Mercedes Abgasskandal 2019

Mercedes Abgasskandal 2019 – die Chronologie

Bereits 2018 wurde klar, dass Mercedes-Benz ebenfalls an den Manipulationen des Dieselskandals beteiligt war. 2019 zeigt sich deutlicher, wie bei Mercedes manipuliert wurde und welche Modelle betroffen waren. Mercedes wurde vom KBA durch zwei angeordnete Rückrufe dazu gezwungen, Fahrzeuge zurückzurufen. Betroffen sind mittlerweile weit über eine Million Mercedes-Fahrzeuge europaweit. Noch ist der Dieselskandal für die Daimler-Tochter nicht ausgestanden, denn nun soll der Fall vor den Europäischen Gerichtshof wandern. Wir berichten, welche Entwicklungen 2019 im Fall Mercedes im Rahmen des Dieselskandals stattgefunden haben. 

Bereits 2018 wurde klar, dass Mercedes-Benz ebenfalls an den Manipulationen des Dieselskandals beteiligt war. 2019 zeigt sich deutlicher, wie bei Mercedes manipuliert wurde und welche Modelle betroffen waren. Mercedes wurde vom KBA durch zwei angeordnete Rückrufe dazu gezwungen, Fahrzeuge zurückzurufen. Betroffen sind mittlerweile weit über eine Million Mercedes-Fahrzeuge europaweit. Noch ist der Dieselskandal für die Daimler-Tochter nicht ausgestanden, denn nun soll der Fall vor den Europäischen Gerichtshof wandern. Wir berichten, welche Entwicklungen 2019 im Fall Mercedes im Rahmen des Dieselskandals stattgefunden haben.

Januar 2019

21.01.2019 – Auch Euro 5-Mercedes von Abgasskandal betroffen

Bisher war bei Mercedes nur die Rede davon, dass Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 6 manipuliert wurden. Doch nun stellte das Landgericht Stuttgart fest, dass auch Modelle der Abgasnorm Euro 5 von den Manipulationen betroffen seien. Für Mercedes-Besitzer bedeutet das, dass auch bald Rückrufaktionen für ältere Diesel-Modelle vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verkündet werden könnten.

31.01.2019 – Gericht erklärt Thermofenster für unzulässig

Das Landgericht Stuttgart verurteilte Mercedes zur Zahlung eines Schadensersatzes wegen sittenwidriger Schädigung. Im Fokus des Verfahrens stand das "Thermofenster", eine Abschalteinrichtung, die bei einer zu hohen oder zu geringen Außentemperatur eine Reduzierung der Abgasrückführung veranlasste. Der Mutter-Konzern Daimler erklärte, es handle sich hierbei nur um eine Motorschutz-Funktion.

Dennoch sah das Stuttgarter Gericht das "Thermofenster" als unzulässig an, da die Motorschutzfunktion nur in Ausnahmefällen einspringen solle, nicht jedoch bei einer Außentemperatur von 7 Grad Celsius. Insbesondere in Norddeutschland erreicht das Thermometer sehr häufig einen Wert unterhalb dieser Marke.

Februar 2019

13.02.2019 – Rückruf der Mercedes C-Klasse nun amtlich

Das KBA veröffentlichte nun den bereit angekündigten verpflichtenden Rückruf der Mercedes C-Klasse. Es dreht sich hierbei um Fahrzeuge, die zwischen 2013 und 2018 gebaut wurden. Weltweit sind etwa 100.000 Fahrzeuge von dem Pflichtrückruf betroffen. In Deutschland selbst sind 11.400 Fahrzeuge zugelassen, die sich nun einem Software-Update unterziehen müssen. Es wird vermutet, dass die Fahrzeuge wegen des illegalen "Thermofensters" zurückgerufen werden mussten.

