Blitzer: So funktioniert die Tempoüberwachung auf deutschen Straßen

Der Blitzer ist der Feind des Autofahrers. Nur kurz die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten und schon droht ein hohes Bußgeld oder sogar ein Fahrverbot. Doch welche Arten von Blitzern gibt es, welche Technik steckt eigentlich in den Geräten und können auch Blitzer Fehler machen. Hier erfahren Sie alles, was es zum Blitzer zu wissen gibt.

Wieso stellt die Polizei Blitzer auf?

Die Geschwindigkeitsüberschreitung ist seit Jahren eine der am häufigsten begangenen Ordnungswidrigkeiten. Leider ist eine nicht an den Verkehr angepasste Geschwindigkeit auch für etwa die Hälfte aller Verkehrstoter verantwortlich – eine traurige Bilanz für deutsche Ordnungshüter. Daher ist es für Verkehrspolizisten höchste Priorität, Raser zu erwischen und auf die Gefahren ihres Handels hinzuweisen.

Dafür stehen den Beamten verschiedene Mittel zur Verfügung. Am häufigsten ist der Blitzer und das Radarmessgerät im Einsatz. Etwa 4677 fest installierte Blitzer stehen in Deutschland bereit, um Temposünder zu erwischen. Dafür muss kein Ordnungshüter vor Ort sein – die Daten können einfach ausgelesen und schöne Blitzerfotos begutachtet werden.

Blitzer sollen also sicherstellen, dass die Bevölkerung die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit nicht überschreitet. Wird der Blitzer doch ausgelöst, kann es zu sehr hohen Strafen kommen. Je nachdem, wie weit das vorgegebene Tempolimit überschritten wurden, fallen auch die Sanktionen dementsprechend aus. Nicht selten werden an Raser hohe Bußgelder, Punkte und sogar Fahrverbote verteilt.

Bei diesen Überschreitungen drohen Punkte und Fahrverbote:

Blitzer: Das kostet zu schnelles Fahren

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Wie funktionieren Blitzer?

Blitzer verwenden meist Radar- oder Lasertechnik, sodass in vielen Fällen nicht einmal ein Blitz entsteht. Auch Lichtschranken können in Blitzern verwendet werden.

Der österreichische Mathematiker und Physiker Christian Doppler lieferte die Entdeckung, die heutige Blitzer funktionieren lässt: der Doppler-Effekt. Vom Messgerät gehen Radarstrahlen aus, die vorbeifahrende Fahrzeuge treffen und reflektiert werden. Die zurückgesendeten Signale werden von den Geräten aufgenommen. Mithilfe dieser Daten kann die Geschwindigkeit der Autos gemessen werden. Übersteigt das Tempo die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit, wird ein Blitzerfoto aufgenommen.

Wie viele Geräte bei einem Blitzer tatsächlich im Einsatz sind, ist ganz von der Methode abhängig. Stationäre Blitzer bestehen meist nur aus einem einzigen Gerät, das sowohl die Geschwindigkeit misst als auch das Foto schießt. Ähnlich kann sich das bei mobilen Blitzern verhalten. Auch hier kann nur ein Gerät im Einsatz sein.

Um die Fehleranfälligkeit von Blitzern zu senken, verwenden Ordnungshüter häufig zusätzlich noch Lichtschranken. Diese werden entweder auf einer Seite oder auf beiden Seiten der Straße positioniert und unterstützen die Messergebnisse des Radargeräts. Hierbei durchfährt das Fahrzeug die Lichtschranke: Bei einer Tempoüberschreitung wird ein Foto von einem weiteren Gerät geschossen.

Blitzer: So funktionieren sie

Welche Arten von Blitzer werden verwendet?

Im Jahr 1959 wurde erstmals die Geschwindigkeit von Fahrzeugen mithilfe eines elektronischen Gerätes gemessen. Seitdem wurden diverse Geräte entwickelt, die es der Polizei ermöglichen, Temposünder zu erwischen und zu bestrafen.

Die aktuellen Geräte müssen nicht einmal von Beamten bedient werden, sondern können vollkommen alleine stehen und ihren Job erledigen. Aktuell sind viele verschiedene Methoden im Einsatz, um Geschwindigkeitsüberschreitungen zu erkennen.

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Mobile Blitzer

Fest installierte Blitzer haben den Nachteil, dass Autofahrer sich die Stelle merken und ihr Tempo absichtlich drosseln. Das verfehlt natürlich den Sinn eines Blitzers, wenn wenige Meter später wieder die Geschwindigkeit erhöht wird.

