Carsharing - Bußgelder & Gebühren

Wer kein eigenes Auto hat, teilt sich eins. Doch auch mit einem Gemeinschaftsauto gerät man in Verkehrskontrollen, fährt in einen Blitzer oder verursacht einen Unfall. Was in solchen Fällen auf Sie als Carsharing-Kunde zukommen kann, klären wir im folgenden Beitrag.

Carsharing: Was steckt dahinter und wie funktioniert's?

Übersetzt ins Deutsche bedeutet der Begriff "Carsharing" nichts anderes, als sich ein Auto zu teilen. Das Modell ist schnell erklärt. Carsharing-Unternehmen stellen ihren Kunden Autos zur Verfügung, die vor allem in Großstädten in einer großen Anzahl zu finden sind. Diese können vom Kunden genutzt werden, um von A nach B zu kommen. Vorrangig nehmen Personen diese Dienstleistung in Anspruch, die zwar einen Führerschein aber kein eigenes Auto besitzen.

Um Kunde zu werden, registriert man sich in den meisten Fällen online bei einem Carsharing-Anbieter. Nach der Registrierung wird in der Regel eine Identitätsprüfung verlangt. Hierfür müssen Sie als potentieller Kunde persönlich bei der jeweiligen Filiale vorbeikommen.

Erst dann wird ein Universalschlüssel, oftmals eine Chipkarte, übergeben. Damit lassen sich die Autos aus der zugehörigen Flotte öffnen, starten und auch abschließen. Am Ende der Fahrt wird das Fahrzeug abgestellt und ist für den nächsten Kunden nutzbar. Je nach Carsharing-Modell muss das Fahrzeug dann wieder an der Abholstation (stationsbasiert) oder innerhalb eines bestimmten Gebietes (free-floating) geparkt werden.

Wie beliebt das Carsharing-Modell ist, zeigt der Aufwärtstrend der letzten Jahre. Laut Statistik des Bundesverband Carsharing ist die Anzahl der registrierten Carsharing-Nutzer auf 2,11 Millionen gestiegen. Damit hat sich der Kundenkreis seit 2015 sogar mehr als verdoppelt.

carsharing

Falsch-Parken, Radarfalle und Co. – Wie läuft das Bußgeldverfahren beim Carsharing ab?

Egal, ob Sie falsch geparkt haben, zu schnell gefahren sind oder am Steuer telefoniert haben – auch mit einem Carsharing-Auto ziehen Ordnungswidrigkeiten einen Bußgeldbescheid mit sich.

Der große Unterschied zu einer Fahrt mit Ihrem Privatauto ist jedoch, dass Sie den Bußgeldbescheid nicht auf direktem Wege erhalten. Dieser macht nämlich einen Schlenker über den Carsharing-Anbieter, der Ihnen den Bescheid dann weiterleitet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass einige Tage ins Land ziehen können, bevor Sie den Bescheid überhaupt erhalten.

Die Gefahr ist also ziemlich groß, dass die Einspruchsfrist gegen den Bußgeldbescheid von 14 Tagen bereits abgelaufen ist. Wenn Sie jedoch auf Ihr Recht auf Einspruch bestehen wollen, müssen Sie die "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" beantragen. Sie sind gut damit beraten, wenn Sie für die Beantragung einen Anwalt zu Rate ziehen.

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Wie hoch sind die Bußgelder?

Die Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten richten sich wie bei einem "normalen" Auto nach dem Bußgeldkatalog. Das heißt, wenn Sie beispielsweise außerorts 35 km/h zu schnell gefahren sind, erwartet Sie eine Geldbuße von 120 Euro, 1 Punkt in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot.

Doch dabei bleibt es in der Regel nicht. Denn das Carsharing-Unternehmen wird Ihnen darüber hinaus auch noch Gebühren für die Bearbeitung des Bußgeldbescheides in Rechnung stellen. Wie hoch die Bearbeitungsgebühr ausfällt, lässt sich pauschal nicht sagen. Sie können aber davon ausgehen, dass in diesem Fall ein Betrag in Höhe von 5 bis 20 Euro auf Sie zukommen wird.

Auch wenn Sie falsch geparkt haben, wird eine Gebühr erhoben. Zu rechnen ist in einem solchen Fall mit etwa 10 Euro Bearbeitungsgebühr. Scheint auf Anhieb nicht viel Geld zu sein. Geht man aber davon aus, dass Sie mit einem kleinen Knöllchen davongekommen sind und 10 Euro Bußgeld bezahlen müssen, zahlen Sie letztlich das Doppelte.

Richtig teuer wird es dann, wenn das Fahrzeug abgeschleppt werden muss. Neben der ohnehin schon saftigen Rechnung vom Ordnungsamt, verlangt auch hier der Anbieter zusätzliche Gebühren. Diese bewegen sich in der Regel zwischen zusätzlichen 50 bis 60 Euro.

Fahren darf in der Regel nur der Vertragspartner

Begehen Sie nicht den Fehler und lassen Sie eine andere Person fahren, die nicht dazu berechtigt ist. Denn das kann in den meisten Fällen kostspielige Folgen haben. Wenn beispielsweise der Anbieter car2go jemanden am Steuer erwischt, der nicht der Mieter ist, wird eine Gebühr von 1.000 Euro vom Kunden verlangt.

Carsharing und der Versicherungsschutz

Der Versicherungsschutz ist in den meisten Fällen bereits in den jeweiligen Tarifen enthalten. Das heißt, Sie als Kunde sind bereits über den Anbieter haftpflicht- sowie kaskoversichert (Teil- oder Vollkasko), falls ein selbstverschuldeter Schaden am Auto entsteht.

Was viele Kunden im Vorfeld jedoch nicht wissen, ist, dass die Carsharing-Anbieter Selbstbeteiligungen verlangen. Je nach Anbieter können diese unterschiedlich hoch sein. Ist beispielsweise die Selbstbeteiligung auf 900 Euro angesetzt, müssen Sie bei einem selbstverschuldeten Schaden bis zu diesem Betrag die Kosten übernehmen.

Erst die Kosten, die über die Selbstbeteiligung hinausgehen, werden dann von der Versicherung Ihres Anbieters übernommen. Oftmals besteht auch die Möglichkeit, die Selbstbeteiligung gegen Gebühr runterzusetzen. Ob sich die Reduzierung der Selbstbeteiligung lohnt, muss jeder Fahrer für sich selbst entscheiden und die Risiken abwägen.

Wo greift der Versicherungsschutz nicht?

Auch hier gibt es keine pauschalen Angaben. In der Regel können Sie aber davon ausgehen, dass der Versicherungsschutz in folgenden Fällen entfällt:

  • bei unerlaubten Fahrten in das Ausland
  • wenn eine andere Person als der Mieter am Steuer saß
  • wenn ein Schaden durch eine Straftat, beispielsweise durch Steuer am Alkohol herbeigeführt wurde

Schauen Sie in die AGB´s

Um zu wissen, welche Risiken Sie eingehen, wann der Versicherungsschutz gilt und mit welchen Gebühren Sie rechnen müssen, ist ein Blick in die AGB notwendig. Vor allem beim Versicherungsschutz ist Vorsicht geboten. Denn dieser kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich gestaltet sein. 

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