Schadensersatz im Abgasskandal auch bei Kauf nach September 2015

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Schadensersatz bei Kauf nach September 2015
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Diesel-Fahrer haben auch dann gute Chancen auf Schadensersatz von VW, wenn sie ihr Auto nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 gekauft haben. Das ist unsere Meinung und zum Glück auch die Meinung zahlreicher Richter vor den Landgerichten. Auch einige Oberlandesgerichte (OLG) vertreten diese Ansicht – etwaige Urteile werden jedoch von Volkswagen konsequent durch Vergleiche oder Rücknahmen von Berufungen vereitelt. Es sieht ganz danach aus, dass es auch in unserem jüngsten Fall vor dem OLG Stuttgart ähnlich ablaufen wird.

Worum ging es in dem Fall?

Unser Mandant hatte sich im Jahr 2016 einen gebrauchten Diesel der Marke Skoda gekauft. Zum Zeitpunkt des Kaufes steckte unser Mandat mitten in der Familienplanung und war mit dem Hausbau beschäftigt. Das Fahrzeug sollte also günstig und groß genug sein. Über den Abgasskandal hatte er sich bis dato keine Gedanken gemacht und rechnete entsprechend nicht damit, dass sein Fahrzeug betroffen sein könnte. Zusätzliche war ihm auch nicht bewusst, dass Skoda überhaupt ein Tochterunternehmen des VW-Konzerns ist.

Während des Verkaufsgespräches wurde auch nicht darauf hingewiesen, dass der Skoda vom Abgasskandal betroffen ist. Erst als ihn Kollegen darauf aufmerksam machten, dass sein Fahrzeug manipuliert sein könnte, erfuhr er davon. Unser Mandant wandte sich daraufhin an uns, um den Kaufpreis in Höhe von 21.700 Euro Zug um Zug gegen Rückgabe des Fahrzeuges von VW einzufordern.

Das Landgericht Ravensburg entschied in der ersten Instanz zugunsten unseres Mandanten und verurteile VW dazu, dem Kläger den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zu erstatten. Zusätzlich sprachen die Richter unserem Mandanten 4 % Zinsen vom Erstattungsbetrag zu. Als Begründung heißt es unter anderem im Urteil:

Besonderes Gewicht muss dabei dem Umstand beigemessen werden, dass die Beklagte nicht lediglich vorgeschriebene Abgaswerte nicht einhielt, sondern gezielt finanzielle und technische Ressourcen dazu verwendete, ein System zur planmäßigen Verschleierung ihres Vorgehens gegenüber den Aufsichtsbehörden einerseits und nachfolgend gegenüber den Endverbrauchern andererseits zu schaffen.

Landgericht Ravensburg, Urteil vom 9. November 2018, Az. 2 O 211/18

Da es bisher noch kein Urteil eines Oberlandesgerichts gab, welches einem VW-Kunden Schadensersatz zusprach, der seinen Diesel nach September 2015 gekauft hat, ging VW frohen Mutes in Berufung.

OLG Stuttgart sieht in der Berufung von VW keinen Erfolg

In der mündlichen Verhandlung am 19. Juli 2019 gaben die Stuttgarter Richter jedoch zu Protokoll, dass auch sie den Standpunkt vertreten, die Wolfsburger haben nicht ausreichend Aufklärungsarbeit betrieben. Unser Mandant musste entsprechend nicht über die illegale Abschalteinrichtung in seinem Skoda Bescheid wissen. Die Berufung hat deshalb keine Aussicht auf Erfolg.

Es wäre eine Überraschung, wenn VW die Berufung nach dieser ersten Verhandlung nicht zurücknehmen und ein negatives OLG-Urteil riskieren würde. Genau das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie VW die Rechtsprechung im Abgasskandal konsequent manipuliert. Der Konzern lässt nur Urteile zu, die zu ihren Gunsten ausfallen. Zeichnet sich in den Verhandlungen ab, dass sie keinen Erfolg haben werden, machen sie großzügige Vergleichsangebote oder ziehen die Berufungen zurück.

Würde es vor dem OLG Stuttgart zu einem Urteil kommen, wäre die Signalwirkung für alle laufenden und künftigen Verfahren in dieser Konstellation enorm. Zum ersten Mal wäre es zu einem OLG-Urteil kommen, in dem Schadensersatz zugesprochen wird, obwohl das Fahrzeug erst nach Bekanntwerden des Abgasskandals gekauft wurde. Viele hunderttausend Menschen haben guten Gewissens Diesel-Fahrzeuge des Konzerns nach September 2015 gekauft, ohne von dem vorsätzlichen Betrug zu wissen. Auch sie sollten ein Recht auf Entschädigung haben!

