Richtiges Verhalten bei einer Autopanne

Es dampft, ruckelt oder fährt einfach nicht weiter: Eine Panne trifft uns immer überraschend. Um andere Verkehrsteilnehmer und uns selbst nicht zu gefährden, sind einige Verhaltensregeln zu beachten. Wir erklären, was Sie in einer Pannensituation wissen sollten und wo Sie anrufen können.

Wie verhalte ich mich nach einer Panne richtig?

Eine Panne überrascht uns meist in den ungünstigsten Momenten. Doch wir sind dem Auto ausgeliefert und können daher nur positiv bleiben. Nun sind ein paar Dinge zu beachten, die Sie sofort umsetzen sollten, sobald Sie mit Ihrem Fahrzeug stehen geblieben sind:

Ruhig bleiben und Auto sichern

Abhängig davon, wo und wie die Kräfte Ihres Fahrzeugs Sie verlassen haben, sollten Sie versuchen, das Auto in die nächstgelegene Pannenbucht oder zumindest auf den Seitenstreifen zu lenken. So stellen Sie sicher, dass der nachfolgende Verkehr nicht behindert oder gefährdet wird. Anschließend sollten Sie sofort die Warnblinkanlage anschalten, um auf sich aufmerksam zu machen.

Warnwesten anlegen und sicheren Ort suchen

Nach einer Autopanne ist es sehr wichtig, dass Sie sich selbst, Ihre Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden. Daher sollten schnellstmöglich alle Mitfahrer das Auto auf der rechten Wagenseite verlassen, eine Warnweste anziehen und hinter der Leitplanke und in ausreichend großem Abstand zur Fahrbahn auf den Pannendienst warten.

Warndreieck aufstellen

Bevor auch Sie sich hinter die Leitplanke begeben, sollten Sie ein Warndreieck aufstellen, um herannahende Autofahrer frühzeitig auf das Hindernis aufmerksam zu machen. Innerorts reichen hier 50 Meter Abstand zum Fahrzeug, auf einer Landstraße 100 Meter und auf der Autobahn 150 Meter.

Hilfe rufen

Nun sind alle Insassen des Fahrzeugs in Sicherheit und der Verkehr ist ebenfalls vorgewarnt. Nun können Sie die Notrufzentrale oder den Pannendienst anrufen, damit dieser kommt und Ihnen weiterhilft. Selbst wenn Sie in der Lage wären, Ihr Fahrzeug selbstständig zu reparieren, sollten Sie das lieber unterlassen, da die Gefahr zu groß ist, dass Sie von vorbeifahrenden Fahrzeugen übersehen und erfasst werden könnten. Der Pannendienst sperrt den Bereich entsprechend ab, sodass ungestört und sicher gearbeitet werden kann.

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Was sollte ich im Auto haben, um bei einer Panne gewappnet zu sein?

Um im Pannenfall bestens ausgerüstet zu sein, sollten Sie eine Reihe von Gegenständen stets im Auto haben. Warnwesten für alle Mitfahrer und einen Verbandskasten dabei zu haben, ist sowieso verpflichtend. Doch auch ein Abschleppseil, ein Starthilfekabel oder Taschenlampen können im Notfall sehr hilfreich sein. Muss das Fahrzeug lediglich fremdgestartet werden, muss nicht erst ein Pannendienst kommen, um dieses Problem zu lösen, sondern Sie können selbst mit einem zweiten Fahrzeug das Auto wieder zum Laufen bringen.

Pannenursachen 1998 und 2018

Wie erreiche ich vor Ort einen Pannendienst?

Selbstverständlich ist es am einfachsten, das eigene Handy zu nutzen, um die Notrufzentrale oder den Pannendienst zu kontaktieren. Hierfür steht Ihnen beispielsweise das NOTFON D, der Notruf der Autoversicherer zur Verfügung. Über die kostenfreie Nummer erreichen Sie 24 Stunden und 365 Tage im Jahr eine Notrufzentrale. Inzwischen gibt es auch schon eine entsprechende App namens "Pakoo", mit der Sie über einen Klick Ihren Standort mitteilen und so die Anfahrt des Pannendiensts beschleunigen können.

Wenn Sie Ihr Mobiltelefon jedoch mal im Stich lässt, gibt es noch eine weitere Option, um einen Pannendienst zu verständigen: In einem Abstand von zwei Kilometern finden sich auf der Autobahn Notrufsäulen, die es Ihnen ermöglichen, kostenlos Hilfe anzufordern. Betrieben werden die Säulen von der Dienstleistungs-GmbH der Deutschen Versicherer (GDV DL). Sie können während des Telefonats entscheiden, wen Sie kontaktieren möchten. Sind Sie Mitglied in einem Autoclub oder verfügen Sie über einen Schutzbrief, dann wird entsprechend Ihr Pannendienst oder Ihre Versicherung kontaktiert. Steht Ihnen beides nicht zur Verfügung, können Sie aus einer Reihe von Pannendienst wählen, die Sie jedoch aus eigener Tasche bezahlen müssen.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Schutzbrief und der Mitgliedschaft in einem Autoclub?

