Vorfällig­keits­entschädigung: Zahlung vermeiden oder Geld zurückfordern

Oft werden Darlehensnehmer ordentlich zur Kasse gebeten, wenn sie ihr einst aufgenommenes Immobiliendarlehen vorzeitig zurückzahlen wollen oder müssen. Die Gründe für eine vorzeitige Rückzahlung können vielfältig sein: Umzug, Scheidung oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Banken fordern dafür meist die Zahlung einer sogenannten Vorfällig­keits­entschädigung (kurz: VFE). Diese "Strafzahlung" für die vorzeitige Rückführung des Darlehens liegt häufig in fünfstelliger Höhe, womit von den Darlehensnehmern nicht selten Summen ab 25.000 Euro aufwärts gefordert werden. Doch es gibt Wege, wie Sie die Zahlung der Vorfällig­keits­entschädigung vermeiden – oder zumindest deutlich reduzieren können. Sogar eine bereits gezahlte Vorfällig­keits­entschädigung können wir für Sie zurückholen. Hier erfahren Sie, wie wir gegen die Forderung der Bank auf Zahlung einer Vorfällig­keits­entschädigung vorgehen können und wie Sie Ihren Fall kostenfrei durch unsere spezialisierten Fachanwälte prüfen lassen können.

Was ist eine Vorfällig­­keits­­ent­schädigung?

Haben Sie ein Immobiliendarlehen mit einem gebundenen Sollzins aufgenommen und zahlen den Kredit vorzeitig an die Bank zurück, wird Ihr Kreditinstitut höchstwahrscheinlich von Ihnen die Zahlung einer Vorfällig­keits­entschädigung fordern. Dies liegt daran, dass die Bank bereits mit den Zinsen gerechnet hat, die sie von Ihnen bekommen hätte, wenn Sie das Darlehen erst in der vereinbarten Zeit zurückgeführt hätten. Zahlen Sie den Kredit nun vorzeitig zurück, entgehen dem Kreditinstitut Zinsen. Diesen Schaden möchte sie Ihnen in Rechnung stellen. Sie fordert daher eine Vorfällig­keits­entschädigung von Ihnen.

Rechenbeispiel für die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung:

Vorfälligkeitsentschädigung: Rechenbeispiel

Wir stellen Ihnen nachfolgend zwei Möglichkeiten vor, mit denen wir die Forderung der Bank abwehren können. Dies betrifft alle Verträge, die zwischen Mitte 2010 und heute abgeschlossen wurden. Welche der beiden Möglichkeiten für Sie in Frage kommt, richtet sich danach, wie Ihr spezieller Einzelfall aussieht.

Unsere spezialisierten Fachanwälte prüfen für Sie kostenfrei Ihren Fall und verraten Ihnen im Anschluss, welche Möglichkeit wir für Sie sehen, um Sie vor der Zahlung einer Vorfällig­keits­entschädigung zu bewahren.

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Kann ich eine bereits gezahlte Vorfällig­­keits­­ent­schädigung zurückfordern?

Wenn Sie wegen der vorzeitigen Rückzahlung Ihres Immobilienkreditvertrages eine Vorfällig­keits­entschädigung an Ihre Bank gezahlt haben, können wir das Geld für Sie zurückholen – nebst Zinsen und bis zu drei Jahre rückwirkend. Möglich machen dies Fehler in den Kreditverträgen. Denn die Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, Verbraucher ordnungsgemäß über ihre Rechte zu belehren und korrekte Angaben zu den Pflichten, wie etwa die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung, zu machen. Geschieht dies nicht oder nicht ausreichend, ist entweder die Vorfälligkeitsentschädigung oder der gesamte Darlehensvertrag angreifbar.

Lassen Sie Ihren Vertrag auf mögliche Fehler kostenfrei von unseren spezialisierten Anwälten prüfen, um eine bereits gezahlte Vorfällig­keits­entschädigung zurückzuholen.

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Kann ich die Zahlung einer Vorfällig­­keits­­ent­schädigung umgehen?

