So oder ähnlich äußern sich viele Betroffene, die sich auf ein Swap-Geschäft eingelassen haben, wenn sie erfahren, dass sie im Grunde eine „Wette“ mit ihrer Bank oder Sparkasse abgeschlossen haben, bei der sie von vornherein der Verlierer waren. Das tatsächliche Risiko eines Swaps und der drohende Schaden ist den meisten Betroffenen gar nicht bewusst, mussten sie doch bei Zeichnung nie einen Cent ihres eigenen Vermögens einsetzen. Das böse Erwachen steht ihnen am Ende der Laufzeit noch bevor.

Achtung Ärzte und Mittelständler!

Neben Kommunen wurden besonders Ärzten und auch Mittelständlern Swaps vermittelt. Vor allem junge Ärzte warb die Bank damit, dass dieses ihnen meist völlig unbekannte Finanzprodukt ihre bestehende Praxisfinanzierung „optimal ergänzen“ würde. Ihnen wurden z.B. Zins-Swaps auf verschiedene Währungen (tschechische Krone, britisches Pfund, Schweizer Franken, südafrikanischer Rand, isländische Krone oder türkische Lira) verkauft, die mittlerweile einen negativen Marktwert, also eine Zahlungsverpflichtung des Kunden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aufweisen.
So wie Patienten ihren Ärzten vertrauen, so vertrauten auch die Ärzte ihren Bankberatern. Während man aber Ärzten unterstellen kann, dass sie das Beste für ihre Patienten unternehmen und kein unvertretbares Risiko eingehen, haben Banken und Sparkassen Swap-Geschäfte oft mit „tödlichem Risiko“ für ihre Kunden konzipiert und sie darüber bewusst im Unklaren gelassen.

Immer wieder das gleiche Schema

Die Bank bot ihrem „guten Kunden“ einen ihrer Swaps (Cross-Currency-Swap, Constant-Maturity-Swap, Spread-Ladder-Swap, Balanced-Currency-Harvest-Swap, Credit Default Swap, Equity Swap, Total Return Swap oder Total Rate of Return Swap und viele andere mehr) an, ohne verständlich Wesen, Struktur und Funktion des Swaps im Allgemeinen und des angebotenen Swaps im Konkreten erklärt zu haben. So wurde er auch nicht darüber aufgeklärt, dass bei diesem Geschäft das überwiegende Verlustrisiko auf seiner Seite liegt, während die Bank einen absolut sicheren und einträglichen Abschluss tätigt. Inzwischen haben immer mehr Gerichte und kürzlich auch der BGH erkannt, dass es sich bei Swaps um hoch spekulative Finanzgeschäfte mit einem teilweise unbegrenzten Verlustrisiko für den Vertragspartner der Bank handelt.

Zum Verlustrisiko

Der Verlustrahmen eines Swapgeschäftes, bei dem Zahlungsverpflichtungen ausgetauscht werden, ist für einen Privatkunden kaum überschaubar. Durch Hebelwirkungen, Währungskurs- oder Zinssatzdifferenzen kann es bei Swapgeschäften zu außergewöhnlich hohen Verlusten kommen. Dies alles ist der Bank, die den Swap in ihrer eigenen Financial-Engineering-Abteilung konzipiert hat, bestens bekannt – dem Kunden hingegen nicht. Eine ordnungsgemäße Beratung muss daher immer die bestehende Informationsasymmetrie zwischen der Bank und dem Kunden vollständig ausgleichen. Dies setzt eine Aufklärung über die Verlustrisiken des konkreten Produktes voraus. Bei vielen Swaps sind diese der Höhe nach unbegrenzt, das heißt, der Vertragspartner der Bank setzt mit Zeichnung eines solchen Swaps sein gesamtes privates Vermögen aufs Spiel. Derartige Risiken dürfen nicht als lediglich theoretisch verharmlost werden. Auch muss dem Kunden verdeutlicht werden, dass eine Beherrschung des Risikos aus dem Swap während der Laufzeit regelmäßig nur mit einem professionellen Risikomanagement möglich ist, das dem Kunden in aller Regel nicht zur Verfügung steht.

Schadenersatz wegen Falschberatung

So kompliziert Wesen, Struktur und Funktion eines Swaps im Einzelnen sind, so einfach sind die Anforderungen an die Beratung eines Bank- bzw. Sparkassenkunden kurz und bündig zu formulieren:

  • Ohne den Swap im Detail zu verstehen, muss dem Kunden vermittelt werden, dass es sich dabei um ein Spekulationsgeschäft handelt, bei dem er ggf. alles verlieren kann.
  • Der Kunde muss darüber informiert werden, dass es bei diesem Geschäft eine einseitige Risikoverteilung zu seinen Lasten gibt.
  • Keinem Kunden darf ein Swap angeboten werden, der Sicherheit und Vorsorge wünscht oder aber auf Sicherheit und Vorsorge angewiesen ist.

Dem Finanzinfarkt zuvorkommen

Auch wenn der Schaden erst am Ende der Laufzeit des Swaps konkret feststeht, so ist es dringend geboten, frühzeitig zu prüfen, ob Rückabwicklungsansprüche bestehen. Dies ist deshalb wichtig, da bestimmte Verjährungsfristen bereits mit Abschluss des Swaps zu laufen beginnen.

Höhere Erfolgsaussichten mit Gutachten

Swap-Geschäfte zu durchschauen, ist auch für Richter nicht einfach. Nicht zuletzt deshalb arbeitet unsere Kanzlei erfolgreich mit erfahrenen Finanzanalysten zusammen, die in der Lage sind, den anfänglichen negativen Marktwert eines Swap-Produktes zu ermitteln. Steht fest, dass der Kunde über ihn nicht aufgeklärt worden ist, stehen ihm regelmäßig Schadenersatzansprüche zu – gerichtet auf die vollständige Rückabwicklung und die Freistellung von allen Verbindlichkeiten.

Referenz

Wir sind eine von der „Wirtschaftswoche“ ausgewiesene „Top-Anlegerschutzkanzlei“. Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht betreuen seit Jahren geschädigte Anleger sowohl außergerichtlich als auch vor den Gerichten mit Erfolg.
Wir veröffentlichen regelmäßig in der Fachpresse zur Anlageberatung und zur Verjährung.

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