Gehaltsausgleich bei Frauen & Männern – Schadensersatz bei ungleicher Bezahlung

Gehaltsausgleich bei Frauen & Männern – Schadensersatz bei ungleicher Bezahlung

Noch immer verdienen Frauen oft weniger als männliche Arbeitskollegen. Die EU will weiter dagegen vorgehen und plant neue Transparenz-Maßnahmen für Unternehmen. Auch der Anspruch auf Schadensersatz für Benachteiligte soll ermöglicht werden. Wir klären auf!

Noch immer verdienen Frauen oft weniger als männliche Arbeitskollegen. Die EU will weiter dagegen vorgehen und plant neue Transparenz-Maßnahmen für Unternehmen. Auch der Anspruch auf Schadensersatz für Benachteiligte soll ermöglicht werden. Wir klären auf!

Kampf um mehr Transparenz

Nicht nur der Equal-Pay-Day am 10. März soll ein Zeichen für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz setzen. Auch eine EU-Kommission, angeführt von Věra Jourová, Vizekommissionspräsidentin und zugleich EU-Kommissarin für Werte und Transparenz, hat sich vorgenommen, für mehr Gleichheit bei der Lohnauszahlung zwischen den Geschlechtern zu sorgen.

Fortan sollen laut EU-Plänen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden jährlich online die Gehaltslücken zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeiter:innen offenlegen. Sollten diese Unterschiede bei Mitarbeitenden mit gleichen Aufgaben größer als 5 % ausfallen, sind Unternehmen zur Begründung und klarem Handeln verpflichtet. Dabei sollen insbesondere Arbeitnehmervertreterinnen eingebunden werden.

Gut zu wissen

Der Equal-Pay-Day

Der Equal-Pay-Day findet am 10. März statt und soll die noch immer bestehenden Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern verdeutlichen. Und die Lücke ist riesig. Sie ist genau so groß, als würden Frauen bis zum 10. März „umsonst arbeiten“, während Männer seit dem Jahresbeginn bezahlt werden.

Schadensersatz für mehr Gerechtigkeit

Doch mit der Offenlegung der Ungleichheit soll nicht Schluss ein. Zudem erhalten benachteiligte Mitarbeiterinnen den unbegrenzten Anspruch auf Schadensersatz. Dieser wird dann wirksam, wenn Unternehmen die ungleiche Bezahlung oder entgangene Aufstiegsmöglichkeiten von Mitarbeiterinnen nicht ausreichend begründen können.

Diese Maßnahmen erweitern das bereits seit 2017 bestehende Entgelttransparenzgesetz. Laut diesem haben Arbeitnehmer:innen in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitenden das Recht, Auskünfte über Gehälter von Kolleg:innen in vergleichbaren Stellungen zu erfragen.

Noch immer deutliche Ungleichheit im Job

Auch heute noch beträgt die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland knappe 20 %. Dass diese Unterschiede nicht nur damit zusammenhängen, dass Frauen in vermeintlich schlechter bezahlten Branchen arbeiten und die Karriere aus familiären Gründen öfter als Männer unterbrechen, sollte heutzutage klar sein. Auch die EU-Kommission ist überzeugt, dass die Lohnlücken unter anderem aufgrund der Diskriminierung von Mitarbeiterinnen zugrunde liegen.

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