Aufgrund der meist fehlerhaften Darlehensverträge kann man Vorfälligkeitsentschädigungen nicht nur zurückfordern, sondern bereits die Forderung einer solchen Zahlung abwehren. Wir helfen Ihnen, wenn Sie aus Ihrem Immobilienkredit vorzeitig aussteigen wollen oder müssen, und dafür an Ihre Bank eine Vorfällig­keits­entschädigung zahlen sollen. Zum Beispiel, weil Sie Ihre Immobilie wegen Umzug, Scheidung oder Trennung verkaufen wollen und deshalb Ihren Kredit an die Bank vorzeitig ablösen müssen.

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Kann ich mich gegen eine Nicht­abnahme­entschä­digung wehren?

Auch die Zahlung einer Nichtabnahmeentschädigung (kurz: NAE) können wir für Sie zurückfordern oder vermeiden, wenn die Forderung der Bank aufgrund mangelhafter Angaben im Kreditvertrag unbegründet ist. Banken verlangen eine Nichtabnahmeentschädigung, wenn ein Kredit im Voraus aufgenommen wurde (sog. Forward-Darlehen), dann aber zum vereinbarten Zeitpunkt nicht abgenommen wird.

Mehr zur Nichtabnahmeentschädigung →

Möglichkeit 1: Mit dem "Vorfälligkeitsjoker" die Zahlung vermeiden oder Geld zurückfordern

Der "Vorfälligkeitsjoker" ist ein neuer Weg, eigens durch unsere Kanzlei entwickelt, mit dem wir die Forderungen der Banken abwehren wollen, wenn diese von ihren Kunden die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Der "Vorfälligkeitsjoker" hilft Ihnen dabei,

  • eine bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückzuholen,
  • eine bevorstehende Zahlung abzuwehren und
  • eine Nichtabnahmeentschädigung zurückzufordern oder zu vermeiden.

Nutzen Sie daher schnell und einfach unsere kostenfreie Ersteinschätzung und erfahren Sie mehr über Ihre rechtlichen Möglichkeiten.

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So funktioniert der Vorfälligkeitsjoker

Mit dem 21. März 2016 ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, wonach die Banken keine Vorfälligkeitsentschädigungen von ihren Kunden verlangen können, wenn sie ihre Darlehensnehmer nicht korrekt über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung informiert haben.

Der Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung ist ausgeschlossen, wenn im Vertrag die Angaben über die Laufzeit des Vertrags, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend sind.

§ 502 Abs. 2 Nr. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Diese Vorschrift sagt aus, dass die Banken, selbst sofern sie grundsätzlich die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung verlangen könnten, keinen Anspruch auf die Vorfälligkeitsentschädigung haben, wenn sie ihren Darlehensnehmern keine ausreichenden Angaben über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung erteilt haben.

Finden unsere spezialisierten Rechtsanwälte daher einen entsprechenden Fehler in Ihrem Darlehensvertrag, steht der Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung zu. Unsere Experten haben bereits zahlreiche Darlehensverträge überprüft und dabei festgestellt, dass viele Darlehensverträge den strengen gesetzlichen Anforderungen nicht genügen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie vom Vorfälligkeitsjoker profitieren können, ist demzufolge nach unserer Erfahrung hoch. Greift der Vorfälligkeitsjoker, zahlen Sie keine Vorfälligkeitsentschädigung. Ob wir den Joker in Ihrem Fall ziehen können, verraten wir in unserer kostenfreien Ersteinschätzung.