21.02.2019 – Bußgeldverfahren gegen Daimler eröffnet

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verkündete, ein Bußgeldverfahren gegen Daimler und somit auch die Tochter-Marke Mercedes eröffnet zu haben. Es wird die Frage untersucht, ob es durch eine Aufsichtspflichtverletzung von Führungskräften zu den Abgasmanipulationen im Hause Mercedes kommen konnte. Bereits gegen VW, Audi, Porsche und den Zulieferer Bosch wurden ähnliche Verfahren geführt. Alle Angeklagten wurden zur Zahlung von hohen Millionen-Beträgen verurteilt.

März 2019

20.03.2019 – Musterfeststellungsklage gegen Mercedes-Benz-Bank abgelehnt

Noch 2018 hatte die Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. eine Musterfeststellungsklage gegen die Autobank von Mercedes-Benz eingereicht. Die Organisation hatte als Klagegrund angegeben, dass sich in den Verträgen der Autobank fehlerhafte und unzureichende Informationen zu einem möglichen Widerruf befinden würden. Das würde für Kunden, die ein Neufahrzeug über eine Finanzierung mit der Mercedes-Benz-Bank erhalten haben, eine Rückabwicklung des Kaufvertrags dauerhaft möglich machen.

Nun hat das Oberlandesgericht Stuttgart beschlossen, die Klage abzuweisen. Das Verfahren scheiterte nicht am Klagegrund, sondern an der Klageberechtigung der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. Die Organisation hatte sich geweigert, ihre Mitgliederliste unanonymisiert abzugeben. Zudem war das Gericht nicht davon überzeugt, dass die Schutzgemeinschaft nur im Interesse der Verbraucher und nicht mit eigenem Profitinteresse agiere.

Der Widerruf von Autokrediten ist dennoch möglich, da sich in den meisten Verträgen mit Autobanken fehlerhafte Informationen finden lassen.

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Juni 2019

24.06.2019 – Zweiter Pflichtrückruf bei Mercedes

Bereits im August 2018 wurde Mercedes vom KBA zu einem Rückruf verpflichtet. Betroffen waren europaweit etwa 700.000 Fahrzeuge – davon 280.000 in Deutschland zugelassen. Quer durch die Modell-Palette von Mercedes mussten Fahrzeuge zurückgerufen werden – u.a. die beliebte E- und C-Klasse und der Mercedes Sprinter.

Nun kündigte das KBA den zweiten Pflichtrückruf für ein Modell aus dem Hause Daimler an: Auch im GLK 220 CDI wurde eine illegale Abschalteinrichtung verbaut, welche die Abgasrückführung illegalerweise reduzierte. Etwa 60.000 Fahrzeughalter werden nun informiert und dazu aufgefordert, mit ihrem Mercedes GLK eine Werkstatt aufzusuchen, um ein Software-Update aufspielen zu lassen. Dieses aktualisiert die Motorsteuerungssoftware und deaktiviert die Abschalteinrichtung.

Juli 2019

30.07.2019 – Hardware-Nachrüstung für Mercedes-Modelle genehmigt

Das Kraftfahrt-Bundesamt genehmigte nun Nachrüstsätze bestimmter Hersteller für Modelle von BMW, Volvo und Mercedes. Das Technologieunternehmen Dr Pley erhielt in Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosal den Zuschlag, um künftig Mercedes-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 mit entsprechender Hardware nachzurüsten. Die Hersteller gaben an, dass die Nachrüstung inklusive Einbau etwa 3000 bis 3600 Euro kosten würde.

Daimler bietet betroffenen Besitzern von Mercedes-Fahrzeugen eine finanzielle Beteiligung von bis zu 3000 Euro an. Dies gilt jedoch nur für private Halter, die in Fahrverbots-Regionen wohnhaft sind. Außerdem müssen betroffene Mercedes-Kunden bedenken, dass sie mit Inanspruchnahme der Zuzahlung jegliche Schadensersatzansprüche gegen Daimler verlieren.

August 2019

22.08.2019 – Weitere Rückrufe bei Mercedes angekündigt

Im August erhielten zahlreiche Halter von Mercedes-Fahrzeugen erneut Post von der Daimler-Tochter. Fahrzeuge, die ursprünglich nur von einer freiwilligen Rückrufaktion betroffen waren, scheinen nun verpflichtend zurückgerufen werden müssen. Daher wurden alle Mercedes-Besitzer, die freiwillig nicht das Software-Update haben aufspielen lassen, nun erneut kontaktiert. Noch ist keine Rückrufaktion vom KBA in ihrer Rückruf-Datenbank veröffentlicht worden.

