Zahlreiche Golf-Fahrer erhalten derzeit Briefe von VW. Darin steht der „gut gemeinte Rat“, ein Software-Update im EA288-Motor aufspielen zu lassen. Doch was steckt dahinter?

Guter Rat oder schlechte Tat?

Die Schreiben des VW-Konzerns unter dem Aktionscode 23X4 machen stutzig. Fahrzeugbesitzern wird ans Herz gelegt, ein Software-Update aufspielen zu lassen. Dieses soll dazu dienen, Stickstoffemissionen zu reduzieren. So heißt es wörtlich:

Softwareseitig wird ein Korrekturwert während der Warmlaufphase realisiert. Ein fortschreitender Alterungsprozess des NOx Speicherkatalysator wird hierdurch berücksichtigt und auftretende Emissionen auch bei thermischer Alterung stabilisiert. Zudem wird durch die Softwareaktualisierung der Schadstoffausstoß reduziert.

Schreiben der Volkswagen-AG, Aktionscode 23X4

Stand jetzt ist davon auszugehen, dass vom Aktionscode 23X4 der Golf XII mit der Abgasnorm Euro 6 betroffen ist. In diesem Modell ist der EA288-Motor verbaut – das Nachfolgemodell des berüchtigten EA189-Motor, durch den der Abgasskandal 2015 erstmals ins Rollen kam. Aufgrund dieser Tatsache raten unsere Anwälte zu äußerster Vorsicht. Denn hinter diesem Schreiben kann sich eine erneute List der Autohersteller verstecken.

Soll der Dieselskandal 2.0 vertuscht werden?

Die Vermutung liegt nahe, dass VW durch das Update einen neuen Dieselskandal vertuschen möchte. Denn bereits 2015 gab es erste Spekulationen, dass auch im Motorenmodell EA288 unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut wurden, welche die Abgaswerte der Fahrzeuge manipuliert.

Lange Zeit passierte nichts. Im Jahr 2019 überschlugen sich dann die Ereignisse:

  • Im April 2019 veranlasste das KBA den ersten EA288-Rückruf unter dem Code 23Z7.

  • Im Oktober 2019 gab der Südwestrundfunk (SWR) bekannt, dass interne VW-Dokumente vorliegen, die bestätigen, dass sich im EA288-Motor eine illegale Abschalteinrichtung befindet.

  • Groß-Razzia: Im Dezember 2019 durchgesuchte die Staatsanwalt Braunschweig die Geschäftsräume des VW-Konzerns in Wolfsburg.

Seitdem sind zahlreiche Klagen vor den deutschen Gerichten anhängig. Darüber hinaus gibt es bereits verbraucherfreundliche Urteile im Abgasskandal, die keinen Zweifel daran lassen, dass VW und Co. weiter betrogen haben.

Am 19. März 2020 verurteilte das Landgericht Regensburg VW wegen der Abgasmanipulation in einem mit EA288-Motor ausgestattetem Fahrzeug. In dem Urteil heißt es überzeugend:

Die streitgegenständliche Programmierung ist gesetzeswidrig. […] Sie setzt eine zu einem geringeren Stickoxidausstoß führende, ausschließlich für den Prüfstand bestimmte Programmierung der Motorsteuerung für den Fahrbetrieb auf der Straße außer Kraft, mit der Folge, dass der Stickoxidausstoß im Fahrbetrieb auf der Straße höher ist als auf dem Prüfstand.

Landgericht Regensburg, Urteil vom 19. März 2020, Az. 73 O 1181/19

Die Erfahrungen zeigen: ohne Prüfung lieber kein Software-Update

Software-Updates haben in der Vergangenheit vermehrt zu großen Problemen und Gefahren geführt. Einige unserer Mandanten berichteten davon, dass ihr Fahrzeug mehr verbraucht, das Getriebe ruckelt oder sich das Fahrzeug beim Fahren sogar ganz abschaltet.

Auch der naheliegende Verdacht, dass sich dahinter eine Fortsetzung des Dieselskandals versteckt, gibt weiteren Anlass dazu, das Update nicht aufspielen zu lassen. Denn dadurch könnte VW möglicherweise Manipulations-Beweise vernichten, die für einen erfolgreichen Rechtsstreit Gold wert sind.

Bevor Sie also dem Schreiben von VW nachgeben, sollten Sie Ihren Fall unbedingt vorab von uns kostenfrei prüfen lassen. Wir sagen Ihnen, ob auch Sie Ansprüche gegen VW haben und ob Sie das Update durchführen lassen sollten, oder nicht.

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