Diese Fehler ermöglichen den Vorfälligkeitsjoker

Einige der Fehler, auf die wir häufig gestoßen sind, und bei deren Vorliegen wir davon ausgehen, dass der Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung zusteht, möchten wir Ihnen einmal aufzeigen:

1. Sondertilgungsrechte nicht berücksichtigt
Wenn Sie ein Recht haben, Sondertilgungen zu leisten, sinkt mit jeder Sondertilgung die offene Darlehenssumme und im Folgemonat auch Ihre Zinsbelastung und damit die Höhe der Zinsen, die die Bank erhalten würde. Deswegen muss bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung angenommen werden, dass Sie im Falle der Weiterführung des Darlehens Ihr Sondertilgungsrecht jedes Jahr ausüben würden – unabhängig davon, ob Sie dies auch tatsächlich getan hätten. Wenn also Sondertilgungsrechte (vergleichbar: Tilgungsanpassungsrechte) in den vertraglichen Ausführungen zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung nicht erwähnt werden, liegt hier ein Fehler vor.

2. Falscher Berechnungszeitraum
In zeitlicher Hinsicht kann die Bank nur solange mit Zinseinnahmen rechnen, bis der Kunde den Vertrag ordentlich kündigen kann (zehn Jahre nach Vollauszahlung mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten). Denn ab diesem Zeitpunkt kann die Bank nicht mehr damit rechnen, dass der Darlehensnehmer weiter ihr Kunde ist und weiter Zinsen zahlt. Erweckt eine Bank den Eindruck, sie könne eine Vorfälligkeitsentschädigung für einen längeren Zeitraum als den oben genannten berechnen (z.B. bis zum Ende der Zinsbindungsfrist), stellt dies einen Fehler dar.

3. Weitere Fehler
Darüber hinaus sind wir auf weitere Fehler gestoßen, die wir bei der Überprüfung Ihres Darlehensvertrags selbstverständlich ebenfalls für Sie berücksichtigen. Finden wir einen entsprechenden Fehler, setzen wir für Sie gerne unseren Vorfälligkeitsjoker ein und wehren somit die Vorfälligkeitsentschädigung für Sie ab.

Beispiel aus der Praxis

Gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückgeholt: 23.700 Euro

Eine Familie musste durch den Jobwechsel des Vaters in ein anderes Bundesland umziehen. Daher wurde die Immobilie verkauft und der Kredit musste vorzeitig abgelöst werden. Die Bank verlangte für die verbleibende Restschuld von 186.000 Euro eine Vorfälligkeitsentschädigung von 26.900 Euro – für die Familie eine Katastrophe. Wir stellten fest, dass die Bank Fehler in dem Vertrag gemacht hat. Nach unseren Verhandlungen mit der Bank zahlte sie den Großteil der Vorfälligkeitsentschädigung zurück, sodass die Familie am Ende lediglich 3.200 Euro zahlen musste. Die Folge: 23.700 Euro gespart.

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Bei diesen Verträgen können Sie den Vorfälligkeitsjoker ziehen

Der Vorfälligkeitsjoker ist wegen der oben genannten Gesetzesänderung für Immobilienkreditverträge möglich, die nach dem 20. März 2016 abgeschlossen wurden. Der Joker kommt in Frage, wenn das Darlehen vorzeitig zurückgezahlt wurde oder werden soll, z.B. wegen einer Scheidung, eines Umzuges, bei Jobverlust, Berufsunfähigkeit oder eines Todesfalls.

Insbesondere kann der Vorfälligkeitsjoker auch nur dann gezogen werden, wenn die Angaben zur Vorfälligkeitsentschädigung im Darlehensvertrag tatsächlich unzureichend sind. Ob Ihr Vertrag diese Voraussetzungen erfüllt, prüfen unsere Rechtsanwälte für Sie in einer kostenfreien Ersteinschätzung.

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Möglichkeit 2: Mit dem "Widerrufsjoker" gegen die Vorfälligkeitsentschädigung

Mithilfe des altbekannten "Widerrufsjokers" helfen wir unseren Mandanten bereits seit vielen Jahren, laufende oder bereits beendete Darlehensverträge zu widerrufen. Ein Widerruf Ihres Baukredits bietet folgende Möglichkeiten:

  • Rückerstattung einer bereits gezahlten Vorfälligkeitsentschädigung
  • Abwehr der Forderung auf Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung
  • Umschuldung ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung
  • Entlassung eines Darlehensnehmers aus einem laufenden Vertrag
  • Abwehr oder Rückerstattung einer Nichtabnahmeentschädigung

Ziehen Sie den Widerrufsjoker und sparen Sie sich die Vorfälligkeitsentschädigung. Lassen Sie Ihren Vertrag jetzt kostenfrei prüfen!