Haben auch Sie Ihren Diesel nach September 2015 gekauft, ohne von den Machenschaften der Autobauer zu wissen? Dann fordern Sie jetzt Ihren Schadensersatz. Nutzen Sie unseren Online-Check und erfahren Sie in einer Minute, wie Ihre Chancen stehen. Im Anschluss können Sie sich Ihre kostenfreien Ersteinschätzung einholen.

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Verhindern, blockieren – die Maschen von VW

Dass VW auf Biegen und Brechen Urteile verhindern möchte, ist schon lange kein Geheimnis mehr. "VW blockiert höchstes Gerichtsurteil", "VW verhindert BGH-Urteil mit hohem Schweigegeld", "VW-Verfahren enden ohne Urteil", diese Überschriften sind nur ein kleiner Ausschnitt von Meldungen der letzten Monate. Mehr als drei Jahre Abgasskandal und der Konzern ist sich weiterhin keiner Schuld bewusst.

Immer wieder versucht VW mit attraktiven Vergleichsangeboten die Betroffenen zu ködern, um keine Urteile gegen sich zu kassieren – leider mit Erfolg. Gut für den Betroffenen, schlecht für die Rechtsprechung. Denn dadurch wird anderen Betroffenen vermittelt, dass sie kaum Chancen haben, gegen die Großkonzerne vorzugehen. Ein Trugschluss. Zweifelsohne werden immer mehr Urteile gegen VW und zugunsten geschädigter Autokäufer getroffen.

Anmerkung zu obiger Grafik: Hierbei handelt es sich lediglich um die von Stiftung Warentest erfassten Urteile. Die tatsächliche Zahlen übersteigen diese Daten um ein Vielfaches.

Wie Sie Ihre Ansprüche gegen VW geltend machen

Wir lassen uns von VW nicht täuschen! Die Maschen des Autobauers sind uns bereits ausreichend bekannt und wir setzen Ihre Ansprüche durch, ohne dass für Sie weitere Kosten anfallen. Folgende Ansprüche können wir für Sie durchsetzen:

  • Schadensersatz
  • Kaufpreiserstattung gegen Rückgabe des Fahrzeugs
  • Widerruf Ihres Autokredits bei finanzierten oder geleasten Fahrzeugen

Zudem spielt es bei uns keine Rolle, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung haben oder nicht – so oder so tragen Sie keinerlei Kostenrisiko.

Durchsetzung mit Rechtsschutzversicherung

Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Kosten zur Forderung Ihrer Ansprüche. Jetzt tritt genau der Grund ein, weshalb Sie einst eine Versicherung abgeschlossen haben. Wir stellen für Sie kostenfrei die Deckungsanfrage und kümmern uns im Anschluss um die Kommunikation und Abwicklung mit Ihrem Versicherer. Sie müssen lediglich die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen. Bei der Beauftragung für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche senden wir direkt die Deckungsanfrage an Ihre Versicherung. Schneller und einfacher geht es nicht.

Durchsetzung ohne Rechtsschutzversicherung

Auch ohne Rechtsschutzversicherung bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre Ansprüche ohne eigenes Kostenrisiko geltend zu machen. Ein Prozesskostenfinanzierer übernimmt für Sie alle Kosten, die durch die Vertretung entstehen. Nur im Falle eines Erfolgs erhält der Prozesskostenfinanzierer eine sogenannte Erfolgsprovision. Dieses beträgt bei der außergerichtlichen Durchsetzung 15 % vom Streitergebnis. Kommt es zu keiner Einigung, wird der Prozesskostenfinanzierer Ihnen nach erneuter Prüfung und bestehenden Erfolgschancen ein individuelles Prozessfinanzierungsangebot für die Klage erstellen.

Unser Angebot

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    Nutzen Sie Ihre Chance, um gegen den Betrug der Automobilindustrie vorzugehen und informieren Sie sich mithilfe unseres schnellen Online-Checks, ob Ihr Diesel vom Abgasskandal betroffen ist. Lautet die Antwort ja, stehen wir Ihnen bei unserer kostenfreien Ersteinschätzung mit Rat  – und wenn Sie wollen, im späteren Verlauf auch mit Tat zur Seite.

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