Jeder Elfte erfährt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

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sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
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Angst, Scham, Ekel, Depressionen bis hin zum Suizid – all das können Folgen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sein. Umso schlimmer, dass jede elfte Person in den letzten drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren musste. Doch anzügliche Kommentare oder unerwünschte Berührungen müssen und sollten Sie nicht hinnehmen. Hier erfahren Sie, wie Sie sich wehren können.

Welche Personengruppen sind besonders von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen?

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle ergab, dass etwa jede elfte erwerbstätige Person in den letzten drei Jahren am Arbeitsplatz sexuell belästigt wurde. Die Zahlen zeigen außerdem, dass gut drei Viertel der Betroffenen Frauen waren.

Außerdem ergibt sich ein weiteres Muster, wenn man diese und andere Studien zusammenlegt: Trans-, homo- und bisexuelle Menschen, Frauen mit Migrationshintergrund und Frauen mit einer Behinderung sind überdurchschnittlich oft von sexueller Diskriminierung oder Belästigung betroffen. Experten gehen davon aus, dass Täter oftmals davon ausgehen, dass die Gefahr von Gegenwehr bei diesen Personengruppen geringer ist. Der Angreifer befürchtet daher kaum oder keine Konsequenzen.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass jede Person Opfer von sexueller Belästigung werden kann. Es steht aber auch fest, dass niemand sexuelle Belästigung, eben auch nicht am Arbeitsplatz ertragen muss. Denn es gibt Gesetze zum Schutz jedes Einzelnen.

Formen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Beispiele aus der Rechtsprechung zeigen, wie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aussehen kann. Diese hat die Antidiskriminierungsstelle unter den Aspekten Machtdemonstration und Konkurrenz/Respektlosigkeit zusammengefasst:

Machtdemonstration

  • Der Vorstandsvorsitzende belästigt die befristet Beschäftigte.
  • Der Ausbildungsleiter belästigt die Auszubildenden.
  • Der Aufsichtsrat belästigt die Managerin.
  • Der Angestellte belästigt die Praktikantin.

Konkurrenz/Respektlosigkeit

  • Der Arbeitskollege erzählt einen sexistischen Witz, der Vergewaltigung verharmlost.
  • Der Angestellte fordert eine Kollegin auf, einen Minirock zu tragen.
  • Der Bauarbeiter drängt die Bauleiterin gewaltsam in eine Ecke und fasst ihr an die Brust.

Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?

Es ist nachvollziehbar, dass Arbeitnehmer Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen haben und deswegen stumm bleiben. Zumal es auch oftmals schwierig ist, einschätzen zu können, was unter sexuelle Belästigung fällt. Schließlich haben sich gewisse Verhaltensmuster und Sprüche als "schlechter Flirtversuch" oder "schlechter Witz" in das tägliche Leben integriert. Wenn Sie sich aber aufgrund des Verhaltens von Kollegen, Kunden und Co. unwohl fühlen, ist dies ein hinreichendes Zeichen dafür, dass ein notwendiger Abstand nicht gewährleistet ist. Folgende drei Schritte sollten Sie befolgen, wenn Sie glauben oder wissen, dass Sie sexuell belästigt werden.

Schritt 1: Geben Sie sich nicht selbst die Schuld für die unangenehmen Situationen. Auch wenn Ihnen vorgeworfen wird, zu "übertreiben" oder etwas "falsch verstanden" zu haben – hören Sie auf Ihr Gefühl und entscheiden Sie, was sich für Sie falsch und unangebracht anfühlt. Nur das zählt!

Schritt 2: In "harmloseren" Fällen reicht es oftmals aus, dem Täter ganz klar zu sagen, dass Sie sich belästigt fühlen. Je nachdem, wie wohl Sie sich mit einer Konfrontation fühlen, können Sie dies schriftlich oder auch mündlich machen. Nehmen Sie sich auch gerne eine Person zur Hilfe, die Sie bei einem Gespräch mental unterstützt, wenn Sie sich so sicherer fühlen.

Schritt 3: Wenn ein Gespräch nicht fruchtet, sollten Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber über die Übergriffe beschweren. Der Arbeitgeber steht Ihnen gegenüber in der Schutzpflicht und ist dahingehend verpflichtet, alles in die Wege zu leiten, um Vorfälle dieser Art künftig zu verhindern. Wenn Sie Beschwerde einlegen, sind Sie grundsätzlich vor Kündigungen und Abmahnungen, die auf der Beschwerde beruhen würden, geschützt.

Schritt 4: Werden keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, müssen Sie sich Hilfe von außen holen. Unsere Anwälte hören sich Ihren Fall an und beraten Sie gerne, wie Sie weiter vorgehen sollten.

Sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Haben auch Sie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren müssen? Dann schildern Sie uns Ihren Fall in einem Erstberatungsgespräch. Hier erfahren Sie, wie wir Ihre Situation einschätzen und wie wir Ihnen helfen können – vertraulich und diskret.

Zur Erstberatung im Arbeitsrecht

Nur zwei Monate Zeit, um Ansprüche durchzusetzen!

Psychischer Schaden, der Menschen durch sexuelle Belästigung angetan wird, kann man nicht mit Geld aufwiegen. Dennoch sollten Sie wissen, dass Sie als Betroffener Anspruch auf Entschädigung und Schmerzensgeld, insbesondere nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) haben. Diese Ansprüche aus dem AGG müssen Sie nach einem Vorfall innerhalb von zwei Monaten schriftlich beim Arbeitgeber geltend machen. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie noch drei Monate Zeit, um eine Klage beim Arbeitsgericht einzureichen.

Deshalb ist es besonders wichtig, sich schnellstmöglich fachliche Hilfe von außen zu holen, um die Situation richtig einschätzen zu lassen und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Lassen Sie sich dazu von unseren Experten im Arbeitsrecht beraten!

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