Wegen „Irreführung“: Verbraucherzentrale mahnt Allianz ab

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Lebensversicherung: Irreführung Allianz
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Die Allianz Lebensversicherung wimmelt ihre Kunden ab – und das laut der Verbraucherzentrale in Hamburg zu Unrecht. Konkret geht es darum, dass die Allianz sich weigert, Versicherungsverträge rückabzuwickeln, obwohl Verbraucher falsch über ihr Widerspruchsrecht belehrt wurden. Deswegen hat die Verbraucherzentrale die Allianz nunmehr wegen „Irreführung“ abgemahnt. Inwiefern die Allianz auf die Abmahnung reagieren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ein weiterer Schritt in Richtung Verbraucherschutz ist getan.

Anstatt Kündigung: Kunden wollen Verträge rückabwickeln

Niedrigzinsen, sinkende Renditen und hohe Kosten – die Berichterstattungen der letzten Jahre über die private Lebensversicherung sehen oft negativ aus. Viele Versicherungsnehmer sehen sich daher oft dazu gezwungen, ihre Versicherung zu kündigen. Der Kunde kann im Falle einer Kündigung jedoch lediglich den sogenannten Rückkaufswert erwarten. Das bedeutet, dass die Versicherung zwar das eingezahlte Geld zurückgibt, davon jedoch sehr hohe Abschluss- und Vertriebskosten abgezogen werden. In der Regel ein Verlustgeschäft.

Viele Versicherungsnehmer wissen nicht, dass es meist eine bessere Alternative zur Kündigung gibt: Den Widerspruch. Der Kunde erhält im Regelfall seine eingezahlten Prämien plus Zinsen zurück. Im Endeffekt kann das 30 % mehr Geld für den Versicherungsnehmer bedeuten.

Mehr zum Widerspruch Lebensversicherung →

Deswegen mahnt die Verbraucherzentrale ab

Auch die Kunden der Allianz nutzen den Widerspruch und wollen ihren Vertrag aufgrund von fehlerhaften Belehrungen rückabwickeln. Doch anstatt der geforderten Leistungen erhielten die Allianz-Kunden Ablehnungsschreiben. So heißt es laut Verbraucherzentrale in einem Ablehnungsschreiben der Allianz:

Wir haben Ihnen mit der Police die vertragsbezogenen Versicherungsbedingungen und die weiteren Verbraucherinformationen übersandt und Sie ordnungsgemäß über Ihr Widerspruchsrecht belehrt. (…) Die von Ihnen begehrte Rückzahlung der Beiträge müssen wir daher ablehnen.

Die Verbraucherzentrale in Hamburg hat aufgrund dieser Ablehnungsschreiben die Allianz abgemahnt und warf dem Großkonzern „Irreführung“ vor. Dreh- und Angelpunkt war an dieser Stelle eine umstrittene Widerspruchsbelehrung, die schlussendlich vom Bundesgerichtshof (BGH), Deutschlands oberstem Gericht, als unwirksam erklärt wurde (Az. IVZR 386/13).

Warum unwirksam? Seit dem 8. Dezember 2004 hat ein Kunde 30 Tage Zeit für seinen Widerspruch. Vor diesem Zeitraum galt eine Frist von 14 Tagen. Einige Versicherungsunternehmen haben die Änderung jedoch zu spät umgesetzt. Deswegen kann es vorkommen, dass in manchen Verträgen noch eine Widerspruchszeit von lediglich 14 Tagen eingeräumt wurde. In einigen Versicherungsverträgen ist außerdem von einem Monat die Rede.

Diese Aussage ist jedoch sehr irreführend. Denn bei einem Monat kann von 31, 28 bzw. 29 Tagen die Rede sein. Ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer kann hier nicht genau festlegen, nach wie vielen Tagen die Widerspruchsfrist tatsächlich verstreicht. Somit ist die Widerspruchsbelehrung fehlerbehaftet. Das führt schlussendlich dazu, dass die Kunden ihren Versicherungsverträgen widersprechen können – auch nachträglich.

Das folgende Beispiel der Allianz zeigt, dass hier der gleiche Fehler gemacht worden ist:

Lebensversicherung: Formfehler Allianz
Beispiel: Allianz

Die Allianz ist kein Einzelfall

Doch nicht nur die Allianz ignoriert die geltenden Urteile des BGH. Auch die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG und die neue leben Lebensversicherung AG wurden bereits aus demselben Grund von der Verbraucherzentrale abgemahnt. Allgemein spricht die Verbraucherzentrale davon, dass die "Abwimmmelschreiben" ein "schlechtes Licht auf die gesamte Versicherungsbranche" werfen.

Widerspruch statt Kündigung: Wir helfen bei Problemen

Auch wir sind der Überzeugung, dass die Versicherungen in vielen Fällen Verbraucherrechte aushebeln und ignorieren. Fest steht, dass ein großer Teil der zu den Versicherungsverträge gehörenden "Widerspruchsbelehrungen" nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Das schließt Versicherungsverträge ein, die seit 1991 bis zum heutigen Tage abgeschlossen worden sind. Eine fehlerhafte Widerspruchsbelehrung führt dazu, dass die Frist nie angefangen hat zu laufen. Deshalb ist ein Widerspruch in diesen Fällen auch heute noch möglich. Das gilt ebenso für Kunden, deren Versicherungsverträge bereits ausgelaufen sind oder gekündigt wurden.

Bei einem erfolgreichen Widerspruch bzw. Rückabwicklung erhält der Kunde in der Regel seine eingezahlten Beiträge plus Zinsen zurück. Der Erstattungsbetrag aus einer Rückabwicklung ist daher in den meisten Fällen deutlich höher als der Rückkaufswert bei einer Kündigung. Das folgende Beispiel veranschaulicht, wie viel mehr Geld der Kunde bei einem Widerspruch herausholen kann.

Lebensversicherung: Rechenbeispiel

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