Opel Rückruf: Zu hohe Abgaswerte bei Benzinern Adam & Corsa

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Opel Rückruf: Zu hohe Abgaswerte bei Benzinern
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Bereits im Oktober vergangenen Jahres musste Opel 96.000 Fahrzeuge zurückrufen, weil sich der Verdacht auf eine Abschaltvorrichtung verhärtet hatte. Nun sollen auch die Benziner gesetzliche Stickoxid-Grenzwerte überschreiten, weil auch hier eine Steuereinheit Fehler aufweise. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind allein in Deutschland 54.126 Fahrzeuge der Modelle Adam und Corsa der Baujahre 2018 und 2019 betroffen. Die Befürchtungen sind groß, dass den Benzin-Fahrern genau dasselbe Unheil blüht wie den Haltern von Dieselfahrzeugen.

Welche Fahrzeuge sind vom Rückruf betroffen?

Der Zwangsrückruf gilt den Opel Corsa- und Adam-Modellen mit Benzinmotor der Baujahre 2018 und 2019. Speziell geht es dabei um die 1,2- und 1,4-Liter-Benziner sowie um den 1,4-Liter-LPG-Motor. Laut dem Rückruf des KBA sind deutschlandweit 54.126 Fahrzeuge betroffen. Europaweit sollen es sogar 210.000 Fahrzeuge sein, die mit der "Fehlfunktion" ausgestattet sind.

Der Rückruf wurde bereits am 8. Mai 2019 in der Rückrufdatenbank des KBA unter der Referenznummer 8643 veröffentlicht. In der Beschreibung steht lediglich, dass die Euro-6d-Temp-Grenzwerte für Stickoxide überschritten werden. Dieser Fehler soll durch ein Software-Update behoben werden. Diesbezüglich werden die Besitzer dazu aufgerufen, den Fahrzeughersteller oder eine Vertragswerkstatt zu kontaktieren.

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KBA Opel Rückruf Adam und Corsa
Screenshot Kraftfahrt-Bundesamt (www.kba-online.de Stand 20.06.2019)

Bauteil am Katalysator fehlerhaft

Anders als bei den Dieselmodellen von Opel ist der erhöhte Ausstoß von Schadstoffen bei Benzinern vor allem auf ein Bauteil zurückzuführen: die Lambda-Steuerung. Hierbei handelt es sich um eine Sonde, die vor dem Katalysator des Motors geschaltet ist und die Einspritzung von Kraftstoff und Luftzufuhr vor der Verbrennung reguliert. Die Sonde dient dazu, die Stickoxid-Werte zu drosseln, also das Verbrennungsluftverhältnis zu regulieren. Nun kam heraus, dass "die Lambdaregelung bei hohen Geschwindigkeiten nicht hinreichend robust funktioniert".  

Übersetzt heißt das: Bei höheren Geschwindigkeiten und bei Laufleistungen über 50.000 Kilometer könnten die Stickoxid-Werte den Grenzwert überschreiten. Die Lambda-Sonde kann zu diesem Zeitpunkt nicht mehr das Verhältnis zwischen Kraftstoff und Luftzufuhr exakt regulieren. Der Konzern will nun dieses Problem mit einem Software-Update lösen. 

Im Gegensatz zu den Diesel-Modellen von Opel werden die Abgaswerte also nicht auf dem Prüfstand beschönigt. Erst wenn Fahrzeuge der genannten Baureihen über eine längere Zeit fahren, kann der Ausstoß von Stickoxiden nicht mehr reguliert werden. Die Steuerung setzt immer dann aus, wenn die genannten Modelle Leistung bringen, also im Prinzip immer, wenn Sie tatsächlich fahren.

Wenn Sie sich unsicher sind, was Sie jetzt tun sollen oder darüber nachdenken, gegen Ihren Autohändler oder Opel vorzugehen, wenden Sie sich gerne an uns. Über unser Online-Formular können Sie Ihre persönliche und kostenfreie Erstberatung anfordern.

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Rückruf meines Opel-Benziners – was soll ich jetzt tun?

Zunächst ist abzuwarten, in welche Richtung sich der Rückruf entwickelt. Stand jetzt äußern sich weder Opel noch das Bundesverkehrsministerium zu dem Rückruf. Opel gab lediglich an, dass die Fehlfunktion kein sicherheitsrelevantes Problem ist und ausschließlich bei Fahrzeugen ab einem entsprechenden Kilometerstand auftreten kann.

Eine Überwachung des KBA sei laut einem Opel-Sprecher zu diesem Zeitpunkt noch nicht nötig gewesen. Durch den Rückruf des KBA wurde diese Behauptung jedoch im Nachhinein über den Haufen geworfen. 

Aktuell soll lediglich das Aufspielen eines Software-Updates Abhilfe schaffen und den Schaden beheben. Wer sich gegen das Update entscheidet, dem kann letzten Endes sogar die Stilllegung des Wagens drohen. Auf der anderen Seite sind Folgeschäden am Fahrzeug durch das Aufspielen eines Software-Updates nicht auszuschließen.

Sie Fahren einen Opel Adam oder Corsa der Baujahre 2018 bis 2019? Fordern Sie jetzt Ihre kostenfreie Erstberatung an und wir erklären Ihnen, wie Sie jetzt vorgehen sollten.

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Widerruf bei finanzierten und geleasten Opel-Fahrzeugen

Sollten Sie nicht bereit sein, dem Rückruf Folge zu leisten oder aber nach dem Update unzufrieden mit Ihrem Fahrzeug sein, können Sie Ihr Auto unter bestimmten Voraussetzungen zurückgeben und Ihr Geld zurückverlangen.

Wenn Sie Ihren PKW über einen Kredit finanziert oder geleast haben, besteht für Sie eventuell die Möglichkeit, Ihren Vertrag zu widerrufen und den Finanzierungsvertrag somit rückabzuwickeln. Das hat zur Folge, dass Sie Ihre bisher gezahlten Raten und Ihre Anzahlung erstattet bekommen. Im Gegenzug müssen Sie nur Ihren Opel an die Bank zurückgeben.

Ein Widerruf ist immer dann möglich, wenn die Widerrufsinformationen im Kleingedruckten fehlerhaft oder unzureichend sind. Wir prüfen Ihren Vertrag kostenfrei auf solche Auffälligkeiten und erklären Ihnen, wie die Chancen in Ihrem Fall stehen. Im Anschluss können Sie entscheiden, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Widerrufs beauftragen möchten. Bis dahin fallen keinerlei Kosten für Sie an.

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