Diese Strafe droht bei einer Tempoüberschreitung

Viele Unfälle geschehen aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit. Daher werden Tempoüberschreitungen streng geahndet. Doch nicht selten sind Bußgeldbescheide fehlerhaft und können angefochten werden. Erfahren Sie, wie Sie gegen eine Tempoüberschreitung vorgehen können.

Ab wann begehe ich eine Tempo­überschreitung?

Teilweise erfahren Sie über Schilder am Straßenrand, wie schnell Sie fahren dürfen. Auf vielen Straßen – ohne Schilder – muss man einfach wissen, wie viel km/h die Höchstgeschwindigkeit beträgt.

Innerorts gelten folgende Tempo­beschränkungen:

  • 50er-Zone

Beim Großteil aller Straßen, die sich innerhalb geschlossener Ortschaften befinden, handelt es sich um Streckenabschnitte, auf denen die Tempobeschränkung 50 km/h gilt.

  • 30er-Zone

Es gibt aber auch Straßenabschnitte, auf denen nicht so schnell gefahren werden soll – beispielsweise weil sich eine Schule, ein Kindergarten oder ein Altersheim in der direkten Umgebung befindet – dann gilt ein Tempolimit in Höhe von 30 km/h.

  • Spielstraße

Hierbei handelt es sich um verkehrsberuhigte Bereiche, in denen motorisierte Fahrzeuge sehr vorsichtig fahren müssen. Verkehrsteilnehmer müssen auf Spielstraßen jederzeit mit spielenden Kindern oder Fußgängern mitten auf der Straße rechnen. Für motorisierte Fahrzeuge ist hier Schrittgeschwindigkeit – etwa 10 km/h – angesagt.

Außerorts gelten folgende Tempo­beschränkungen:

  • Landstraße

Hierbei handelt es sich um eine einfache Straße, welche meist zwei Ortschaften miteinander verbindet. Ohne ein Verkehrszeichen gilt außerorts eine Tempobeschränkung von 100 km/h. Häufig gilt abschnittsweise eine verminderte Maximalgeschwindigkeit von 60, 70 oder 80 km/h.

  • Bundesstraße

Auf einer Bundesstraße gilt ebenfalls eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, falls kein Verkehrsschild ein anderes Tempolimit kommuniziert. Viele Tempoüberschreitungen werden auf Bundesstraßen begangen, weil es sich hierbei bereits um breite, gut ausgebaute und manchmal sogar mehrspurige Straßen handelt, welche zum Rasen animieren.

  • Autobahn

Auf etwa 70 % aller Autobahnkilometer in Deutschland gilt keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzung. Dennoch empfiehlt der Gesetzgeber für Autobahnen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Eine Tempoüberschreitung ist jedoch nicht strafbar. Jedoch können auch hier andere Maximalgeschwindigkeiten gelten. In der Regel wird der Verkehr auf 100 oder 120 km/h heruntergebremst.

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Wie wird eine Tempo­überschreitung inner­orts geahndet?

Wird die auf dem aktuellen Streckenabschnitt geltende Maximalgeschwindigkeit nicht eingehalten und Sie werden dabei auch noch erwischt, droht ein Bußgeld. Dieses richtet sich danach, um wie viel km/h die Tempovorgabe überschritten wurde. Im Fall einer massiveren Tempoüberschreitung droht Ihnen neben einer Geldstrafe, auch Punkte und gegebenenfalls sogar ein Fahrverbot.

Folgende Strafe droht bei einer Tempo­überschreitung inner­halb einer geschlossenen Ort­schaft:

Tempoverstoß

Bußgeld

Fahrverbot

Punkte in Flensburg

... bis 10 km/h

30 Euro

 

 

... 11-15 km/h

50 Euro

 

 

... 16-20 km/h

70 Euro

 

 

... 21-25 km/h

115 Euro

 

1

... 26-30 km/h

180 Euro

(1 Monat)*

1

... 31-40 km/h

260 Euro

1 Monat

2

... 41-50 km/h

400 Euro

1 Monat

2

... 51-60 km/h

560 Euro

2 Monate

2

... 61-70 km/h

700 Euro

3 Monate

2

über 70 km/h

800 Euro

3 Monate

2

* gibt es in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt.

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Welches Buß­geld droht mir bei einer Tempo­überschreitung außer­orts?

Auch außerhalb geschlossener Ortschaften richtet sich der Bußgeldkatalog danach, um wie viel die gefahrene Geschwindigkeit von der vorgegebenen Maximalgeschwindigkeit abweicht. Dabei können bei einer Tempoüberschreitung bis zu drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg fällig werden.

