Ein Immobilienmakler darf von einem Kaufinteressenten keine Reservierungsgebühr verlangen. So das Landgericht Berlin, das die Gebührenregelung eines Maklerunternehmens für eine Immobilienreservierung als unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers bewertete (Urt. v. 08.11.2016, Az.: 15 O 152/16).

Gebührenregelung unzulässig

Die Gebühr wurde vom Gericht schon deshalb beanstandet, weil für den Kaufinteressenten nicht sichergestellt sei, dass er das reservierte Objekt tatsächlich kaufen könne. Die Reservierungsvereinbarung biete damit keinen nennenswerten Vorteil. Selbst die Möglichkeit der Umreservierung in einem bestimmten Zeitraum sei kein Vorteil. Denn zumeist interessiere sich der Verbraucher für ein konkretes Wohnobjekt. Vor allem stelle aber die Reservierungsgebühr neben der Courtage eine weitere, erfolgsunabhängige Vergütung für den Makler dar.

Auf die Vereinbarung kommt es an

Im vorstehenden Fall wurde die Reservierungsgebühr in einer Gebührenordnung vorformuliert und kam nicht durch eine individuelle Vereinbarung zwischen dem Makler und dem Kaufinteressenten zustande. Von einer unangemessenen Benachteiligung des Verbrauchers im Sinne des Gesetzes und damit einer Unwirksamkeit der Klausel ist dann auszugehen, wenn der Makler durch eine einseitige Vertragsgestaltung missbräuchlich eigene Interessen zu Lasten seines Vertragspartners durchzusetzen versucht.

Erstattungsanspruch prüfen lassen

Wurde die Reservierungsgebühr unzulässigerweise verlangt, dann besteht ein Erstattungsanspruch. Lassen Sie Ihren Anspruch prüfen! 

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