Werfen Sie das Backpapier in die Altpapiertonne? Dann haben Sie ordnungswidrig gehandelt! Falsche Mülltrennung ist die beliebteste Verfehlung der Deutschen. Wir zeigen Ihnen, wie schnell Ihnen so etwas teuer zu stehen kommen kann.

Richtig trennen – eine Kunst für sich

Das sogenannte „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ (KrWG) besagt, dass falsch oder nicht getrennter Müll ordnungswidrig ist – und das gilt bundesweit. Wie hoch die Strafen ausfallen, entscheiden jedoch Länder und Kommunen jeweils unterschiedlich. Wer etwa in Brandenburg Pappbecher, Taschentücher oder Ähnliches falsch sortiert, kann mit einem Bußgeld von bis zu 15 Euro rechnen. In Hamburg muss man da schon tiefer in die Tasche greifen: Bananenschalen oder Zigarettenasche in der gelben Tonne können dann schon mal 70 Euro kosten.

Parks und Wälder sind keine Mülleimer

Sommerzeit ist Parkzeit! Beim Grillen oder Picknicken mit Freunden und Familie fällt auch außerhalb der vier Wände schnell Müll an. Nach § 69 Absatz 1 KrWG handelt derjenige vorsätzlich fahrlässig, der seinen Müll achtlos auf Wald und Wiese verteilt.

Weggeworfene Verpackungen und Ähnliches können auf weiter Flur schnell 100 Euro kosten. Handelt es sich dabei auch noch um scharfkantige Gegenstände wie Glas oder ätzende Flüssigkeiten, ist man schnell bei 300 Euro. Und Rauchen bei Waldbrandgefahr? Wer mit dem Glimmstängel im Wald zündelt, kann mit einer saftigen Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Achtung Straftat!

Wer die gelbe mit der schwarzen Tonne verwechselt, begeht lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Falsch entsorgte Abfälle machen vor allem dann Probleme, wenn diese giftig sind und zulasten der Umwelt entsorgt werden. Dann drohen hohe Strafen. Nach § 326 Strafgesetzbuch (StGB) kann nicht fachgerecht entsorgter giftiger Abfall eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Wer zum Beispiel dabei erwischt wird, wie er altes Maschinenöl oder andere Giftstoffe achtlos im nächsten Kiefernwald entsorgt, kann mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Zugegeben: Die sachgerechte Mülltrennung kann nicht immer und zu jeder Zeit kontrolliert werden. Meist zeigt aber spätestens die städtische Müllabfuhr, dass was faul ist. Unter Umständen darf diese den Müll getrost beim Kunden lassen, z.B. wenn:

  • der Müll falsch getrennt wurde

  • der Müll achtlos in die Tonne gepresst wurde

  • die Tonne überquillt

  • oder die Tonne zu schwer ist.

Vom Süden bis zur Küste: So viel kann es kosten

Im Groben wird beim Haushaltsabfall zwischen dem alltäglichen Küchenabfall und dem Sondermüll unterschieden. In Deutschland ist Mülltrennung Ländersache. Während der falsch entsorgte Biomüll in Bayern 20 Euro kostet, kann derselbe in Hamburg bis zu 70 Euro kosten. Die Tabelle zeigt Ihnen, was Sie wo zahlen müssen:

Bundesländer

Strafen für falsch entsorgten Hausmüll, Flüssigkeiten und Geschirr bis 0,5 Kilogramm/ Liter

Strafen für falsch entsorgte scharfkantige Gegenstände und ätzende Flüssigkeiten

Strafen für falsch entsorgte Gegenstände ab 0,5 Kilogramm/ Liter

Baden-Württemberg

10 bis 75 Euro

25 bis 100 Euro

75 bis 500 Euro

Bayern

20 bis 35 Euro

35 bis 80 Euro

35 bis 320 Euro

Berlin

30 bis 35 Euro

k.A.

k.A.

Brandenburg

15 bis 20 Euro

20 bis 50 Euro

20 bis 200 Euro

Bremen

20 bis 25 Euro

20 bis 250 Euro

25 bis 1.000 Euro

Hamburg

35 bis 100 Euro

75 bis 300 Euro

120 bis 600 Euro

Hessen

10 bis 20 Euro

20 bis 100 Euro

20 bis 1.500 Euro

Mecklenburg-Vorpommern

5 bis 20 Euro

15 bis 150 Euro

15 bis 5.000 Euro

Niedersachsen

10 bis 80 Euro

50 bis 100 Euro

50 bis 1.000 Euro

Nordrhein-Westfalen

10 bis 80 Euro

k.A.

25 bis 510 Euro

Rheinland-Pfalz

10,23 bis 76,96 Euro

20,45 bis 102,26 Euro

25,56 bis 511,29 Euro

Saarland

10 bis 200 Euro

25 bis 150 Euro

25 bis 500 Euro

Sachsen

10 bis 50 Euro

25 bis 200 Euro

20 bis 120 Euro

Sachsen-Anhalt

k.A.

k.A.

k.A.

Schleswig-Holstein

10 bis 20 Euro

20 bis 50 Euro

20 bis 200 Euro

Thüringen

10 bis 20 Euro

20 bis 100 Euro

20 bis 1.500 Euro