Folgende Strafe droht bei einer Tempo­überschreitung außer­halb einer geschlossenen Ort­schaft:

Tempoverstoß

Bußgeld*

Fahrverbot*

Punkte in Flensburg

… bis 10 km/h

20 Euro

 

 

… 11-15 km/h

30 Euro

 

 

… 16-20 km/h

60 Euro

 

 

… 21-25 km/h

100 Euro

 

1

… 26-30 km/h

150 Euro

(1 Monat)*

1

… 31-40 km/h

200 Euro

(1 Monat)*

1

… 41-50 km/h

320 Euro

1 Monat

2

… 51-60 km/h

480 Euro

1 Monat

2

… 61-70 km/h

600 Euro

2 Monate

2

über 70 km/h

700 Euro

3 Monate

2

* gibt es in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt.

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Wie kann ich bei einer Tempo­überschreitung erwischt werden?

Verkehrspolizist

Polizisten können jederzeit auffällige Verkehrsteilnehmer anhalten. Beobachtet also ein Verkehrsbeamter eine Tempoüberschreitung, ist dieser befugt, Ihre Personalien aufzunehmen und die Erstellung eines Bußgeldbescheids in die Wege zu leiten.

Stationärer Blitzer

Fest installierte Blitzer finden sich sowohl außerhalb als auch innerhalb geschlossener Ortschaften. Auf Autobahnen können diese innerhalb von Leitsystemen, welche oberhalb der Autobahnen verlaufen, installiert sein. Doch auch innerorts sieht man die schwarzen Nistkästen nicht selten am Rand viel befahrener Straßen. Diese stationären Blitzer können jedoch auch deaktiviert werden – es wird also nicht kontinuierlich an diesen Stellen geblitzt.

Mobiler Blitzer

Messgeräte, die Tempoüberschreitungen dokumentieren, können jederzeit und beinah überall platziert werden. Diese blitzen meist nur für ein paar Stunden, sind aber häufig effektiver, da Verkehrsteilnehmer selten darauf vorbereitet sind.

Videonachfahrsystem

Dieses Messsystem wird in der Regel nur außerhalb geschlossener Ortschaften eingesetzt. Zivile Fahrzeuge, welche ein Videosystem installiert haben, nehmen regulär am Straßenverkehr teil und können so Tempoüberschreitungen dokumentieren. Im Anschluss an eine Messung wird der Raser dazu aufgefordert, der Polizei zu folgen, um anzuhalten.

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Welchen Toleranz­abzug erhalte ich bei einer Tempo­überschreitung?

Da es auch bei modernen Blitzern zu Messungenauigkeiten kommen kann, wird bei der Erstellung eines Bußgeldbescheids stets ein gewisser Betrag von der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen. Durch den sogenannten Toleranzabzug sollen faire Verhältnisse geschaffen werden.

Die Berechnung des Toleranzabzugs ist davon abhängig, ob die gefahrene Geschwindigkeit unter oder über 100 km/h lag.

Bei einer Messung von unter 100 km/h

  • pauschaler Toleranzabzug von 3 km/h

Bei einer Messung von über 100 km/h

  • Toleranzabzug von 3 % des gemessenen Tempos

Da im Falle von Videonachfahrsystemen die Messung während der Fahrt gemacht wird, fällt hier auch der Toleranzabzug etwas höher aus. Messungenauigkeiten sind wahrscheinlich, sodass ein Toleranzabzug in Höhe von 5 % der gemessenen Geschwindigkeit greift.

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Wie kann ich gegen einen Bußgeld­bescheid aufgrund einer Tempo­überschreitung vorgehen?

Innerhalb weniger Wochen nach Begehen einer Tempoüberschreitung erhalten Sie in der Regel einen Bußgeldbescheid per Post zugestellt. Unabhängig davon, ob Sie sich einer Schuld bewusst sind oder nicht, haben Sie das Recht, gegen diesen Bescheid Einspruch einzulegen. Dies muss innerhalb von 14 Tagen nach postalischer Zustellung erfolgen.

Im Falle einer Tempoüberschreitung stehen die Chancen relativ gut, dass ein Einspruch erfolgreich für Sie ausgehen könnte. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel aller Bußgeldbescheide fehlerhaft ist und die Strafen ohne Rechtsgrundlage umgesetzt wurden.

Insbesondere bei Tempoüberschreitungen kommt es häufig zu fehlerhaften Messungen, da sowohl das Messpersonal als auch die Geräte selbst fehleranfällig sind. Häufige Gründe, weshalb eine Messung ungültig ist, sind:

  • Mangelhafte Schulung des Personals

  • Versäumte Wartung der Messgeräte

  • Fehlerhafte Messungen, z.B. aufgrund von Reflexionen

Wurden Sie bei einer Tempoüberschreitung erwischt und sind sich unsicher, ob die Messung korrekt war? Nutzen Sie jetzt unsere kostenfreie Prüfung Ihres Bußgeldbescheids und erfahren Sie, wie in Ihrem Fall die Chancen eines Einspruchs stehen.

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