Sturmschäden an Haus & Auto – Welche Versicherung zahlt jetzt?

Sturmschäden an Haus & Auto – Welche Versicherung zahlt jetzt?

Gleich dreimal hintereinander fegten im Februar 2022 schwere Sturmböen über Deutschland. Und dabei sind leider mehr als nur ein paar Blumentöpfe zerbrochen. Wir erklären, welche Versicherung dafür aufkommt, wenn ein Auto auf Ihrem Auto liegt, Äste Scheiben im Haus zerschmettern oder Wasser in den Keller läuft.

Wer zahlt bei Sturmschäden an Haus und Garten?

Wenn ein Sturm Ihr Dach abgedeckt hat oder sonstige Schäden außen am Haus hinterlassen hat, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Rechnung auf. Allerdings muss ein Sturm mindestens die Windstärke 8 (Windgeschwindigkeit ab 62 km/h) aufweisen, damit Ihre Versicherung tatsächlich zahlt. Oft reicht es aber auch, wenn in nächster Umgebung, also in der Nachbarschaft, gehäuft ähnliche Schäden entstanden sind.

Sind durch den Sturm oder einen Blitzeinschlag Gegenstände im Haus zu Schaden gekommen, können Sie sich auch an Ihre Hausratversicherung wenden. Das kann etwa der Fall sein, wenn ein umgestürzter Baum ein Fenster eindrückt und Einrichtungsgegenstände, teure technische Geräte oder Instrumente durch Regen beschädigt werden. Voraussetzung für die Zahlung Ihrer Versicherung ist allerdings, dass Sie nicht fahrlässig gehandelt und z.B. ein Fenster offen gelassen oder Gegenstände auf der Terrasse vergessen haben.

Was für auf dem Grundstück liegende Gartenlauben und Garagen gilt, müssen Sie übrigens in Ihrem Versicherungsvertrag überprüfen. Nur wenn diese explizit vermerkt sind, kommt die Versicherung hier für Schäden auf.

Sturmschäden bei Dritten

Wo ein Baum während eines Sturms hinfällt, lässt sich nun leider nicht steuern. Daher kann es natürlich auch vorkommen, dass einer Ihrer Bäume ins Nachbarhaus oder auf ein fremdes Auto fällt. Dann handelt es sich um einen Fall für Ihre Haftpflichtversicherung. Da Bäume so ein hohes Schadenspotenzial aufweisen, sind Eigentümer:innen auch verpflichtet, Bäume mindestens zweimal im Jahr auf ihren Gesundheitszustand hin zu kontrollieren.

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Wer zahlt bei Wasserschäden an Haus und Garten?

Wenn zum Sturm ein Dauerregen hinzukommt und daher der Keller vollgelaufen ist, dann brauchen Sie eine Elementarschadenversicherung. Hier reicht also eine einfache Hausrat- oder Gebäudeversicherung nicht aus. Oft handelt es sich aber um Policen, die Sie in Ergänzung zu einer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abschließen können. Diese deckt dann nicht nur Sturmschäden ab, sondern unter anderem:

  • Ausuferung oberirdischer Gewässer (ausgenommen sind Sturmfluten)

  • Rückstau

  • Erdbeben/Erdsenkung/Erdrutsch

  • Schneedruck und Lawinen

Ob die Versicherung am Ende zahlt, hängt aber stark von der individuellen Formulierung in Ihrem Vertrag ab.

Welche Versicherung ist für Sturmschäden am Auto zuständig?

Wenn ein Sturm an Ihrem Auto oder Motorrad Schäden hinterlassen hat, kommt Ihre Teilkaskoversicherung dafür auf. Darunter fallen beispielsweise Schäden durch herum­fliegende Gegen­stände wie Ziegel oder Äste, genauso wie Über­schwemmungs­schäden.

Wie bei den Schäden am Haus gilt auch hier eine Windstärke mindestens der Stufe 8 als Voraussetzung dafür, dass die Versicherung zahlt. Haben Sie allerdings eine Vollkaskoversicherung, sind auch geringere Windstärken versichert. Auch für Unfälle, die durch einen Sturm versucht wurden, benötigen Sie eine Vollkaskoversicherung.

So melden Sie die Sturmschäden richtig

Um Auseinandersetzungen mit Ihrer Versicherung möglichst kleinzuhalten, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten:

Schaden melden: Die Schäden im oder am Haus, Garten und Auto müssen Sie unverzüglich, und spätestens nach einer Woche, an die Versicherung melden. Das ist sowohl telefonisch und schriftlich möglich. Bei verspäteter Schadensmeldung kann es sein, dass Sie am Ende leer ausgehen.

Dokumentation: Falls es möglich ist, lassen Sie die Schadensstelle bis zur Besichtigung durch Ihre Versicherung unverändert. Fotografieren Sie andernfalls alle Schäden und fertigen Sie eine genaue Beschreibung an.

Wenn Sie Rechnungen beschädigter Gegenstände finden, so reichen Sie diese ebenfalls beim Versicherer ein. Schmeißen Sie auch beschädigte Gegenstände erst weg, wenn sie durch die Versicherung begutachtet wurden oder sie explizit darauf verzichtet. Denken Sie daran, Kopien aller Dokument für sich selbst anzufertigen.

Kontakt zur Versicherung: Führen Sie Telefonate mit der Versicherung möglichst vor Zeugen. Wenn Sie mündliche Zusagen erhalten haben, notieren Sie sich den Namen sowie die Durchwahl des Sachbearbeiters/der Sachbearbeiterin, sowie Datum und Uhrzeit.

Folgeschäden vermeiden: Beugen Sie vor und decken Sie z.B. undichte Dachlücken, Fenster o.Ä. direkt nach dem Sturm mit einer Plane gegen Regen ab. Ihre Versicherung muss nämlich vermeid­bare Folgeschäden nicht bezahlen.

Abwarten vor Reparaturen: Bevor Sie die Handwerker ins Haus holen oder das Wohnzimmer neu einrichten, sollten Sie unbedingt immer Rück­sprache mit Ihrer Versicherung halten.

Glück gehabt und diesmal ist nichts passiert? Dann nutzen Sie doch die Gelegenheit, um Ihre Versicherungspolice gründlich zu überprüfen. Der nächste Sturm kommt bestimmt.

Sturmschäden sind anstrengend genug. Wir unterstützen Sie bei Auseinandersetzungen mit Ihrer Versicherung in Kooperation mit Wirth–Rechtsanwälte – einer der führenden Versicherungsrechts-Kanzleien. Machen Sie jetzt unsere kostenlose Erstberatung und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

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