Ein Alptraum! Der Wagen ist brandneu und schon passiert der Unfall. Kann der unverschuldete Halter nun vom Verursacher den vollen Kaufpreis fordern? Der Bundesgerichtshof sagt: “Ja”, jedoch unter bestimmten Voraussetzungen.

Aus Neu mach Neu

Knapp 40.000 Euro hat ein Käufer für sein neues Fahrzeug gezahlt. Dass die Freude nur einen Monat später bereits verflogen ist, hätte er nicht geahnt. Das Neufahrzeug wurde keine 1.000 Kilometer bewegt und schon in einen Unfall verwickelt. Der Schaden: Reparaturkosten von 5.290 Euro und ein vierstelliger Wertverlust.

Statt nur die Reparaturkosten und Wertminderung zurückzuverlangen, wollte der Fahrzeughalter mehr – den vollen Kaufpreis. Unter Umständen sein gutes Recht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil von 29. September 2020 (Az. VI ZR 271/19) erklärt – jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen.

Juristischer Zuspruch unter gewissen Voraussetzungen

Im oben genannten Fall lehnten die Richter die Forderung ab und der Kläger selbst scheiterte mit seiner Klage. Der BGH hätte jedoch unter Umständen für den Geschädigten gestimmt. Bei erheblichem Schaden eines Neuwagens mit weniger als 1.000 Kilometern auf dem Tacho steht dem Fahrer der volle Kaufpreis zu. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Geschädigte einen gleichwertigen Ersatz anschafft und den Kauf belegen kann.

Im Fall vom September ist das nicht passiert. Laut der Richter genüge es für die Abrechnung auf Neuwagenbasis nicht, dass der Kläger die Nichtbeschaffung eines Neuwagens aus finanziellen Aspekten begründet. Statt der geforderten 40.000 Euro wurden die Zahlung auf 6.180,54 Euro nebst Zinsen gesenkt.

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