Kündigungen bei IBM trotz Milliarden-Gewinnen

Kündigungen bei IBM trotz Milliarden-Gewinnen

Der führende Software-Hersteller IBM plant trotz erfolgreichem Jahr 2020 die Entlassung von mehr als 1.000 Mitarbeitenden in Deutschland. Das Know-How vieler Angestellter seien für die Neuausrichtung unzureichend. Doch darf IBM seine Angestellten aus diesen Gründen kündigen? Wir klären auf!

Der führende Software-Hersteller IBM plant trotz erfolgreichem Jahr 2020 die Entlassung von mehr als 1.000 Mitarbeitenden in Deutschland. Das Know-How vieler Angestellter seien für die Neuausrichtung unzureichend. Doch darf IBM seine Angestellten aus diesen Gründen kündigen? Wir klären auf!

Kündigung bei IBM: Beschäftigte nicht gut genug für die Zukunft

IBM ist keinesfalls ein wirtschaftlicher Verlierer der Corona-Pandemie. Im Gegenteil: Der Software-Hersteller konnte im dritten Quartal 2020 sogar Gewinne in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar einfahren. Trotzdem sollen bis zu 1.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden.

IBM begründet die Maßnahme mit „dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und einer Neuausrichtung der Organisation und der Skills”. Die technischen Kenntnisse einer Vielzahl der Mitarbeitenden sei für die künftigen Pläne des Unternehmens nicht mehr ausreichend. Harsche Kritik übt unterdessen Ver.di an dem Vorgehen und fordert Alternativen zu dem geplanten Stellenabbau.

Sozialplan soll Entlassungen bei IBM reduzieren

Dem Unternehmen IBM fehle es laut Ver.di an Respekt, Wertschätzung und Anerkennung gegenüber seiner Belegschaft, die während der Corona-Pandemie Großartiges geleistet habe. So fordert die Gewerkschaft den Vorstand auf, von den Plänen abzusehen und den Mitarbeitenden stattdessen Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten. Ver.di befürchtet zudem, dass gesetzliche Regelungen ignoriert und auch Mitglieder des Betriebsrates und Vertreter von Schwerbehinderten entlassen werden.

IBM selbst jedoch äußerte sich nicht dazu. Stattdessen befände man sich bereits in Gesprächen mit den zuständigen Betriebsratsgremien und verhandelt über Sozialpläne, um die anstehenden Entlassungen zu schmälern.

Betriebsbedingte vs. personenbedingte Kündigung bei IBM

IBM spricht dabei von betriebsbedingten Kündigungen. Laut Experten eine typische Maßnahme des Unternehmens, um Umstrukturierungen voranzubringen. So kam es seit 2005 in mehr als sieben deutschen Geschäftszweigen des Unternehmens zu betriebsbedingten Entlassungen. Laut Quartalszahlen kann es dabei jedoch nicht aus finanziellen Problemen zu dieser Entscheidung gekommen sein.

Dann könnte man aber von sogenannten personenbedingten Kündigungen ausgehen. Diese gelten, wenn der Wissens- und Kenntnisstand der Belegschaft nicht mehr ausreicht, um Arbeitsaufträge auszufüllen. Dann jedoch ist ein Betrieb zunächst dazu angehalten, Versetzungen oder Weiterbildung – sollte der fachliche Mangel behebbar sein – als Maßnahmen einer Kündigung vorzuziehen.

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