Großer Prozesserfolg gegen VW: Schadensersatz sichern & Auto behalten

Großer Prozesserfolg gegen VW: Schadensersatz sichern & Auto behalten

Wir von Gansel Rechtsanwälte haben gegen VW einen wichtigen Prozesserfolg erzielt, der Auswirkungen für alle hat, die ihre Schadensersatzklage auf Rückabwicklung ihres Diesels zwar gewonnen haben, ihr Auto aber behalten möchten. Wir erklären die Besonderheiten des Urteils und zeigen, was es im Fall der Fälle zu beachten gilt.

Wir von Gansel Rechtsanwälte haben gegen VW einen wichtigen Prozesserfolg erzielt, der Auswirkungen für alle hat, die ihre Schadensersatzklage auf Rückabwicklung ihres Diesels zwar gewonnen haben, ihr Auto aber behalten möchten. Wir erklären die Besonderheiten des Urteils und zeigen, was es im Fall der Fälle zu beachten gilt.

Großen Schadens­ersatz kassieren – und trotz­dem das Auto behalten!

Wir haben vor dem Landgericht (LG) Baden-Baden einen Prozess für einen Mandanten gewonnen, der von Volkswagen verklagt wurde. Hintergrund der Angelegenheit war die Klage des Mandanten auf Schadensersatz. Diese gewann er auch, doch der zugesprochene Schadensersatz war ihm zu gering. Er entschied sich also, sein Auto zu behalten.

Das wollte VW nicht hinnehmen. Sie überwiesen den Schadensersatz ohne Aufforderung und zogen vor Gericht, als der Kläger das Auto nicht herausgab. In zweiter Instanz verloren sie die Klage nun (Urt v. 19.08.2021, Az. 3 S 7/21). Die Richter:innen am Landgericht (LG) Baden-Baden sahen keine Grundlage, auf der VW die Herausgabe des Autos hätte fordern können.

Dieser Erfolg heißt für viele andere Dieselfahrer:innen: Die Autohersteller haben nicht immer Anspruch auf die Herausgabe des Fahrzeuges, wenn Geschädigte ihr Fahrzeug – aus welchen Gründen auch immer – nicht zurückgeben möchten.

Sie sind unsicher, ob sich eine Klage lohnt oder welches Ergebnis sie anstreben sollen? Keine Sorge, wir beraten Sie gerne. Machen Sie zunächst einen unverbindlichen Online-Check und erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung zu Ihrem Fall.

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Kaufpreis­minderung oder Kaufpreis­erstattung?

Für Sie bedeutet unser Prozesserfolg gegen VW: Sie können auch noch nach dem Urteil entscheiden, wie sie mit Ihrem Auto verfahren wollen. Selbst dann, wenn Sie auf den „großen Schadensersatz“, die Kaufpreiserstattung gegen Autorückgabe, geklagt haben.

In der Regel können sich Betroffene bei einer Klage im Abgasskandal entscheiden, ob sie ihr Auto behalten und dafür eine Kaufpreisminderung fordern – auch „kleiner Schadensersatz“ genannt. Oder ob sie ihr Auto gegen eine Kaufpreiserstattung abgeben möchten – der „große Schadensersatz“. Bei letzterer Option wird meistens eine höhere Summe gefordert.

Im vorliegenden Fall hatte sich der Kläger zunächst für die zweite Option entschieden, also den großen Schadensersatz. Dieser fiel aber so gering aus, dass er sich umentschied und das Auto behielt.

Das positive Urteil des LG Baden-Baden zeigt nun, dass dies möglich ist. Wenn Ihr Fahrzeug daher schon viele Kilometer gefahren ist und die Höhe des Schadensersatzanspruchs unsicher vorhersagbar ist, kann Ihnen von der Gegenseite kein Drohszenario mehr aufgebaut werden. Sie haben demzufolge auch nach einem Urteil noch die volle Entscheidungsgewalt, was mit ihrem Fahrzeug passieren soll.

Ihre Klagen wegen illegaler Abschalteinrichtungen gegen die Autohersteller kann so vollkommen ohne Kostenrisiko durchgeführt werden. Machen Sie jetzt unseren kostenfreien Online-Check und erfahren Sie, welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen.

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Der Prozess­erfolg im Detail

Unser Mandat, der Besitzer eines VW Passat B7 TDI 2.0 Variant, hatte gegen Volkswagen wegen illegaler Abschalteinrichtungen in seinem Diesel geklagt. Die Klage vor dem LG Baden-Baden war erfolgreich: VW wurde zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 2.409,36 Euro nebst Zinsen verurteilt.

Doch dem Mandanten war der Betrag zu gering – er hatte mit mehr gerechnet. Die Nutzungsentschädigung, die in solchen Fällen vom Schadensersatz abgezogen wird, hatte den Anspruch weitgehend aufgefressen. Daher entschied er sich, das Urteil nicht zu vollziehen, und das Auto zu behalten. Das ist möglich, denn als obsiegender Kläger ist er berechtigt – aber nicht verpflichtet – das Urteil zu vollziehen bzw. zu vollstrecken.

Doch VW war das egal: Sie überwiesen den Betrag und forderten das Auto unseres Mandanten zurück. Dieses Anliegen verfolgte der Konzern bis vors Gericht. In zweiter Instanz hat VW diese Klage aber verloren: Das LG Baden-Baden wies die Klage ab und stellte fest, dass VW schlicht keine Anspruchsgrundlage zusteht, mit der sie die Herausgabe des Fahrzeugs verlangen können.

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