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# Illegale Online-Casinos: Erstes OLG stellt sich auf Verbraucherseite
Online Glücksspiel war in Deutschland bis Juli 2021 grundsätzlich illegal. Wer Verluste machte, hatte daher unter einigen Umständen Anspruch auf Rückerstattung – auch wenn die Teilnahme selbst illegal war. Nun hat sich das erste Oberlandesgericht hierzu mit positiven Nachrichten für Betroffene gemeldet.
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## OLG Hamm: Geld zurück vom Online-­Casino
Auch wenn die Werbung für Anbieter wie Mr Green, 888 oder Hyperino allgegenwärtig erschien, waren **Online-Casinos in Deutschland lange Zeit grundsätzlich und bis auf wenige Ausnahmen verboten**. Für Spieler:innen, die bei diesen illegalen Glücksspielen Verluste gemacht haben, besteht daher ein **Anspruch auf Entschädigung**. Nachdem sich in erster Instanz bereits einige Landesgerichte auf Verbraucherseite gestellt hatten, positionierte sich nun auch erstmals ein Oberlandesgericht zur Thematik.
Der Kläger hatte erhebliche Verluste bei einem Online-Casino in Höhe von rund 290.000 Euro erlitten. Vor dem Landgericht hatte er noch eine Niederlage erlitten, aber das **OLG Hamm widersprach der Einschätzung** der Vorinstanz eindeutig (Urteil vom 12. November 2021, Az. I-12 W 13/21).
Konkret kam es noch zu keinem Urteil, da es lediglich um die **Gewährung von Prozesskostenhilfe** für den Kläger ging. Doch diese sei zu gewähren, so das OLG Hamm, und zwar u. a. aus folgenden Gründen:
- Weil Online-Casinos in Deutschland verboten waren, bestehe ein **Anspruch auf Rückerstattung** der Verluste.
- Dem Erstattungsanspruch des Klägers **stehe nicht entgegen, dass die Teilnahme illegal** war.
- Die Klage sei **nicht rechtsmissbräuchlich**.
Der Fall wurde zur Entscheidung zurück an das Landgericht verwiesen. Auch vom Oberlandesgericht München wird eine ebenfalls verbraucherfreundliche Entscheidung in einem ähnlichen Fall erwartet. Die Aussichten auf eine erfolgreiche [**Rückerstattung von Glücksspielverlusten**](/schlagzeile/online-casinos-muessen-gluecksspiel-einsaetze-erstatten) im Online-Casino sind daher **aktuell sehr positiv.**

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 Gut zu wissen

### Online-­Casinos in Deutschland seit Juli 2021 legal
Am 1. Juli 2021 trat ein überarbeiteter Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, der für ganz Deutschland gilt. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Online-Glücksspiel lediglich in Schleswig-Holstein erlaubt. Über das neue Gesetz können Anbieter:innen eine offizielle deutsche Glücksspiel-Lizenz erwerben. Vom Vertrag sind jedoch Tischspiele wie Poker und Roulette weiterhin ausgeschlossen.

## Klage­welle rollt weiter
Im betreffenden Fall vor dem OLG Hamm hatte das zuständige Landgericht zunächst geurteilt, dass zwar grundsätzlich ein Rückzahlungsanspruch bestehe, dessen **Geltendmachung jedoch rechtsmissbräuchlich** sei. Dies ließ das Oberlandesgericht Hamm nicht so stehen. Und mit dieser Entscheidung ist das OLG auch **nicht alleine**: Zahlreiche andere Landgerichte (LG), wie die LG Gießen, Coburg, Aachen, Köln u. v. m., bestätigten Kläger:innen bereits einen **Anspruch auf Rückerstattung der Verluste**. Weitere Prozesse werden erwartet.
Viele der verurteilten Anbieter besaßen keine deutsche Lizenz, sondern oft eine aus Malta, der europäischen Hochburg des Online-Glücksspiels. In Deutschland konnten bis zum Juli 2021 aber **nur Unternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein** legal Lizenzen erwerben.
Verluste können **rückwirkend bis zu drei Kalenderjahre** zurückgefordert werden. Stand 2022 würde das also für Verluste ab dem Januar 2019 gelten.
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