Die Tiefs Alfred, Paul und Rasmund haben in Deutschland für massenhafte Regenfälle gesorgt und ließen an vielen Orten die Keller und ganze Straßenzüge volllaufen. Das verursachte Schäden, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für Paul und Rasmund auf 600 Millionen Euro schätzt. Was uns Alfred kosten wird, ist noch nicht klar. Doch nur eine Elementarversicherung deckt diese Schäden. Hier liegt der Teufel im Detail, denn nur rund 40 Prozent der deutschen Haushalte haben eine solche Versicherung. Wir zeigen Ihnen, wie die Schadensregulierung dennoch klappen kann.

Paul und Rasmund – Schäden in Höhe von 600 Millionen Euro

Ende Juni, Anfang Juli zogen und Paul und Rasmund über Deutschland hinweg. Beide Unwetter verursachten in Norddeutschland und in Berlin und Brandenburg starke Regenfälle, Keller und ganze Straßenzüge wurden durch Starkregen geflutet. Jetzt stellt sich die Frage bei den Betroffenen, welche Versicherung was zahlt. Die Versicherungswirtschaft rechnet mit Schäden in Höhe von 600 Millionen Euro. Ebenso verursachte der Starkregen in Köln am 19. Juli 2017 mit bis zu 125,4 Litern Wasser pro Qaudratmeter Schäden in Millionenhöhe. Doch bei Starkregen, wie im Fall von Paul und Rasmund oder Köln greift nur eine Art der Versicherung, nämlich die Elementarversicherung. Bei der Beantragung einer Schadensregulierung ist Genauigkeit gefragt. Wir zeigen Ihnen, welche Versicherungsart generell welchen Schaden reguliert. Gerne können Sie uns auch kontaktieren und unsere kostenfreie Erstberatung nutzen.

Wer übernimmt was?

Grundsätzlich zahlen die Versicherungen die Schäden, die Ihnen entstanden sind. Man muss als Versicherter nur sortieren, welche Versicherung welchen Schaden reguliert. Wir zeigen Ihnen, wer was abdeckt und was sie bei der Beantragung der Schadensregulierung beachten sollten.

Elementarversicherung

Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Schneedruck werden durch eine Elementarversicherung abgedeckt. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind jedoch nur rund 40 Prozent der deutschen Haushalte über eine Elementarversicherung abgesichert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 60 Prozent der Haushalte keinen Versicherungsschutz zum Beispiel im Falle von Paul und Rasmund haben.

Die Elementarversicherung kann ein Zusatzbaustein der Wohngebäude oder der Hausratversicherung sein, eine Kombination mit einer der beiden Versicherungen sein oder in einer der Versicherungen eingeschlossen sein.

Keine Elementarversicherung – Keine Leistung?

Seit dem Jahr 2007 sind die Versicherungen verpflichtet, umfassend zu beraten. Sind Sie beim Vertragsabschluss einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung nicht über die Möglichkeit unterrichtet worden, dass Sie sich gegen Elementarschäden wie Hochwasser, Überschwemmungen oder Starkregen ebenfalls versichern können, dann haftet der Versicherer oder Versicherungsvermittler. Lassen Sie sich von einem auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt beraten, damit die Schadensregulierung auch bei Ihnen klappt.

Wohngebäudeversicherung

Eine Wohngebäudeversicherung zahlt alle Schäden an Ihrer Immobilie, die durch Blitzschlag, Feuer, Sturm oder Hagel entstanden sind. Dazu zählen alle Dinge, die fest mit der Immobile verbunden sind, also auch die Heizungsanlage und die Wasserrohre. Je nach Vertragsbedingungen zahlt die Wohngebäudeversicherung auch die Folgeschäden eines Sturms, nämlich die Aufräumarbeiten und die Arbeiten zur Sicherung des Grundstückes. Einziger Pferdefuß: der Versicherte muss nachweisen, dass in seiner Region zum Schadenszeitpunkt Böen mindestens in Windstärke 8 herrschten, das sind Winde in der Geschwindigkeit von mindestens 61 Kilometern pro Stunde.