So funktioniert der Widerrufsjoker

Der Widerrufsjoker ist möglich, wenn Ihre Bank Sie nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht informiert hat, oder wenn Ihnen nicht alle gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben vollständig und richtig erteilt wurden. Wurden Sie demzufolge nicht insgesamt korrekt informiert, könnte Ihnen der Widerrufsjoker helfen, der Vorfälligkeitsentschädigung zu entgehen.

Grundsätzlich gilt für ein Immobiliendarlehen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Dieser Widerrufszeitraum gilt aber nur bei einer ordnungsgemäßen Widerrufsinformation. Wurde der Darlehensnehmer aber fehlerhaft belehrt, kann er seinen Vertrag auch noch über die Frist von 14 Tagen hinaus widerrufen.

Wurde der Vertrag erfolgreich widerrufen, ist er so zu behandeln, als hätte er nie bestanden. Deshalb muss der Darlehensnehmer auch keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Denn aus einem nicht existierenden Vertrag kann auch keine Entschädigung gefordert werden. Aus diesem Grund ist auch die Umschuldung über den Widerruf möglich, um einen hochverzinsten Kredit durch ein Darlehen mit niedrigeren Zinsen zu ersetzen.

Beispiel aus der Praxis

Umschuldung ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung: 52.808 Euro gespart

Unser Mandant hatte bei seiner Bank im Jahr 2011 ein endfälliges Darlehen über 330.000 Euro aufgenommen. Vereinbart war, dass er bis zum Jahre 2021 Zinsen in Höhe von 4,15 % zahlt. Angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus bat er 2014 seine Bank um eine Zinsminderung für die restlichen 7 Jahre Laufzeit des Darlehens. Die Bank wollte einer Umschuldung nur zustimmen, wenn der Kunde eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlt. Wir prüften den Darlehensvertrag und stellten fest, dass der Vertrag Fehler enthielt. Bei gleicher monatlicher Rate von 1.141 Euro und einem neuen Zinssatz von 1,8 % konnten wir in einem Vergleich mit der Bank für unseren Mandaten eine Zinsersparnis von 57.808 Euro durchsetzen.

Vorfälligkeitsentschädigung zurückholen: Jetzt kostenfrei prüfen

Auch wenn Sie einen oder mehrere Darlehensnehmer aus einem gemeinsamen Vertrag entlassen möchten, um diesen allein weiterzuführen – z.B. wegen Scheidung, Trennung oder eines Todesfalls, ist der Widerrufsjoker das richtige Instrument, um dabei die Vorfälligkeitsentschädigung zu sparen.

Mehr zur Umschuldung von Baufinanzierungen →

Diese Fehler ermöglichen den Widerrufsjoker

Die Widerrufsbelehrungen bzw. Widerrufsinformationen enthalten verschiedenste Fehler. Besonders häufig ist der Beginn der Widerrufsfrist für den Darlehensnehmer nicht oder nicht deutlich genug bestimmbar.

Folgende Fehler sind unter anderem typisch:

  • die Widerrufsinformation ist in Bezug auf den Fristbeginn undeutlich formuliert
  • irreführende Angaben zur Verpflichtung bzw. zu den Kosten für den Abschluss einer Gebäudeversicherung
  • fehlerhafter Hinweis auf die "zuständige Aufsichtsbehörde"
  • gesetzlich vorgeschriebene Angaben zum Kündigungsrecht fehlen im Darlehensvertrag bzw. den AGB oder sind fehlerhaft
  • die Bank nennt in der Widerrufsinformation zwei unterschiedliche Fristen für den Widerruf

Lesen Sie zu den widerrufsrelevanten Fehlern mehr bei uns unter: „Fehlerhafte Widerrufsbelehrung: Die typischen Fehler ab 2010 mit besten Widerrufschancen“.

Bei diesen Verträgen können Sie den Widerrufsjoker ziehen

Wenn Sie zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 20. März 2016 einen Immobilienkredit abgeschlossen haben, können Sie womöglich noch heute vom Widerrufsjoker Gebrauch machen und somit die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung verhindern. Haben Sie Ihren Baukredit nach dem 20. März 2016 abgeschlossen, können Sie unter Umständen noch bis zu zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss vom Widerrufsjoker profitieren.

Voraussetzung ist darüber hinaus, dass Ihr Darlehensvertrag – wie oben beschrieben – fehlerhafte Widerrufsinformationen enthält. Wir überprüfen Ihren Vertrag kostenfrei auf Fehler in der Widerrufsbelehrung. Nutzen Sie einfach unser Online-Formular.

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Welche Option ist für meinen Fall die beste?

Für die Immobiliendarlehen, die seit dem 21. März 2016 abgeschlossen wurden, ist der Vorfälligkeitsjoker meist der einfachere Weg, um die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung zu vermeiden oder eine bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückzufordern. Denn beim Vorfälligkeitsjoker muss der Darlehensvertrag nicht insgesamt rückabgewickelt werden. Vielmehr wird lediglich der Anspruch der Bank auf eine Vorfälligkeitsentschädigung ausgeschlossen.

Das bringt den Vorteil mit sich, dass sich der Darlehensnehmer nicht um eine neue Finanzierung kümmern muss, da der bestehende Kredit weiter läuft. Zudem sind Banken grundsätzlich eher zu einer Einigung bereit, wenn es nur um die Zahlung oder die Nichtzahlung der Vorfälligkeitsentschädigung geht, als wenn ihr Kunde den Darlehensvertrag vollständig widerrufen möchte. Ebenso ist der Streitwert und damit das Kostenrisiko im Falle eines Prozesses regelmäßig geringer, wenn Sie den Vorfälligkeitsjoker ziehen.

Sind die Voraussetzungen des Vorfälligkeitsjokers nicht gegeben, ist der Widerruf ebenfalls eine sehr profitable Lösung, um die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu umgehen oder zurückzufordern. Der Widerrufsjoker ist außerdem die richtige Option, wenn Sie von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren und deshalb Ihren Kredit umschulden möchten. Soll ein Darlehensnehmer aus einem laufenden Vertrag ausscheiden, ist ebenfalls der Widerrufsjoker die richtige Wahl, um eine Vorfälligkeitsentschädigung zu sparen.

In der folgenden Übersicht haben wir die wichtigsten Aspekte der beiden Joker für Sie zusammengefasst und gegenübergestellt:

 

Vorfälligkeits­joker

Widerrufs­joker

Vertrag
abgeschlossen

21. März 2016
bis heute

11. Juni 2010
bis heute

Voraussetzung

Unzureichende Angaben
zur Berechnung der
VFE

Nicht ordnungsgemäße
Widerrufs­belehrung bzw.
Widerrufs­informationen

Rechtsfolge

Kein Anspruch der Bank auf VFE/NAE

Kreditvertrag wird
rückabgewickelt

Bereits gezahlte VFE
zurückfordern

Forderung einer VFE
abwehren

NAE zurückfordern bzw. abwehren

Umschuldung

 

Entlassung eines 
Darlehensnehmers
aus laufendem Vertrag

 

Sie müssen sich nicht vorab für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden. Nutzen Sie einfach unser Online-Formular für eine kostenfreie Ersteinschätzung. Wir erklären Ihnen, welche Variante für Ihren Fall am besten geeignet ist.

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Sonderfall: Das Kreditinstitut kündigt das Darlehen

Kündigt das Kreditinstitut das Darlehen, dann ist der Darlehensnehmer nicht verpflichtet, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil (BGH, Urt. v. 19. Januar 2016, Az. XI ZR 103/15) ausdrücklich klargestellt.

