Hochwasserschaden am Auto: Welche Versicherung zahlt?

Hochwasserschaden am Auto: Welche Versicherung zahlt?

Das Tief „Bernd“ hat im Sommer 2021 zu Starkregen, Überflutungen und Hochwasser in vielen deutschen Gemeinden geführt. Was müssen Fahrzeughalter:innen bei Hochwasser und Starkregen beachten? Macht es einen Unterschied, wie hoch das Wasser steht? Wer bezahlt die Schäden? Dies und mehr hier im Artikel.

Das Tief „Bernd“ hat im Sommer 2021 zu Starkregen, Überflutungen und Hochwasser in vielen deutschen Gemeinden geführt. Was müssen Fahrzeughalter:innen bei Hochwasser und Starkregen beachten? Macht es einen Unterschied, wie hoch das Wasser steht? Wer bezahlt die Schäden? Dies und mehr hier im Artikel.

Die wichtigsten ersten Schritte bei Hochwasserschäden am Auto

Der ADAC empfiehlt, nach jedem Wasserschaden unbedingt die Werkstatt aufzusuchen.

Wenn ein Starkregen, wie im Juli 2021 in Teilen Deutschlands, lebensbedrohliche Ausmaße annimmt, gilt die erste Sorge natürlich dem Schutz des Lebens. Das heißt, dass man mit dem Auto nicht in überschwemmte Gebiete fahren sollte. Denn die Wassertiefe ist nicht immer richtig abzuschätzen und bei Schlamm- und Wasserlawinen kann auch ein Auto mitgerissen werden.

Um Folgeschäden zu vermeiden – wenn vom Auto noch etwas zu retten ist – sollten Sie ein überschwemmtes Auto nie starten. Die Batterie sollten Sie außerdem möglichst schnell abklemmen und sich mit Ihrer Versicherung in Verbindung setzen.

Welche Versicher­ung zahlt bei Hoch­wasser­schäden am Auto?

Grundsätzlich ist Ihre Kaskoversicherung zuständig bei Unwetter- und Hochwasserschäden an Ihrem Auto. Wie viel die Versicherung letztendlich zahlt oder ob sie überhaupt Schadenszahlungen übernimmt, hängt davon ab, ob das Wasser zum Auto kam oder das Auto zum Wasser.

  • Wasser kommt zum Auto: Wurde Ihr geparktes Fahrzeug – Auto oder Motorrad – von ansteigenden Wassermassen überrascht, dann übernimmt die Teilkaskoversicherung die Schäden. Allerdings kann die Teilkasko eine Zahlung auch verweigern, wenn Sie Gelegenheit hatten, das Auto vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen und es nicht taten.

  • Auto kommt zum Wasser: Auto fahren bei Starkregen und Hochwasser sollten Sie nur in äußersten Notfällen versuchen. So kann es zum Beispiel dazu kommen, dass beim Fahren Wasser angesaugt wird und in den Motorraum gelangt. Dann heißt es: Auto auslassen und den Abschleppdienst rufen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass die Teilkasko den Schaden nicht übernimmt, da er nicht unmittelbar durch das Hochwasser, sondern durch Ihr Fahrverhalten zustande kam. Hier würde nur die Vollkasko einspringen. Eine Ausnahme davon gilt, wenn eine plötzliche Überschwemmung ein Abschalten des Motors nicht mehr erlaubte.

Hoch­wasser und Über­flutung: Darauf sollten Sie jetzt achten

Ob Starkregen, Hochwasser oder Überflutungen: Wassermaßen können zu starken Schäden an Autosführen. Je nach Schwere des Unwetters und dem damit verbundenem Hochwasserlevel gilt es für Autofahrer:innen Unterschiedliches zu beachten.

Wird ein geparktes Auto von ansteigendem Wasser überrascht, dann ist je nach Wasserhöhe Folgendes zu erwarten:

  • Wasser bis zur Türschwelle, Innenraum bleibt trocken: Hier sind Schäden nicht auszuschließen. Bei Auffälligkeiten empfehlen ADAC-Expert:innen, die Funktionsbauteile im Bodenbereich des Pkw überprüfen zu lassen.

  • Wasser reicht über die Türschwelle oder bis in den Innenraum: In diesem Szenario sind Schäden am Pkw äußerst wahrscheinlich. Am besten sollten alle Funktionsbauteile, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, überprüft werden. Teile wie z.B. den Gurtstraffer sollte man sicherheitshalber austauschen.

  • Wasser reicht über die Scheibenunterkante und ist im Auto: In diesem Szenario müssen Sie mit dem Schlimmsten rechnen. Vermutlich sind die elektrischen und elektronischen Bauteile einschließlich der Kabelbäume beschädigt, genauso wie Motor und Getriebe. Eine Reparaturmöglichkeit ist also zweifelhaft. Selbst wenn kosmetische Schäden behoben werden, ist mit Funktionsstörungen zu rechnen.

In allen Fällen empfiehlt sich der Gang in die Werkstatt.