Wenn der Sturm den Arbeitsweg erschwert: Das müssen Arbeitnehmer wissen

Wenn der Sturm den Arbeitsweg erschwert: Das müssen Arbeitnehmer wissen

Die Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia sorgten Mitte Februar 2022 für starke Orkanböen. Bevor man sich durch das Wetterchaos kämpft, stellt man sich als Arbeitnehmer:innen zu Recht die Frage: Muss ich trotz extremer Wetterlage zur Arbeit? Und was, wenn ich gar nicht hinkomme?

Muss ich trotz Sturm zur Arbeit kommen?

Grundsätzlich sind Sie als Arbeitnehmer:in selbst dafür verantwortlich, pünktlich auf der Arbeit zu erscheinen – egal, ob es regnet, hagelt oder stürmt. Auch bei Zugausfällen und Stau müssen Sie vorab mehr Zeit einplanen, da Sie das sogenannte Wegerisiko tragen.

Wenn das Wetterchaos allerdings besonders verheerend, gibt der deutsche Wetterdienst eine amtliche Wetterwarnung heraus. Ihnen kann dann nicht zugemutet werden, dass Sie sich aufgrund von umstürzenden Bäumen und umherfliegenden Gegenständen einer Lebensgefahr aussetzen. In solchen Fällen liegt eine „begründete Arbeitsverhinderung“ vor.

Mit und ohne Wetterwarnung gilt jedoch, dass Sie für keinen Lohn verlangen können, wenn Sie nicht gearbeitet haben. Haben Sie sich verspätet, müssen Sie die Arbeitszeit nacholen.

Kommunikation mit dem Arbeitgeber!

Auch wenn bei Ihnen eine „begründete Arbeitsverhinderung vorliegt“, sollten Sie nicht kommentarlos Ihre Arbeit für den Tag niederlegen. Geben Sie Ihrem Arbeitgeber rechtzeitig Bescheid, dass Sie nicht auf der Arbeit erscheinen können.

Vielleicht ist es auch möglich, den Tag kurzfristig im Homeoffice zu arbeiten oder einen Urlaubstag zu nehmen. Viele Arbeitgeber:innen sind in solchen Situationen sehr kulant.

Muss ich Angst haben vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen?

Ist das Unwetter plötzlich gekommen oder konnten die Ausmaße so nicht erwartet werden, müssen Sie keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen fürchten. Sie sollten allerdings immer rechtzeitig Bescheid geben, dass Sie sich verspäten oder es nicht zur Arbeit schaffen.

Bestehen die Einschränkungen durch den Sturm allerdings schon mehrere Tage, sodass Sie sich darauf hätten einstellen müssen, dann kann Sie Ihr:e Arbeitgeber:in unter Umständen abmahnen. Wurde Sie schon mehrfach abgemahnt, weil Sie witterungsbedingt nicht zur Arbeit erschienen sind, kann sogar eine Kündigung möglich sein.

Ihnen droht eine Kündigung, weil Sie aufgrund des Sturms nicht zur Arbeit erschienen? Dann rufen Sie unser Arbeitsrechtsteam an und lassen Sie sich kostenlos erstberaten!