§ 497 Abs. 1 BGB (in der bis zum 10. Juni 2010 geltenden Fassung) enthält eine spezielle Regelung zur Schadensberechnung bei notleidenden Krediten, die vom Darlehensgeber infolge Zahlungsverzugs des Darlehensnehmers vorzeitig gekündigt worden sind. Die Vorschrift schließt die Geltendmachung einer als Ersatz des Erfüllungsinteresses verlangten Vorfälligkeitsentschädigung aus.

(Leitsatz der Entscheidung)

Haben Sie bereits nach einer Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt, können Sie diese zurückverlangen – bis zu zehn Jahre.

Genaue Prüfung: Vor­fälligkeits­entschädigung reduzieren

Wer sein Darlehen vorzeitig zurückzahlen möchte oder dazu gezwungen ist, der wird von seinem Kreditinstitut regelmäßig mit einer hohen Forderung konfrontiert – der Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Manchmal lässt sich eine Vorfälligkeitsentschädigung wegen Fehlern im Vertrag in Gänze abwehren, oder aber in einem Vergleich mit dem Kreditinstitut reduzieren. Kommt es zu keiner Einigung mit der Bank – aus welchen Gründen auch immer – dann bleibt immer noch die Überprüfung der Höhe der geforderten Entschädigung. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentralen haben dazu eine Erhebung gemacht und sind zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Noch nie seien die Vorfälligkeitsentschädigungen so hoch und überhöht gewesen. Bei ca. 40 % der untersuchten Fälle habe sich eine Differenz von mehr als 10 % zwischen den von den Kreditinstituten geforderten und den von der Verbraucherzentrale errechneten Vorfälligkeitsentschädigungen gezeigt. Das sind im Jahr hunderte Millionen Euro. Sehe z.B. der Vertrag eine Regelung über Sondertilgungen vor, die bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zugunsten des Darlehensnehmers berücksichtigt werden muss, haben das die Kreditinstitute keineswegs immer getan. Nach Aussage der Verbraucherzentrale Hamburg haben Darlehensnehmer in extremen Fällen zwischen 5.000 bis 10.000 Euro zu viel gezahlt.

Der Bundesgerichtshof führte im Januar 2016 aus, dass der Kreditgeber vertraglich eingeräumte Sondertilgungsrechte bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung berücksichtigen muss.

Die von einem Kreditinstitut bei der Vergabe grundpfandrechtlich gesicherter Darlehen an Verbraucher, bei denen den Darlehensnehmern Sondertilgungsrechte innerhalb des Zinsfestschreibungszeitraums eingeräumt werden, verwendete vorformulierte Vertragsbestimmung "Zukünftige Sondertilgungsrechte werden im Rahmen vorzeitiger Darlehensvollrückzahlung bei der Berechnung von Vorfälligkeitszinsen nicht berücksichtigt." ist gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam.

(Urt. v. 19. Januar 2016, Az. XI ZR 388/14, Leitsatz)

Und das bedeutet: Vertraglich eingeräumte Sondertilgungsrechte sind bei der Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung auch dann abzuziehen, wenn sie nicht ausgeübt worden sind. Grund: Die Vorfälligkeitsentschädigung bezieht sich nur auf die sicheren Zinserwartungen der Bank. In unserer kostenfreien Erstberatung rechnen wir gerne nochmal für Sie nach.

Beispiel aus der Praxis

Vorfälligkeitsentschädigung reduziert: 17.400 Euro gespart

Wir schlossen einen außergerichtlichen Vergleich für einen Darlehensvertrag aus 2012 bei einem Nominalzins von 3,93 % und einer Restschuld 198.200 Euro. Für eine vorfristige Beendigung des Darlehens im Jahr 2015 forderte die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung von 23.400 Euro. Wir widerriefen das Darlehen aufgrund von Fehlern im Vertrag. Im Ergebnis unserer Verhandlungen erreichten wir dann eine Minderung der Vorfälligkeitsentschädigung auf 6.000 Euro – 17.400 Euro gespart.

