Das Mutterschutzgesetz wurde den veränderten Bedingungen und Anforderungen der Arbeitswelt angepasst: So gilt das Mutterschutzgesetz nun auch für Schülerinnen und Studentinnen. Viele Neuerungen bringen Vorteile für die Schwangeren und neue Pflichten für den Arbeitgeber. Lesen Sie hier, was unsere Anwältin Kaja Keller in einem Interview mit der dpa, der Deutschen Presse-Agentur, über alle Neuerungen, die mit dem Jahreswechsel auf werdende Mütter und ihre Arbeitgeber zukommen, anmerkt.

Mutterschutz 2018 - eine Neubewertung von Schwangerschaft

Aus Sicht unserer auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwältin Kaja Keller zeigen die Veränderungen im Mutterschutzgesetz auch eine veränderte Bewertung der Schwangerschaft. "Schwangerschaft wird nun nicht mehr als Krankheit bewertet. Das bedeutet auch, dass in bestimmten Berufsgruppen nicht immer reflexartig ein Beschäftigungsverbot verhängt werden muss", sagt Rechtsanwältin Kaja Keller. Sie findet, dass die Neuerungen den Schwangeren mehr Möglichkeiten eröffnen: "Wenn die Schwangere und der Arbeitgeber möchten und der Arzt dies für unbedenklich hält, kann sie weiter arbeiten. Das kann auch für den Arbeitgeber gut sein. Seine Angestellte fällt dann eventuell nicht mehr so früh oder so häufig aus."

Übergangsfristen gibt es bei den neuen Regeln des Mutterschutzgesetzes nicht. Stichtag ist der 1. Januar 2018. Von diesem Zeitpunkt an gelten die neuen Regelungen für alle Schwangeren.

Generell geht es in dem Gesetz aus meiner Sicht darum, Schwangerschaft nicht mehr als Krankheit zu sehen.

Rechtsanwältin Kaja Keller im Interview mit der dpa, Deutsche Presse-Agentur

Das sind die Änderungen im Mutterschutz 2018

Ausweitung des Personenkreises

Vom 1. Januar 2018 an werden auch Schülerinnen und Studentinnen geschützt. Ganz praktisch bedeutet es für diese Frauen, dass sie weiterhin zur Schule oder in die Uni gehen können, aber von Klausuren befreit sind. Anwältin Kaja Keller sieht darin eine Art "Teilschutz". Weiterhin nicht unter den Mutterschutz fallen freiberuflich arbeitende Frauen, Frauen in der Position einer Geschäftsführerin einer GmbH und Hausfrauen.

Arbeitsplatz muss begutachtet werden

Der Arbeitgeber muss bis Ende 2018 jeden Arbeitsplatz untersuchen, ob dieser auch sicher genug ist, dass dort eine Schwangere arbeiten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob an dem Arbeitsplatz momentan eine Frau oder ein Mann arbeitet. "Für den Arbeitgeber bedeutet das natürlich einen großen Aufwand. Die Schwangere und ihr Schutz profitieren davon aber deutlich", ist sich Keller sicher.

Ebenso soll die Schwangere vor dem Arbeiten unter Druck geschützt werden: Ob diese Regelungen nur die Akkordarbeit meinen oder andere Formen wie Fließbandarbeit oder genereller Zeitdruck gemeint sind, müssen die Gerichte noch klären.

Sonn- und Feiertagsarbeit, sowie Nachtarbeit

Nachtarbeit nach 22 Uhr bleibt weiterhin verboten. Schwangere dürfen nun auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten, allerdings nicht alleine. Ebenfalls darf die Schwangere zwischen 20 und 22 Uhr arbeiten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Schwangere, ihr Arzt und die zuständige Aufsichtsbehörde ihre Zustimmung geben.

Haben Sie Zweifel, ob auch Sie von den neuen Regeln des Mutterschutzgesetzes profitieren? Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung und lassen Sie sich über Ihre Rechte als Schwangere aufklären.

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Was regelt der Mutterschutz im Allgemeinen?

Das Gesetz zum Schutz der Mutter regelt, wie lange und unter welchen Umständen eine Schwangere arbeiten darf. Das Gesetz regelt ebenfalls, wann die Schwangere nicht mehr arbeiten darf. Das Mutterschutzgesetz schützt die Schwangere vor Kündigung vor und auch nach der Geburt. Somit soll das Mutterschutzgesetz auch für eine finanzielle Absicherung und den Erhalt des Arbeitsplatzes der Frauen sorgen.

Zum Fachartikel: Mutterschutz: Rechte und Pflichten einer Schwangeren → 

Was passiert, wenn sich der Arbeitgeber nicht an die Mutterschutz-Vorschriften hält?

Immer dann, wenn der Arbeitgeber sich nicht an die Regeln und Pflichten, die aus dem Mutterschutzgesetz resultieren, hält, drohen ihm Strafen - in Form einer Geldzahlung oder Freiheitsentzug. Ein Arbeitgeber, der sich nicht an die Regeln hält, muss mit einer Geldbuße rechnen. Der Arbeitgeber, der vorsätzlich und fahrlässig gegen diese Regelungen handelt, muss sogar mit Freiheitsstrafen oder Geldstrafe rechnen.

Haben auch Sie einen Arbeitgeber, der sich nicht an die Spielregeln hält? Nutzen Sie unser Online-Formular und schildern Sie uns Ihren Fall. Unsere auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwälte melden sich umgehend bei Ihnen.

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