Ein Schutzbrief für Ihren PKW ist eine Zusatzversicherung, die bei der KFZ-Versicherung abgeschlossen werden kann. Diese enthält eine Reihe von Zusatzleistungen, für die neben der KFZ-Haftpflichtversicherung auch separat gezahlt werden muss. Unter anderem inkludiert ein solcher Schutzbrief Pannenhilfe. Verfügen Sie über eine solche Zusatzversicherung, erhalten Sie vor Ort Unterstützung, das Fahrzeug zu reparieren. Gelingt dies nicht, wird es abgeschleppt und in eine Werkstatt gebracht. Zwar sind Kosten für Reparaturen vor Ort und für das Abschleppen in der Regel gedeckt, Reparaturen in einer Werkstatt müssen dagegen meist selbst bezahlt werden.

Sind Sie Mitglied in einem der großen Automobilclubs, wie ADAC, AvD, ACE oder ACV, dann haben Sie auch hier eine Notrufnummer, die Sie direkt mit dem Club verbindet. Dieser schickt meist Mechaniker an den Ort Ihres abgestellten Fahrzeugs und versucht, das Problem zu lösen. Ist das nicht möglich, wird ein Abschleppdienst gerufen. In den Leistungen der meisten Clubs ist im Basis-Tarif lediglich der Service inkludiert, das Fahrzeug zur nächstgelegenen Werkstatt zu schleppen. Den Weitertransport und die Reparaturen müssen Sie in der Regel aus eigener Tasche bezahlen. Häufig können Premium-Tarife abgeschlossen werden, die weitere Leistungen – wie Pannenhilfe im Ausland oder Krankenrücktransport – mit einschließen.

Sowohl beim Schutzbrief als auch der Mitgliedschaft in einem Automobilclub zahlen Sie einen gewissen Mitglieds- oder Versicherungsbeitrag und erhalten dafür kostenfrei grundlegende Unterstützung am Ort Ihrer Panne. Auch die Kosten für den Abschleppdienst sind in den meisten Verträgen ebenfalls inkludiert.

Was muss ich bei einer Panne in anderen europäischen Ländern beachten?

Bei einer Autopanne außerhalb von Deutschland kann im ersten Moment Panik aufkommen. Wo muss man anrufen? Wie viel kostet der Pannendienst? Insbesondere ADAC-Mitgliedern schießt relativ bald durch den Kopf, dass dieser Autoclub, so wie auch alle anderen, gut ausgestattet sind, um auch aus dem europäischen Ausland abzuschleppen. Doch hier darf man sich nicht zu früh freuen, denn um außerhalb von Deutschland abgeschleppt zu werden, reicht eine Basis-Mitgliedschaft bei den meisten Automobilclubs nicht aus. Jedoch ist es möglich, dass im Schutzbrief der Versicherung ein solcher Service inklusive ist.

Haben Sie weder eine Mitgliedschaft bei einem Automobilclub noch einen Schutzbrief abgeschlossen, dann können Sie jederzeit die 112 anrufen. Hier erhalten Sie Kontakt zu einem Pannendienst, der Sie abschleppen und zur nächsten Werkstatt bringen kann. Für diese Kosten müssen Sie jedoch selbst aufkommen.

Doch abgesehen vom Pannendienst müssen häufig noch ein paar andere Dinge beachtet werden, bevor das Fahrzeug begutachtet oder abgeschleppt werden kann. In beinah allen europäischen Ländern haben Sie die Pflicht, die Pannenstelle abzusichern und für den nachfolgenden Verkehr zu kennzeichnen. Ebenso sollten Sie sich frühzeitig informieren, ob es eine Warnwestenpflicht gibt und wie viele Westen mitgeführt und getragen werden müssen.

Das kann von Land zu Land stark variieren. In Spanien können Ihnen bei einem Verstoß gegen die Mitführpflicht bis zu 600 Euro Strafe aufgebrummt werden. In der Slowakei und Kroatien ist es dagegen verpflichtend, immer einen Satz Ersatzbirnen für die Beleuchtung des eigenen Fahrzeugs dabei zu haben. Im Idealfall informieren Sie sich vor Reiseantritt über die geltenden Bestimmungen, sodass Sie im Pannenfall genau wissen, was zu tun ist.

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