Impfpass-Fälschungen auf Vormarsch - Gesetzentwurf soll Betrüger stoppen

Impfpass-Fälschungen auf Vormarsch - Gesetzentwurf soll Betrüger stoppen

Die Debatte um Freiheiten für Geimpfte lockt immer mehr Fälscher:innen von Impfausweisen aus den Löchern. Während der gängige Impfpass anfällig für Fälschungen ist, versucht die Regierung mit neuen Strafen gegen die Fälscher:innen vorzugehen. Wir klären auf!

Die Debatte um Freiheiten für Geimpfte lockt immer mehr Fälscher:innen von Impfausweisen aus den Löchern. Während der gängige Impfpass anfällig für Fälschungen ist, versucht die Regierung mit neuen Strafen gegen die Fälscher:innen vorzugehen. Wir klären auf!

Spahn plant drastische Strafen für Fälscher:innen

Die Bundesregierung will unbedingt verhindern, dass Menschen mit gefälschten Impfpässen eine Immunisierung vortäuschen und so ihre Mitmenschen in Gefahr bringen. Ein neues Gesetz soll die Erstellung falscher Impfdokumente und deren Nutzung nun unter Strafe stellen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat daher einen Gesetzesentwurf präsentiert, der bereits vom Bundestag beschlossen wurde. Darin ist vorgesehen, dass die Nutzung unwahrer Angaben in Impfpässen, Genesenen- und Testdokumenten mit einer Geldstrafe bis hin zu Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden. Wer gefälschte Dokumente eigenhändig an andere Personen ausstellt, dem droht eine Geld- oder Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren.

Unser Tipp

Impfpass niemals im Netz posten!

Wer stolz auf den Pieks ist und seinen Impfpass auf sozialen Netzwerken postet, kann den Fälscher:innen unbewusst helfen. Datenschützer warnen daher davor, Fotos des Impfausweises samt Sticker der Corona-Impfung im Netz zu veröffentlichen. Fälscher:innen können dort die wichtigen Charge-Nummern der Impfungen ermitteln und so ihre Fälschungen noch authentischer gestalten.

Freiheits-Diskussionen entfacht den Fälscher-Markt

Die Impfkampagne Deutschlands nimmt Fahrt auf. Trotzdem warten viele Menschen noch immer auf ihre Impfung und sehen sich in der Öffnungs- und Freiheitsdebatte aufgrund fehlender Impfmöglichkeiten zum Teil im Stich gelassen. Das lockt Fälscher:innen an, die falsche Impfpässe samt begehrten Impfstickern von BioNTech, AstraZeneca und Co. für Geld unter die Leute bringen.

Doch warum haben es die Betrüger:innen so leicht? Der gängige gelbe Impfpass ist leicht zu fälschen und ohne technische und digitale Lösungen kann dem laut Expert:innen kaum Einhalt geboten werden. Auf Plattformen wie Telegram werden gefälschte Dokumente bereits für 50 Euro angeboten.

Deutschland fehlt bisher eine digitale Lösung

Während das EU-Parlament bereits konkrete Pläne für ein digitales Impfzertifikat hat und eine Vielzahl an Ländern der Umsetzung zugestimmt haben, liegt Deutschland noch immer weit zurück. Hierzulande wäre eine technische Umsetzung noch immer nicht möglich, teilten die deutschen Vertreter:innen mit.

Das Impfzertifikat soll Impfungen, Genesung und Tests genau dokumentieren und so das Reisen innerhalb der EU-Länder vereinfachen. Solch ein digitales Dokument soll auch besser vor Fälschungen schützen. Zudem gelten seit Neustem für vollständig Geimpfte, Genesene oder negativ getestete Menschen wieder mehr Freiheiten beim Einkaufen, Friseurbesuchen oder Besuchen in Restaurants.

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