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Ran an den Winterspeck: Welche Rechte und Pflichten gelten im Fitnessstudio?

Ran an den Winterspeck: Welche Rechte und Pflichten gelten im Fitnessstudio?

Anfang Januar herrscht traditionell volles Haus in Fitnessstudios und Sportclubs. Laut Statistik haben rund neun Millionen Deutsche eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Wer jetzt auch loslegen möchte, sollte bei Vertragsabschluss einiges beachten. Denn was passiert, wenn man krank oder schwanger wird oder aus anderen Gründen vom Angebot des Studios keinen Gebrauch mehr machen kann oder will? Wer haftet bei Verletzungen? Und darf man bei der eigenen Leistung eigentlich mit Spritzen und Pulvern ein wenig nachhelfen?

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Fitnessstudio-Verträge werden kundenfreundlicher

Wer bislang einen Fitnessstudio-Vertrag abschließen wollte, unterschrieb damit auch, dass sich besagter Vertrag automatisch und ohne Vorwarnung um ein Jahr verlängerte, wenn die Kündigungsfrist von drei Monaten nicht eingehalten wurde. Seit dem 1. März 2022 gelten für Verträge mit Fitnessstudios bundesweit neue Regeln, die deutlich kundenfreundlicher sind. Verträge dürfen sich nun nicht mehr automatisch um ein Jahr verlängern. Die Kündigungsfrist verkürzt sich auf einen Monat. Sollte man auch diese Frist verpasst haben, dürfen sich Verträge nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern und müssen monatlich kündbar sein. Einen kleinen Haken gibt es dennoch: Die Regeln gelten nur für Verträge, die nach dem 1. März 2022 geschlossen wurden. Seit Juli 2022 muss auf der Website des Fitnessstudios außerdem ein “Kündigungsbutton” vorhanden sein. Dieser muss zudem noch leicht auffindbar sein. Die Kündigung muss umgehend elektronisch bestätigt werden.

Welche Kündigungsgründe werden akzeptiert?

Manchmal ändern sich die Lebensumstände: Bei Schwangerschaft, Umzug oder einer dauerhaften Erkrankung stellt sich häufig die Frage, ob eine fristlose Kündigung der Fitnessstudio-Mitgliedschaft möglich ist. Im Falle einer Schwangerschaft wird eine Kündigung häufig nicht akzeptiert. Allerdings kann ein beitragsfreies Ruhen des Vertrages vereinbart werden. Wer dauerhaft krank ist, sollte sich von einem Arzt die Sportunfähigkeit bestätigen lassen, um diese dem Studiobetreiber vorlegen zu können. Wer allerdings schon bei Vertragsabschluss unter einer chronischen Erkrankung gelitten hat, die ihn im Verlauf an der Nutzung des Sportangebots hindert, hat eventuell keine Kündigungsmöglichkeiten.

Wer seinen Wohnort wechselt, tut dies meist aus persönlichen oder beruflichen Gründen. Ein Umzug liegt somit in der Risikosphäre des/der Kund:in. Eine fristlose Kündigung ist hier nicht möglich.

Alle Infos auch zum Hören!

Erfahren Sie alles zum Thema Fitnessstudio auch in unserer Podcast-Folge #105 – Rechte & Pflichten im Fitnessstudio

Jetzt reinhören!

Wenn die Muckis auf sich warten lassen – Ist Nachhelfen erlaubt?

Seit 2015 ist das Anti-Doping-Gesetz in Kraft. Demnach sind, auch im Freizeitbereich, das Herstellen, das Handeltreiben, das Veräußern und Erwerb und Besitz von leistungssteigernden Substanzen unter Strafe gestellt. Selbstdoping ist hingegen nur strafbar, wenn beabsichtigt wird, an einem organisierten Wettbewerb teilzunehmen. Die Einnahme oder der Gebrauch sind also grundsätzlich nicht strafbar, jedoch schließt ein Gebrauch einen Besitz fast logisch voraus. Wer nicht unerhebliche Mengen an Dopingmitteln besitzt, kann also belangt werden.

Damit will der Gesetzgeber bereits die abstrakte Gefahr verringern, dass leistungssteigernde Substanzen weitergegeben werden. Im Spitzensport reicht das Strafmaß für einen Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz von einer Geldstrafe bis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe. Verboten sind der Missbrauch von Anabolika, Insulin, Narkotika und anderer Stimulanzien. Der Konsum von erlaubten Präparaten ist hingegen nicht strafrechtlich relevant, selbst wenn diese leistungssteigernd wirken und dem Sportler einen Vorteil verschaffen.

Wer haftet für verknackste Knöchel, Muskelfaserrisse & Co?

Der Betreiber eines Fitnessstudios ist verpflichtet, seine Kund:innen vor Gefahren zu schützen. Kommt er dieser sogenannten Verkehrssicherungspflicht nicht nach, und es ereignet sich ein Unfall z.B. aufgrund eines defekten Geräts, muss er für den entstandenen Schaden aufkommen. Allerdings ist auch der/die Kund:in zu einer gewissen Vorsicht und Umsicht verpflichtet. Der Fitnessstudio-Betreiber haftet so nicht für unbefugte oder ungeschulte Nutzung von Geräten. Es reicht hier der Hinweis aus, dass Geräte nur nach erfolgter Einweisung durch einen geschulten Trainer benutzt werden dürfen.