September 2019

26.09.2019 – Mercedes zu hoher Bußgeldzahlung verurteilt

Wie bereits Audi, Porsche, VW und Zulieferer Bosch wurde nun auch Mercedes zu einer hohen Bußgeldzahlung verurteilt. Daimler wird eine Aufsichtspflichtverletzung im Rahmen des Dieselskandals vorgeworfen. Ganze 870 Millionen Euro muss der Daimler-Konzern an das Land Baden-Württemberg zahlen, so entschied die Staatsanwaltschaft Stuttgart. Audi wurde zu einer Zahlung von 800 Millionen, Porsche 535 Millionen, Bosch 90 Millionen und VW ganze 1 Milliarde Euro Bußgeld verdonnert.

Oktober 2019

07.10.2019 – Mercedes Sprinter im Manipulationsverdacht

Nun steht auch der beliebte Mercedes-Kastenwagen Sprinter im Verdacht, manipuliert worden zu sein. Das KBA hat bereits Anhörungen gestartet, um herauszufinden, ob sich auch in der Motorsteuerungssoftware des Sprinters eine illegale Abschalteinrichtung zur Reduzierung der Abgasrückführung befindet. Falls sich dieser Verdacht bestätigt, wären europaweit etwa 250.000 Fahrzeuge betroffen. Mercedes beteuert weiterhin, dass alle Funktionen des Skandal-Motortyps OM 651 legal seien.

14.10.2019 – Dritter Pflichtrückruf bei Mercedes

Das KBA hat einen weiteren Pflichtrückruf für Mercedes-Modelle angekündigt. Es soll sich hierbei um eine "mittlere sechsstellige Anzahl an Mercedes Benz-Fahrzeugen" handeln, wie das Unternehmen selbst bestätigte. Auch der Kastenwagen Sprinter, der bereits im Verdacht stand, manipuliert worden zu sein, soll zu den zurückgerufenen Fahrzeugmodellen gehören. Der Daimler-Konzern erklärte, dass lediglich Fahrzeuge betroffen seien, die nicht mehr produziert werden und spätestens Baujahr 2016 seien.

24.10.2019 – Mercedes verstößt mit Schadstoffausstoß gegen EU-Regeln

Das Landgericht Stuttgart verkündete nun, dass Mercedes gegen EU-Regeln zur Typzulassung verstoße. Denn der GLC 220d 4Matic der Marke Mercedes soll – statt gesetzlich für ein Euro 6-Fahrzeug erlaubte 80 mg/km – ganze 500 kg/km an Stickoxid im Realbetrieb ausstoßen. Mercedes wurde daraufhin zur Zahlung einer hohen Schadensersatzsumme verurteilt.

24.10.2019 – Anwälte warnen vor Gutschein-Aktion von Mercedes

Bei Mercedes läuft aktuell eine Aktion, bei der alle Besitzer eines Mercedes-Fahrzeugs, die bei ihrem Fahrzeug freiwillig eine aktuelle Software aufspielen lassen, einen 100 Euro-Gutschein erhalten. Anwälte warnen Verbraucher davor, übereilig auf diese Aktion zu reagieren, da mit der Inanspruchnahme Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche verloren gehen können. Etwa 3,8 Millionen Mercedes-Fahrzeuge kommen für diese Aktion in Frage.

November 2019

15.11.2019 – Dieselskandal bei Mercedes wird vor dem EuGH landen

Die Landgerichte Frankenthal und Stuttgart hatten angekündigt, den Fall um den Dieselskandal bei Mercedes an den Europäischen Gerichtshof weiterzureichen. Dieser soll endgültig klären, ob es sich bei dem Thermofenster, welches dafür sorgt, dass bei einer zu hohen oder zu niedrigen Außentemperatur die Abgasrückführung nur reduziert funktioniert, als illegale Abschalteinrichtung zu sehen ist oder nicht. Verschiedene Gerichten hatten das Thermofenster bereits als illegale Manipulation an der Motorsteuerungssoftware eingestuft. Die Verhandlung vor dem EuGH soll nun Gewissheit bringen.

