Mit Datensammlung gegen Vielwechsler – Plan der Stromanbieter und Schufa erntet Kritik

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Mit Datensammlung gegen Vielwechsler – Plan der Stromanbieter und Schufa erntet Kritik
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"Bonushopper" profitieren von Sonderangeboten beim Wechsel vom Stromvertrag. Damit soll bald Schluss sein. Die Zusammenarbeit deutscher Stromanbieter mit der Schufa soll Vielwechsler stoppen. Experten sehen das kritisch und Kunden fühlen sich benachteiligt. Was Verbraucher jetzt beachten sollten.

Mit Datensammlung „Bonushopper“ vermeiden

Energieversorger planen gemeinsam mit der Schufa, gegen sogenannte „Bonushopper“ vorzugehen. Mit einer Datenbank namens „Schufa-E-Pool“, entwickelt von der Schufa und der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel, sollen die Vertragsdaten möglichst vieler Kunden gespeichert werden und für die Anbieter nutzbar sein.

Damit können Stromanbieter wechselfreudige Verbraucher schneller identifizieren und bei Bedarf ablehnen. Deutschland hat im Vergleich mit den G20-Ländern weltweit die höchsten Strompreise – mit großem Abstand. Die Stiftung Warentest empfiehlt Verbrauchern regelmäßig den Stromversorger zu wechseln. Etliche Vergleichsportale im Netz helfen dabei, günstige Angebote schnell zu finden. Pro Jahr wechseln laut Angaben der Bundesnetzagentur jedoch nur rund 10 % aller deutschen Haushalte den Stromanbieter.

Experten sehen Pläne der Anbieter kritisch

Bisher werden lediglich die Daten zahlungsunwilliger Kunden gespeichert. Mit der neuen Datenbank werden nach Recherche der Süddeutschen Zeitung und dem Sender NDR wohl die Daten möglichst vieler Kunden gesammelt. Diese sollen den Stromanbietern im „Entscheidungsprozess im Neukundengeschäft“ helfen und wechselfreudige „Bonushopper“, die Startboni nutzen, fernhalten.

Experten sehen das Vorhaben der Stromanbieter und Schufa jedoch kritisch. Schon jetzt gibt es Beschwerden vieler Verbraucher, die von Schwierigkeiten beim Wechseln des Stromvertrags berichten. Oftmals werde ihnen der Wechsel- oder Neuvertragsbonus, mit dem stark geworben wird, verweigert. Unternehmen müssen für Ablehnungen keine Gründe nennen. So geraten abgelehnte Verbraucher schlussendlich doch in Verträge mit gleichen oder gar höheren Preisen als zuvor.

Was Verbraucher wissen sollten

Maßnahmen gegen den neuen Datenpool der Schufa gäbe es laut Bundesnetzagentur vorerst keine. Jedoch wollen sich Datenschützer der Bundesländer verstärkt mit dem Thema beschäftigen. Die Datenbank der Schufa befände sich derzeit noch in der Entwicklungsphase und sei nicht marktreif.

Jedoch werden durch Cookies und weitere Ansammlung von Daten bereits das Konsumverhalten und Zahlungsbereitschaft der Deutschen ermittelt. Diese Praxis nennt sich Personalized Pricing. Unternehmen und Anbietern wird so die Möglichkeit gegeben, ihre Angebote ganz auf den einzelnen Verbraucher zurechtzuschneiden. Das bedeutet, Ihr vorliegendes Angebot eines Stromanbieters nicht zwangsläufig dasselbe ist, wie das Ihres Nachbarn oder Menschen in Ihrem Umfeld.