Private Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung reguliert die Schäden eines Dritten, sollte er verletzt oder einen materiellen Schaden erlitten haben. Wenn man als Eigentümer selbst im eigenen Haus wohnt, dann sollte die private Haftpflicht in der Regel einen Schaden absichern, der durch einen herabfallenden Ziegel oder ähnliches entsteht. Hier kommt es darauf an, dass der Makler oder Versicherungsvertreter den benötigten Versicherungsschutz ordentlich erfasst und beantragt. Ein Blick ins Kleingedruckte wird klären, ob dieser Versicherungsschutz besteht.

Wenn man dagegen eine Immobilie vermietet oder diese unbewohnt ist oder wenn man ein unbebautes Grundstück hat, dann übernimmt die private Haftpflichtversicherung in der Regel keine Schäden, dann sollte man eine Haus- und Grundbesitzer Haftpflicht abschließen.

Hausratversicherung

Sollte Wasser in Ihre Wohnung eindringen und Schäden an Ihren Möbeln, Böden oder Geräten verursachen, dann ist die Hausratversicherung zuständig. Auch hier gilt wieder die Definition von Sturm. Böen in der Windstärke 8 müssen vom Versicherten zum Zeitpunkt der Entstehung des Schadens nachgewiesen werden, damit die Hausratversicherung Ihre Sturmschäden begleicht.

Bei zerstörten oder abhanden gekommenen Sachen richtet sich die Höhe der Entschädigung nach dem Wiederbeschaffungspreis. Das Bedeutet, es wird ermittelt, welche Kosten man hat, um diese Gegenstände in gleicher Art und Güte wieder zu beschaffen.

Bei beschädigten Sachen erfolgt die Entschädigung durch die Zahlung der notwendigen Reparaturkosten, wobei gegebenenfalls eine Wertminderung berücksichtigt wird und Restwerte angerechnet werden.

Kfz-Kaskoversicherung

Erleidet Ihr Auto Schäden durch einen Sturm wie zum Beispiel herumgewirbelte Gegenstände oder abgerutschte Dachziegel oder umgefallene Bäume, dann zahlt die Kfz-Kaskoversicherung. Hier wird allerdings. Gezahlt werden die Reparaturkosten und eine je nach Schaden und Alter des Fahrzeugs berechnete Wertminderung erstattet. Bei Totalschäden wird der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes ersetzt.

Wie melde ich einen Schaden richtig?

Generell gilt: erstmal dokumentieren, dann reparieren. Machen Sie so viele Fotos oder auch Videos von Ihren Schäden wie möglich. Sortieren Sie später unscharfe oder doppelte Bilder einfach aus. Wenn Sie können, benennen Sie Zeugen, die den Schaden oder die Entstehung des Schadens beobachtet haben.

Verständigen Sie danach den Versicherungsvermittler, dass bei Ihnen ein Schaden entstanden ist. Er gibt Ihnen auch die Hinweise, wie die Versicherung weiter vorgeht. Gibt es einen Handwerker, der bei der Versicherung unter Vertrag steht oder suchen Sie sich selbst jemanden? Muss erst die genaue Höhe des Schadens durch einen Gutachter der Versicherung festgestellt werden?

Beauftragen Sie keine Reparatur, bevor Sie nicht mit Ihrer Versicherung gesprochen haben. So vermeiden so unnötige Komplikationen, die Regulierung des Schadens geht hoffentlich unkompliziert über die Bühne.

Tipp zur Schadensregulierung

Handeln Sie nicht überstürzt, auch wenn Ihr Gefühl Ihnen sagt, dass alles so schnell wie möglich erledigt werden soll. In der Ruhe liegt die Kraft. Überlegen Sie genau, was Ihre nächsten Schritte sein sollten.

Behalten Sie immer im Kopf, dass Sie und die Versicherung zwei gegensätzliche Interessen verfolgen. Sie wollen Ihren Schaden komplett und so schnell wie möglich ersetzt oder beseitigt wissen. Die Versicherung ist auf Profit ausgerichtet und ist daran interessiert so wenig Geld wie möglich auszugeben, sprich: womöglich Ihren Schaden nicht oder nur zu einem Teil zu regulieren. Dabei ist die Versicherung in der denkbar besten Situation. Sie hat keinen Schaden erlitten und kann in aller Ruhe Ihre Ansprüche prüfen, während das Wasser noch bei Ihnen im Keller steht. Stellen Sie daher Chancengleichheit her und lassen Sie sich von einem auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt unterstützen.

Hier geht es zur kostenfreie Erstberatung

Ihr Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin ist Marion Relka: