Die Corona-Krise kostet viele Menschen den Job. Doch müssen Sie eine Kündigung wegen Corona einfach so hinnehmen? Finden Sie es heraus!

Grundsätzliches: Wann darf der Chef mir kündigen?

Das Kündigungsschutzgesetz greift in der Regel, wenn Sie

  • länger als 6 Monate im Betrieb beschäftigt sind und

  • mehr als 10 Mitarbeiter im Betrieb arbeiten.

Ihr Arbeitgeber kann Sie in diesem Fall nicht ohne Weiteres kündigen. Eine Kündigung hätte bei einer Überprüfung vor dem Arbeitsgericht nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn hierfür triftige Gründe vorliegen. Auf Arbeitgeberseite muss im Grunde zunächst alles unternommen werden, damit Sie Ihren Job behalten können.

Kommt es tatsächlich zu einer ordentlichen – also fristgerechten – Kündigung, ist diese auch nur dann wirksam, wenn Sie aus verhaltensbedingten, betriebsbedingten oder personenbedingten Gründen ausgesprochen wird. In Zeiten von Corona sind uns Fälle unterkommen, die sich diesbezüglich am häufigsten wie folgt darstellen:

Personenbedingt: Ich bin an Covid-19 erkrankt.

Menschen aufgrund von Erkrankungen zu kündigen, ist grundsätzlich möglich. Hierbei liegt der Kündigungsgrund in der Person, weswegen man im Arbeitsrecht von einer personenbedingten Kündigung spricht.

Diese Art von Kündigung ist jedoch an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft. In der Regel muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen, welche darauf schließen lässt, dass Sie auch in den nächsten Jahren krank sein werden oder es immer wieder zu krankheitsbedingten Ausfällen kommt. Bei der Covid-19-Erkrankung ist in den meisten Fällen und nach aktuellem Stand jedoch davon auszugehen, dass diese – bei mildem Verlauf – lediglich ca. 2 Wochen andauert. Eine personenbedingte Kündigung hätte in diesem Fall kaum Aussicht auf Erfolg.

Verpassen Sie nicht die Klagefrist!

Wenn Sie sich gegen die Kündigung wehren möchten, muss innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.

Verstreicht diese Frist, können Sie nichts mehr gegen die Kündigung unternehmen und keinerlei Ansprüche mehr geltend machen. Dadurch kann Ihnen im Zweifel viel Geld verloren gehen. Sollten Sie jedoch trotz Aufwendung aller Ihrer der Lage der Umstände zuzumutenden Sorgfalt verhindert sein, so besteht die Chance die Klage nachträglich zuzulassen. Auch die nachträgliche Einsetzung ist an eine Frist von 2 Wochen – nach Wegfall des Hindernisses – gebunden.

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Verhaltensbedingt: Ich halte mich nicht an die Vorschriften.

In den meisten Betrieben wurden Hygiene- und Abstandsregelungen für alle Beschäftigten vorgegeben. Wenn Sie sich weigern, sich an diese Anweisungen zu halten, müssen Sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen – wie etwa mit einer verhaltensbedingten Kündigung – rechnen. Eine Kündigung ist allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn Sie vorher wegen dieses Verhaltens abgemahnt wurden.

Betriebsbedingt: Dem Betrieb geht's schlecht.

Wie schlecht es den Betrieben durch die Corona-Krise geht, zeigen die jüngsten Zahlen. Ende April meldeten Betriebe für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit an. 308.000 Menschen meldeten sich arbeitslos. Unternehmen mussten und müssen nach wie vor Personal reduzieren, um wirtschaftlich stabil zu bleiben.

Aber auch bei der betriebsbedingten Kündigung müssen wichtige Voraussetzungen erfüllt sein. Es müssen

  • dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen und

  • die Kündigung muss verhältnismäßig sein.

Unter dringenden betrieblichen Erfordernissen ist zu verstehen, dass Ihr Arbeitgeber Sie aufgrund von Umstrukturierungen im Betrieb oder einer schlechten finanziellen Lage nicht mehr weiter beschäftigen kann. In der Corona-Krise sind diese Umstände vor allem dem Auftragsmangel oder Umsatzrückgang geschuldet.

Ihr Chef muss einen Nachweis erbringen, dass Ihre Beschäftigung dauerhaft wegfällt. In Zeiten der Pandemie sind diese Prognosen jedoch sehr schwer aufzustellen. Schließlich weiß niemand genau, inwiefern die Wirtschaft künftig wieder angekurbelt werden kann. Hier gilt es, eine individuelle Prüfung vorzunehmen, um den Fall einschätzen zu können. Hierbei spielen die unterschiedlichsten Faktoren, wie beispielsweise Ihr Alter oder Beschäftigungsdauer im Betrieb, eine erhebliche Rolle, da der Arbeitnehmer gekündigt werden soll, den der Verlust am wenigsten schadet.

Egal um welche Form von Kündigung es sich handelt – es lohnt sich immer zu prüfen, ob diese überhaupt rechtens ist. Eine solche Prüfung bieten wir Ihnen anhand einer Erstberatung kostenfrei an.

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