Prämiensparvertrag: Banken müssen Zinsen nachzahlen

Prämiensparvertrag: Banken müssen Zinsen nachzahlen

Sie haben einen Prämiensparvertrag? Dann muss Ihr Kreditinstitut Sie in den nächsten Wochen darüber in Kenntnis setzen, ob Sie in der Vergangenheit zu geringe Zinsen erhalten haben. Ist das der Fall, dürfen Sie unter Umständen auf eine ordentliche Nachzahlung hoffen.

Sie haben einen Prämiensparvertrag? Dann muss Ihr Kreditinstitut Sie in den nächsten Wochen darüber in Kenntnis setzen, ob Sie in der Vergangenheit zu geringe Zinsen erhalten haben. Ist das der Fall, dürfen Sie unter Umständen auf eine ordentliche Nachzahlung hoffen.

BaFin spricht Machtwort beim Prämienspar­verträgen: Zu geringe Zinsen wegen unwirksamer Klauseln

Am 21. Juni 2021 veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Allgemeinverfügung. Darin verpflichtet die Anstalt Banken dazu, ihre Kund:innen über unwirksame Zinsanpassungsklauseln in ihren Prämiensparverträgen zu informieren.

Damit einher geht, dass die jeweiligen Kreditinstitute offenlegen müssen, ob ihre Kund:innen durch die unwirksamen Klauseln zu geringe Zinsen erhalten haben. Stellt sich heraus, dass das der Fall ist, muss die Bank die Zinsen nachberechnen oder einen Änderungsvertrag mit gültigen Zinsklauseln anbieten. Das bedeutet, Sie müssten eine Nachzahlung erhalten.

Dieser Anspruch der Sparer:innen besteht schon lange. Diese Grundsatzentscheidung traf der Bundesgerichtshof (BGH) – Deutschlands höchstes Zivilgericht – bereits im Jahr 2010 (Az. XI ZR 197/09). Nun hat die BaFin den Banken einen zusätzlichen Zwang auferlegt, dass sie von sich aus Kund:innen ehrlich und transparent über ihre eigentlichen Ansprüche informieren muss.

Soll ich auf die Nachzahlung meiner Zinsen warten oder jetzt schon aktiv werden?

Die BaFin räumte den jeweiligen Kreditinstituten eine Frist von 12 Wochen ein, um ihre Kund:innen zu informieren. Problematisch hierbei könnte jedoch sein, dass innerhalb dieser paar Wochen mögliche Ansprüche verjähren könnten.

Kurzum: Sparer:innen laufen gegebenenfalls Gefahr, dass die Banken bei Eintritt der Verjährung keine Zinsen nachzahlen müssen. Bei Sparverträgen, in denen sich eine Menge Geld über viele Jahre angesammelt hat, können den Kund:innen möglicherweise viele tausend Euro durch die Lappen gehen.

Wartet man auf die Rückzahlung der Bank, muss man sich zudem auf die Berechnung der Zinsen verlassen, die im Zweifel auch zugunsten des Geldinstituts angepasst werden könnte.

Wir empfehlen deshalb, die Erstattung der Zinsen mit anwaltlicher Unterstützung durchzusetzen.

Unsere Expert:innen im Banken- und Kapitalmarktrecht bieten Ihnen deshalb eine kostenfreie telefonische Erstberatung an. Darin erfahren Sie, ob eine Durchsetzung in Ihrem Fall nötig und sinnvoll wäre und wie der Ablauf aussähe.

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