Der Finanzmathematiker Hermann Weinmann hat Zahlen vorgelegt, die die Finanzstärke der deutschen Lebensversicherer anzweifeln lässt. Demnach seien lediglich drei der zwölf größten Lebensversicherungen genügend kapitalisiert, um im Ernstfall ihre Kunden auszuzahlen. Auch wenn dieser Stresstest lediglich ein theoretisches Szenario durchspielt, müsste das eine Warnung für Versicherte und Versicherer sein. Durch die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase können die Lebensversicherer nicht mehr genügend Kapital für ihre Kunden erwirtschaften. Versicherungen haben bereits damit begonnen, hochverzinste Altverträge an sogenannte Run-Off-Unternehmen zu verkaufen, um das finanzielle Risiko zu begrenzen. Was das für Ihre Lebensversicherung bedeutet, erfahren Sie hier.

Lediglich drei Versicherer schneiden gut bis sehr gut ab

Der Versicherungsexperte und Finanzmathematiker Hermann Weinmann hat kürzlich Zahlen präsentiert, die die größten deutschen Lebensversicherer nicht gut dastehen lassen. Indem er die wirtschaftlichen Kennziffern der zwölf größten Lebensversicherer vergleicht, kommt Weinmann zu dem Ergebnis, dass nur drei der zwölf Versicherer finanziell stabil sind. In einem Punktesystem von 1000 bis 0 erreichte gerade mal die Allianz-Gruppe den ersten Platz mit 750 Punkten. Mit 700 Punkten und einem allgemein "guten" Ergebnis schnitt die R+V-Versicherung ab, dicht gefolgt von der Zurich Deutscher Herold mit 600 Punkten. Schlusslicht ist der Analyse nach die Generali mit 300 Punkten.

Kapitalanlagen der Lebensversicherer schwinden

Das Ergebnis der Studie berechnet sich aus der Ertragskraft, der Beteiligung der Verbraucher an den Ergebnissen und der finanziellen Stabilität der Unternehmen. Neu ist jedoch, dass das Risikoergebnis das von Weinmann aufgestellte Punktesystem in einem stärkeren Maße beeinflusst. Die Solvabilitätsquote spiele demnach in Zeiten von Niedrigzinsen eine große Rolle. Die Quote berechnet sich demnach aus zwei Konstanten. Die erste besteht aus dem Eigenkapital der Versicherungsgesellschaft, also jenem Geld, dass der Versicherung auch gehört. Der zweite Wert ergibt sich aus der Summe der Kapitalanlagen. Das ist das Geld, welches die Versicherung für seine Kunden gewinnbringend anlegt. Die Studie Weinmanns legt nun offen, dass viele Lebensversicherer nicht ausreichend Eigenkapital haben, mit dem sie die immer niedrigeren Gewinnspannen aus dem Aktiengeschäft ausgleichen können. Gute Renditen werden für den Versicherungsnehmer dadurch immer unwahrscheinlicher.

Ein weiteres Problem für Lebensversicherer ergibt sich aus den strengen Reglementierungen des Aktienkaufes. Die Versicherungen sind dazu verpflichtet, einen Großteil des Kapitals in Staatsanleihen zu investieren, die vom Bund als sicher und stabil bewertet werden. Staatsanleihen sind für die Versicherungen jedoch nicht profitabel genug. Der geringe Profit der Versicherer aus diesen Anleihen führt wiederum zu niedrigeren Renditen für Versicherungsnehmer.

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Niedrigzinsphase sorgt für Unsicherheit bei den Lebensversicherern

Das Problem ist, dass das Konzept einer Lebensversicherung oder Kapitallebensversicherung durch die langanhaltende Niedrigzinsphase nicht mehr funktioniert. Die garantierten Renditen können bei einem anhaltenden Zinssatz von unter 1 % nicht mehr erwirtschaftet werden. Lebensversicherer wie die Generali können die hochverzinsten Altverträge von zum Teil 4 % daher nicht mehr halten. Trotz anhaltender niedriger Zinsen müssen die Versicherungen genügend Kapital vorweisen, was ohne risikoreiche Investments schwer möglich ist. Hinzu kommt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) 34 von 85 Lebensversicherer intensivst überwacht. Für die BaFin handelt es sich um Unternehmen, die nach der jährlichen Prognose mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten bekommen können.

Immer mehr Versicherer lagern Alt-Verträge aus

Das Schlusslicht bildet die Generali, die bereits 4.000.000 Altverträge an die Abwicklungsgesellschaft der Viridium-Gruppe verkauft hat. Weinmann stuft die Generali als "betriebswirtschaftlich schwach" ein und gibt ihr lediglich 350 Punkte, auch weil man die Abwicklung von hochverzinsten Altverträgen als ein Indikator für die Kapitalausstattung der Versicherung sehen kann. Die eigenständigen Abwicklungsunternehmen, auch Run-Off-Unternehmen genannt, sind ausschließlich dazu da, hochverzinste Versicherungsverträge zu verwalten, die sich die Versicherung nicht mehr leisten will. Run-Off-Unternehmen steigen dort ein, wo die Versicherung also nicht mehr Geld ausgeben möchte, und werben damit, das Geld besser zu verwalten. Weil diese Unternehmen durch einen verschlankten Verwaltungsapparat sparsamer wirtschaften, hoffen sie dadurch, mehr Geld aus den Altverträgen rauszuholen, als es die großen Versicherungsunternehmen können.

Weinmann sieht die Branche insgesamt in der Krise, da die versprochenen Überschussbeteiligungen an die Kunden immer weiter schrumpfen und die Unternehmen durch die Verkäufe der Verträge ihre Unsicherheit offen legen. Für den Versicherungsnehmer bedeutet das immer weniger Rendite für die eingezahlten Beiträge.

Wenn Lebensversicherer die hochverzinsten Altverträge nicht abwickeln, müssen sie diese weiterhin zum versprochenen Zinssatz bedienen. Für Menschen, die ihre Lebensversicherung erst seit kurzer Zeit haben, kann sich hieraus ein Verlustgeschäft entwickeln. Zugunsten der Altverträge bekommen diese nämlich eine geringere Rendite zugesprochen. Wir erklären Ihnen, welche Optionen Sie haben, um Ihre Lebensversicherung vorzeitig zu beenden, ohne wirtschaftliche Einbußen hinnehmen zu müssen.

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Lebensversicherer sehen keinen Grund zur Panik

Die Versicherungsgesellschaften haben nun eine lange Übergangsfrist bekommen. Bis zum Jahr 2031 müssen die Versicherungsgesellschaften demnach ihr Finanzierungsmodell umgestellt haben. So hat das Finanzministerium nun entschieden. Bis dahin dürfen die Versicherer ihre Versicherungsmodelle leichter abwickeln oder verkaufen, um genügend Rücklagen zu bilden. Sollten die Zinsen weiterhin so niedrig bleiben, werden auch die Lebensversicherer ihr Produkt den gegebenen Umständen weiter anpassen. Für den Versicherten ergeben sich jetzt schon erhebliche Defizite, die längerfristig weiter anwachsen könnten.

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