Daher arbeitet die Polizei vermehrt mit mobilen Blitzern, die entweder auf einem Stativ am Straßenrand oder in einem Fahrzeug platziert werden. Diese Blitzer sind für den Autofahrer in vielen Situationen nicht zu sehen und verhelfen den Beamten somit zu einer realistischen Momentaufnahme.

Die mobilen Blitzer weisen jedoch auch gewisse Mängel auf. Fahren mehrere Fahrzeuge mit geringem Abstand hintereinander, kann es zu fehlerhaften Aufnahmen kommen.

Auch ist es möglich, dass Reflexionen und Spiegelungen die Ergebnisse verfälschen. Bei dieser Art des Blitzers müssen alle Bedingungen stimmen, wie der richtige Winkel beispielsweise. Diese Blitzer müssen etwa 40 Meter entfernt von den vorbeifahrenden Fahrzeugen aufgestellt werden. In der Regel wird eine Toleranz von 3 % bei dieser Art von Blitzer zugelassen.

Stationäre Blitzer

Fest installierte Blitzer befinden sich meist an vielbefahrenen Straßen oder Stellen, wo gerne schneller gefahren wird als eigentlich erlaubt. Der Blitzer ist in einer Box platziert, die mit zwei Linsen ausgestattet ist.

Zwar sind feste Blitzer auffälliger, jedoch weisen sie eine deutlich geringere Fehlerquote auf. Weder Licht noch die Menge an Fahrzeugen verzerren aufgenommene Blitzerfotos. Da der Blitzer fest installiert ist, kann auch ein falscher Winkel sich nicht auf die Qualität der Messungen auswirken.

Jedoch besteht ein Nachteil darin, dass Autofahrer in der Nähe des Blitzers ihr Verhalten anpassen und ihre Geschwindigkeit drosseln.

Wo können Blitzer installiert werden?

Tatsächlich ist es den Verkehrsbeamten nicht erlaubt, überall zu blitzen. Diese Regelungen variieren von Bundesland zu Bundesland. Hierbei müssen Ordnungshüter darauf achten, dass zwischen dem Verkehrsschild, das die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit kommuniziert und dem Blitzer ein gewisser Abstand vorherrschen muss.

Autofahrern soll die Möglichkeit gegeben werden, auf das veränderte Tempolimit zu reagieren. Je nach Bundesland müssen also zwischen Schild und Blitzer zwischen 75 und 200 Meter liegen. Fällt Ihnen auf, dass ein Blitzer direkt nach einem Verkehrsschild aufgestellt wurde, besteht eine Chance, dass Sie erfolgreich gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch einlegen können.

Jedoch sieht das Gesetz hier auch für Verkehrspolizisten Schlupflöcher vor, denn es gibt gewisse Ausnahmen, in denen der Abstand zwischen Temposchild und Blitzer verkleinert werden darf.

  • An gefährlichen Stellen
  • An unübersichtlichen Einmündungen
  • In kurzen Tempo-30-Zonen, aufgrund von Schulen, Kindergärten oder Altersheimen

Solche Ausnahmen müssen jedoch von Behörden geprüft werden und für notwendig angesehen werden.

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Können Blitzer auch Fehler machen?

Die Fehlerquote bei Blitzern ist recht gering, aber dennoch kommt es vor, dass ein Fahrzeughalter zu Unrecht ein Bußgeldbescheid zugeschickt bekommt. Denn wie Menschen können auch Maschinen einen Fehler machen oder einen Defekt aufweisen.

Es gibt eine Vielzahl an Fehlern, die bei der Messung der Geschwindigkeit und der Überprüfung der Kennzeichen gemacht werden können.

Mess- und Bedienfehler

Insbesondere bei mobilen Messgeräten kommt es relativ häufig zu Fehlern in der Bedienung. Das ist ärgerlich für die zuständigen Beamten, jedoch haben Autofahrer hier die Chance, erfolgreich gegen einen Bußgeldbescheid vorzugehen.

Folgende Fehler können bei der Bedienung der Messgeräte gemacht werden:

  • Gerät in falschem Winkel zur Fahrbahn aufgestellt
  • Sonneneinstrahlung wirkt sich verfälschend auf die Messung aus
  • Messpersonal ist nicht ausreichend geschult
  • Fahrzeuge werden verwechselt

Fehler bei der Überprüfung

Folgende Fehler können von Behördenmitarbeitern bei der Auswertung gemacht werden:

  • Ungenaue Bearbeitung der Messergebnisse:

Es passiert immer mal wieder, dass in den zuständigen Behörden unsauber gearbeitet wird. Die Messdaten müssen ausgewertet und zugeordnet werden. Hierbei können Fehler geschehen, sodass es zu fehlerhaft verschickten Bußgeldbescheiden kommt.

Beispiel aus der Praxis

Ungültige Messung: Bußgeldbescheid zurückgenommen

Einem 70-jährigen Fahrzeughalter wurde vorgeworfen, er wäre durch eine 30-Zone mit einem Tempo von 111 km/h gefahren. Die Verkehrsbeamten hatten jedoch nur drei Striche auf dem Formular notiert, um zu dokumentieren, dass die Messung ungültig war. Der Bußgeldbescheid wurde selbstverständlich zurückgenommen.

  • Falsche Zuordnung der Messungen:

Ebenso ist es möglich, dass ein falscher Fahrzeughalter ermittelt wird. Die zuständigen Behördenmitarbeiter müssen nur ein falsches Kennzeichen überprüfen und schon wird der Bußgeldbescheid an die falsche Person geschickt.

Beispiel aus der Praxis

Ungültige Messung: Maximalgeschwindigkeit

Eine Smart-Fahrerin erhielt einen Bußgeldbescheid, der besagte, sie wäre 156 km/h schnell gefahren. Dies war jedoch kaum möglich, da der Smart lediglich eine Maximalgeschwindigkeit von 134 km/h fahren kann. Der Bußgeldbescheid wurde dem korrekten Fahrzeughalter zugestellt.

Wie werden Blitzer gewartet?

Wie beinah jede Maschine müssen auch Blitzer auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Dafür sind regelmäßige Wartungen und Eichungen notwendig.

Die entsprechenden Zeitabschnitte variieren abhängig von Modell und Funktionsweise. Dies ist zudem wichtig, da die Ergebnisse der Messung nicht verwendet werden können, wenn kein Nachweis der ordnungsgemäßen Eichung zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung vorgelegt werden kann.

Geschwindigkeitsmessgeräte sind eine sehr teure Angelegenheit – zwischen 20.000 und 100.000 Euro kostet ein Messgerät. Umso wichtiger ist es, dass die teuren Geräte auf dem neusten Stand sind und technisch einwandfrei funktionieren.

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Wie kann ich Einspruch gegen einen Blitzerbescheid einlegen?

Gegen jeden Bußgeldbescheid können Sie Einspruch einlegen. Ob Ihr Einspruch auch akzeptiert wird, ist eine andere Frage. Um erfolgreich eine Bußgeldzahlung oder andere Strafen abzuwenden, sollten Sie sich anwaltliche Unterstützung holen.

Denn ein Einspruch gegen einen Bescheid muss sehr gut begründet sein. Der Einspruch muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Erhalt des Bescheids erfolgen. Danach wird das Schreiben rechtskräftig und die angeordneten Strafen können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Daher sollten Sie dem Bescheid zeitnah widersprechen. Im Idealfall stellt sich heraus, dass den Beamten ein Fehler unterlaufen ist und Sie unrechtmäßig einen Bescheid erhalten haben.

Um Einspruch gegen einen Blitzerbescheid einzulegen, muss also ein guter Grund her. Anwälte sind über häufig auftretende Fehler informiert und können Ihnen so das passende Schlupfloch suchen. Daher sollten Sie sich mit einem Anwalt absprechen, bevor Sie Ihren schriftlichen Einspruch bei der Behörde abgeben.

Folgende Begründungen führen im Idealfall zu einem erfolgreichen Einspruch:

  • Aufgetretene Reflexionen oder andere Verzerrungen
  • Zuordnung der Messungen aufgrund von mehreren Fahrzeugen nicht eindeutig
  • Gerät war nicht vorschriftsgemäß geeicht
  • Messgerät war nicht korrekt ein- oder aufgestellt

Die meisten solcher Mess- oder Bedienfehler können anhand des Blitzerfotos erkannt werden. Stimmt hier der Winkel nicht oder befinden sich offensichtliche Reflexionen oder Sichtbehinderungen auf dem Foto, hat ein Anwalt gute Chancen, einen erfolgreichen Einspruch für Sie herbeizuführen.

Sie haben außerdem das Recht zu erfahren, wann ein Blitzer das letzte Mal geeicht wurde. Diese Informationen muss Ihnen mitgeteilt werden.

Ist die letzte Eichung zu lange her, kann auch das eine Möglichkeit sein, um eine Bußgeldzahlung zu umgehen. Können Sie nachweisen, dass Sie zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht Auto gefahren sind, wird nach Ihrem Einspruch ein Verfahren eingeleitet. In diesem können die zuständigen Beamten verhört und das Blitzgerät überprüft werden. Auch so können fehlerhafte Messungen aufgedeckt werden.