Vorwärts denken und voraus vermitteln, so muss vor zwei Jahrzehnten der Kreditvermittler Dr. Klein gedacht haben als er die sog. Forward-Darlehen einführte. Und er hatte damit Erfolg. Dieser besondere Kredit ist inzwischen zu einem Standardprodukt im deutschen Immobilienkreditgeschäft geworden.

Die Geschäftsidee

Die Idee ist simpel. Der Darlehensgeber vereinbart mit einem Darlehensnehmer vertraglich ein Darlehen zu aktuell günstigen Zinsen für die Zukunft. Geworben wird deshalb mit dem Slogan „Zinsen sichern mit Forward-Darlehen“. So sollen alle davon profitieren – der Darlehensnehmer zahlt für sein künftiges Darlehen niedrige Zinsen und der Darlehensgeber bekommt dafür einen Zinsaufschlag auf sein Darlehen. 

Die Wette

Im Grunde hat mit dem Forward-Darlehen die Wette im Baufinanzierungsgeschäft Einzug gehalten. Denn ein Forward-Darlehen macht für den Darlehensnehmer nur Sinn, wenn die Zinsen steigen und nicht weiter sinken. Dafür gibt es Prognosen von „Finanzexperten“; aber natürlich ohne Garantie. Denn zu dynamisch und damit unberechenbar sind die Entwicklungen am Finanzmarkt. Zinsprognosen werden umso unsicherer je weiter sie in die Zukunft reichen. Ist der Vertrag über ein Forward-Darlehen abgeschlossen, nimmt die Wette auf die künftige Zinsentwicklung ihren Lauf. Bleiben die Zinsen gleich oder sinken sie weiter, hat der Darlehensnehmer Pech. Er finanziert dann teurer als er es mit einem aktuellen Darlehen müsste. Möchte er deshalb sein Forward-Darlehen wieder loswerden, kann er dies regelmäßig nur, wenn er dafür dem Darlehensgeber eine hohe Nichtabnahmeentschädigung zahlt. Doch das lohnt sich letztlich zumeist nicht, so dass er frustriert das teure Darlehen bedient.

Die Rechtslage

Die Rechtslage ist eindeutig. Wird ein Kredit vertragswidrig nicht abgenommen, hat der Darlehensgeber Anspruch auf eine Nichtabnahmeentschädigung. Damit soll er für den entgangenen Gewinn entschädigt werden, der ihm durch das „verlorengegangene“ Darlehen entsteht. Dabei spielt es keine Rolle, ob man dem Darlehensgeber unterstellen kann, dass er das nicht abgenommene Darlehen einem anderen Darlehensnehmer gewährt und sich deshalb der Schaden in Grenzen hält.

Kulanz oder Widerruf

Der Darlehensnehmer ist also bei der Nichtabnahme des Darlehens dem Darlehensgeber zur Entschädigung verpflichtet. Er kann nur auf Kulanz hoffen. Sollte ihm sein Darlehensgeber nicht entgegenkommen, sollte er sich seinen Vertrag und insbesondere die Widerrufsbelehrung genauer anschauen. Denn viele Kreditinstitute haben bei Vertragsabschluss ihre Kunden über deren Widerrufsrecht nicht ordnungsgemäß belehrt. In diesem Fall berechtigt die fehlerhafte Widerrufsbelehrung den Darlehensnehmer auch nach Ablauf der vertraglich vereinbarten 14-tägigen Widerrufsfrist heute noch zum Widerruf des Darlehensvertrages. Eine Nichtabnahmeentschädigung kann dann der Darlehensgeber nicht verlangen.

Nichtabnahmeentschädigung zurückfordern oder reduzieren

Wenn die Nichtabnahmeentschädigung bereits gezahlt wurde, lässt sich diese bei einer nicht ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung zurückfordern. Ist ein Widerruf nicht möglich, sollte man die Höhe der geforderten Nichtabnahmeentschädigung überprüfen lassen. Denn erfahrungsgemäß sind viele Forderungen der Kreditinstitute ebenso wie bei der Vorfälligkeitsentschädigung überhöht.

Unser Angebot

  • Kostenfreie Erstberatung: Prüfung der Widerrufsbelehrung von Immobiliendarlehensverträgen

    Wir bieten Ihnen vor einer Mandatierung eine kostenfreie Prüfung Ihres Vertrages an. Wir prüfen für Sie kostenfrei die Widerrufsbelehrung und ob Ihr Vertrag darüber hinaus fehlerhafte Pflichtangaben enthält. So erfahren Sie, ob Sie Ihren Vertrag widerrufen können, wie viel Geld Sie durch einen Widerruf sparen können, was unsere Tätigkeit kostet und wann mit einem Ergebnis zu rechnen wäre. Sie entscheiden dann, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Widerrufes beauftragen wollen.

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