21.11.2019 – Zahlreiche Schadensersatzklagen für Betroffene entschieden

Im November entschieden diverse Gerichte in Schadensersatzklagen gegen den Autobauer Mercedes für die betroffenen Autobesitzer. Selbst für Fahrzeuge, die offiziell vom KBA noch gar nicht zurückgerufen wurden, musste Mercedes bereits Schadensersatz zahlen. Das Landgericht Stuttgart will weitere Fragen vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg klären lassen. Dagegen wehrt sich Daimler vehement. Für betroffene Mercedes-Besitzer von Vorteil, da Daimler hohe Entschädigungssummen zahlt, um den Ermittlungen auf europäischer Ebene zu entgehen.

So können betroffene Mercedes-Kunden vorgehen

Für geschädigte Verbraucher, die einen manipulierten Mercedes besitzen, hat sich 2019 viel getan. Von diversen Gerichten wurde die Mercedes-Mutter Daimler zu hohen Schadensersatzzahlungen verurteilt. Selbst für Fahrzeuge, die aktuell von noch keiner Rückrufaktion betroffen sind, musste Mercedes bereits zahlen. Es ist also lohnenswert, sich bereits Gedanken über ein Vorgehen gegen Mercedes zu machen, auch wenn Sie noch kein Rückrufschreiben für Ihr Fahrzeug erhalten haben. Diese Optionen stehen Ihnen zur Verfügung:

Erstattung des Kaufpreises

Aufgrund unserer Erfahrung mit ähnlichen Fällen – und wegen des drastischen Wertverlustes und der drohenden Fahrverbote – empfehlen wir allen betroffenen Mercedes-Kunden, ihr Fahrzeug zurückzugeben und die Erstattung des Kaufpreises zu verlangen.

Schadensersatz fordern

Für viele Kunden ist es keine Option, ihr Fahrzeug herzugeben. In diesem Fall können Sie von Mercedes alternativ einen Schadensersatz in Höhe von bis zu 20 % des Kaufpreises fordern.

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So gehen Sie ohne Kostenrisiko gegen Mercedes vor

Hohe Anwalts- und Verfahrenskosten sollten Sie nicht davor abschrecken, juristisch gegen Mercedes vorzugehen. Denn mit uns entsteht Ihnen kein Kostenrisiko. Hierbei ist unerheblich, ob Sie über eine abgeschlossene Rechtsschutzversicherung verfügen oder nicht.

Durchsetzung mit Rechtsschutzversicherung

Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Kosten zur Forderung Ihrer Ansprüche. Jetzt tritt genau der Grund ein, weshalb Sie einst eine Versicherung abgeschlossen haben. Wir stellen für Sie kostenfrei die Deckungsanfrage und kümmern uns im Anschluss um die Kommunikation und Abwicklung mit Ihrem Versicherer. Sie müssen lediglich die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen. Bei der Beauftragung für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche senden wir direkt die Deckungsanfrage an Ihre Versicherung. Schneller und einfacher geht es nicht.

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Durchsetzung ohne Rechtsschutzversicherung

Auch ohne Rechtsschutzversicherung bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihre Ansprüche ohne eigenes Kostenrisiko geltend zu machen. Ein Prozesskostenfinanzierer übernimmt für Sie alle Kosten, die durch die Vertretung entstehen. Nur im Falle eines Erfolgs erhält der Prozesskostenfinanzierer eine sogenannte Erfolgsprovision. Dieses beträgt bei der außergerichtlichen Durchsetzung 15 % vom Streitergebnis. Kommt es zu keiner Einigung, wird der Prozesskostenfinanzierer Ihnen nach erneuter Prüfung und bestehenden Erfolgschancen ein individuelles Prozessfinanzierungsangebot für die Klage erstellen.

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