

Eine Kündigung ist wirksam, wenn Sie Ihnen schriftlich zugegangen ist, die Fristen aus dem Arbeitsvertrag bzw. den gesetzlichen Vorschriften eingehalten wurden und ein ordnungsgemäßer Grund für die Kündigung vorliegt. Häufig ist zudem eine vorherige Abmahnung erforderlich.

Haben Sie Zweifel, dass Ihre Kündigung wirksam ist? Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung.

Kündigung Arbeitgeber: Wie verhalte ich mich nach der Kündigung am Arbeitsplatz?

Ihre Motivation, noch das Letzte für Ihren Arbeitgeber zu geben, hat einen großen Dämpfer bekommen. Das weiß auch Ihr Arbeitgeber. Dennoch ist klar, dass Sie weiterhin zur Arbeit erscheinen müssen, wie normalerweise üblich. Bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses gelten für beide Seiten die gleichen Rechte und Pflichten wie auch bisher. Ihr Arbeitgeber muss allerdings hinnehmen, dass Sie Vorstellungsgespräche führen müssen und dafür muss er Sie auch während der Arbeitszeit freistellen. Grundlage hierfür ist der § 629 BGB. Sie müssen allerdings Ihren Arbeitgeber frühzeitig darüber informieren, dass Sie ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen wollen.

Etwas anderes gilt jedoch, wenn ihr Arbeitgeber sie mit der Kündigung von der Arbeit freigestellt hat. In diesem Fall sind sie nicht weiter verpflichtet am Arbeitsplatz zu erscheinen. Aber Achtung: Ist es nicht ausdrücklich ausgeschlossen, kann der Arbeitgeber die Freistellung innerhalb der Kündigungsfrist noch widerrufen.

Sind Sie unsicher, was in den verbleibenden Wochen am Ihrem Arbeitsplatz passieren kann? Holen Sie sich Verstärkung. Wir beraten Sie gerne und geben Ihnen in unserer kostenfreien Erstberatung eine erste Einschätzung Ihres Falls.

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Kündigung Arbeitgeber: Arbeitslosengeld

Um Sperrzeiten oder Kürzungen beim Arbeitslosengeld zu vermeiden, sollten Sie sich unverzüglich (innerhalb von drei Tagen seit Kenntnis der bevorstehenden Arbeitslosigkeit) bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Haben Sie eine über drei Monate hinausgehende Kündigungsfrist, so müssen Sie sich spätestens drei Monate vor Ende Ihres Arbeitsverhältnisses arbeitsuchend melden. Dies können Sie schriftlich, im Internet, telefonisch oder persönlich tun. Bitte verwechseln Sie die Meldung als Arbeitsuchender nicht mit der Arbeitslosmeldung und dem Antrag auf Arbeitslosengeld. Sie müssen sich zunächst als arbeitslos melden. Diese persönliche Arbeitslosmeldung ist zwingend und gilt als Voraussetzung zur Zahlung von Arbeitslosengeld.

Melden Sie sich nicht rechtzeitig, dann kann die Agentur für Arbeit eine Sperrung veranlassen.

Lassen Sie sich von uns beraten, nicht nur, wenn es um die Beantragung des Arbeitslosengeldes geht. Wir stehen Ihnen zur Seite, wenn Ihnen vom Arbeitgeber gekündigt wurde. Nutzen Sie dazu unser Online-Formular.

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Beispiel aus der Praxis: Kündigung Arbeitgeber

Kündigung durch den Arbeitgeber: Der Fall aus der Praxis

Im vorliegenden Fall ging es um eine Kündigung durch den Arbeitgeber wegen missverständlicher Absprachen bezüglich des Urlaubsanspruchs des Mitarbeiters. Die schriftlichen Absprachen wurden nicht, bzw. nur einseitig getroffen und führten deswegen zu einem gerichtlichen Streitfall. Der Arbeitnehmer (Mitarbeiter) hatte sich mit einem schriftlichen Urlaubsgesuch an seinen Arbeitgeber gewandt, welches dieser jedoch nie beantwortete. Es sei betriebsüblich gewesen, die Bewilligung des Urlaubs aus den ausgefüllten Dienstplänen aller Beschäftigten zu entnehmen und zusätzlich eine mündliche Zusage zu erhalten. Der Kläger hatte vor der Eintragung in die Dienstpläne, vom zuständigen Vorgesetzten zwar eine unklare Antwort erhalten, die Eintragung seiner gewünschten Urlaubszeit sei allerdings anschließend öffentlich auf der zentralen Ankündigungstafel des Betriebs zugänglich gewesen. Der Arbeitnehmer ging somit von einer Bewilligung seines Urlaubs aus. Auch seine Aufträge wurden verschoben und weitere wichtige Aufgaben im Betrieb lagen nicht an. Der Arbeitgeber konnte somit keinen Grund angeben, warum der Urlaub nicht hätte bewilligt werden sollen.

Kündigung durch den Arbeitgeber: Zur Entscheidung des Gerichts

Dem Arbeitnehmer wurde Recht gegeben. Das Gericht befand, dass der Arbeitgeber nicht von einem eigenmächtigen Urlaubsantritt seines Beschäftigten hätte ausgehen dürfen, da er selbst für Verwirrung gesorgt hatte, indem er Urlaubsanfragen von seinen Mitarbeitern schriftlich verlangte, diese aber lediglich mündlich bestätigte oder verweigerte. Die fristlose Kündigung musste der Arbeitgeber zurückziehen (Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 28. Juni 2013, Az.: 4 SA 8/13).