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Special: Immobilienverkauf mit Ersatzkreditnehmer ohne Vorfälligkeitsentschädigung

Wenn man seine Immobilie verkauft, die noch mit einem Darlehen belastet ist, dann bietet es sich oft an, dem Käufer auch das Restdarlehen „mitzugeben“, wenn die Konditionen stimmen. Mit anderen Worten: Man offeriert seinem Kreditinstitut einen Ersatzkreditnehmer. In den letzten Jahren war das aufgrund des immer weiter fallenden Zinsniveaus für den Erwerber der Immobilie unattraktiv. Anders heute: Das Bauzinsniveau stagniert seit vielen Monaten auf einem historischen Tiefststand. Was so einfach und vernünftig klingt und rechtlich zulässig ist, wird aber selten praktiziert. Der Grund: Das Kreditinstitut will sich Geld nicht entgehen lassen – die Vorfälligkeitsentschädigung. Doch darf eine Bank oder Sparkasse einen Ersatzkreditnehmer ablehnen? Die Antwort ist nein, wenn der bisherige Darlehensnehmer ein berechtigtes Interesse hat, sich vom Vertrag zu lösen und er einen „zumutbaren“ Ersatzkreditnehmer anbietet. Das heißt, dieser muss mit einer gleich guten Bonität das Darlehen fortführen können.

Dann steht einem Kreditinstitut keine Vorfälligkeitsentschädigung als Schadensersatz zu, weil es das Kreditinstitut unterlässt, Schaden dadurch abzuwenden, indem es den Ersatzkreditnehmer akzeptiert. So sehen es auch die Gerichte, in einem von Gansel Rechtsanwälte gewonnenen Verfahren:

Eine kreditgebende Bank handelt treuwidrig, wenn sie ihren Kreditnehmer ohne jede Rücksicht auf dessen Belange an dessen Schadensersatzpflicht in Form des ihr entstandenen Zinsverlustes festhält, obgleich ihr der Kreditnehmer einen Ersatzkreditnehmer benannt hat, der bereit ist zum Vertragseintritt zu den mit dem bisherigen Kreditnehmer vereinbarten Bedingungen, das Darlehen zu demselben Zweck zu verwenden und gegen dessen Bonität keine Bedenken bestehen. Rechtsfolge des treuwidrigen Verhaltens ist im Zweifel ein Verlust des Anspruchs auf die Vorfälligkeitsentschädigung. Für ein grundsätzliches Ablehnungsrecht der Bank besteht, wenn ihr ein Ersatzkreditnehmer angeboten wird, kein Raum. Vielmehr hat eine einzelfallbezogene Abwägung der beteiligten Interessen und Risiken stattzufinden.

Oberlandesgericht Frankfurt a. M., Urt. v. 03. Mai 2013, Az. 19 U 227/12

Fazit: Mit uns ersparen Sie sich die Vorfälligkeitsentschädigung

Ob mithilfe des Widerrufsjokers oder unseres neuen Vorfälligkeitsjokers: Wir wollen die Vorfälligkeitsentschädigung und die Nichtabnahmeentschädigung für Sie abwehren oder zurückholen. Für die Immobilienkredite, die nach dem 20. März 2016 abgeschlossen wurden, empfehlen wir meist den Einsatz des Vorfälligkeitsjokers. Jedoch kann auch die Ziehung des Widerrufsjokers noch sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Immobiliendarlehen zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 20. März 2016 abgeschlossen haben. Ob Sie einen der beiden Joker nutzen und somit die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden können, verraten Ihnen unsere Experten bereits im Rahmen unserer kostenfreien Ersteinschätzung. Wenden Sie sich daher bestenfalls noch heute an unsere spezialisierten Rechtsanwälte und erfahren Sie kostenfrei mehr über Ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Online-Formular: Kostenfreie Ersteinschätzung