Seit dem 23. Dezember reduziert ein neues Gesetz die Maklerprovision für Immobilienkäufer. Ab sofort sollen Käufer nur noch maximal die Hälfte der Courtage übernehmen. Besonders Immobilienkäufer in teuren Großstädten werden mit dem neuen Gesetz entlastet.

Finanzielle Entlastung für Immobilienkäufer

Bisher haben Immobilienkäufer die Maklerprovision meist komplett selbst übernehmen müssen. Ein neues Gesetz vom 23. Dezember 2020 soll sie nun entlasten. Künftig soll die Provision zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden.

Die Provision unterscheidet sich grundsätzlich je nach Bundesland. Durchschnittlich beträgt sie bis zu 7,14 % des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Während der Corona-bedingten Senkung der Mehrwertsteuer wurde sie auf knapp 7 % reduziert.

Maklerverträge bekommen neue Spielregeln

Um die Entlastung für Käufer abzusichern, gelten neue Regeln für alle künftigen Maklerverträge. So muss der Käufer seinen Provisionsanteil erst leisten, sobald der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat. Ob die neuen Maßnahmen den Immobilienkäufer tatsächlich entlasten, kann jedoch bezweifelt werden.

“Faktisch wird das dazu führen, dass die Einsparung auf den Kaufpreis aufgeschlagen wird.”

Dr. Timo Gansel, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Deutschland mit hohen Maklerpreisen

Vor allem in teuren Großstädten wie Berlin und Hamburg soll die neue Gesetzgebung den Immobilienkäufer erheblich entlasten. Dort waren für sie meist die Zahlung der vollen Provision üblich. Die Maklerprovision ist in Deutschland weit höher als in anderen europäischen Ländern. In Großbritannien, den Niederlanden und Schweden liegt sie meist bei nur 2 % des Kaufpreises.