Der Abschluss einer Gebäudeversicherung (auch Wohngebäudeversicherung) ist für jeden Hauseigentümer von zentraler Bedeutung. Der hohe Stellenwert solcher Gebäudeschutzversicherungen zeigt sich nicht zuletzt an den jährlich steigenden Zahlen entsprechender Verträge. Doch nicht immer verläuft nach einem Vertragsabschluss alles zur Zufriedenheit der Versicherten. Regelmäßig klagen Kunden über mangelnde oder sogar ausbleibende Leistungen. Verzögerungen bei der Bearbeitung von Schadensfällen und empfundene Ungerechtigkeit gehören ebenfalls zu den Kritikpunkten. Die Jahresstatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zeigt, welche Gebäudeversicherer im Jahr 2017 beliebt waren, und bei wem sich Beschwerden häuften.

Was versichert eine Wohngebäudeversicherung?

Für Hausbesitzer ist eine Gebäudeversicherung von höchster Relevanz, denn Schäden am Haus oder am festen Inventar können erhebliche finanzielle Risiken bergen. Ein Gebäudeschutzversicherer fängt diese Risiken auf. Wird die Immobilie beschädigt oder zerstört, zahlt die Versicherung die Instandsetzung, die Sanierung, gegebenenfalls auch den Neu- oder Wiederaufbau, sowie für abhandengekommene Gebäudeteile, Folgeschäden, anfallende Schutzkosten und Mietausfälle. Zu solchen kommt es beispielsweise, wenn das Haus des Eigentümers von dessen Mietern nicht mehr bewohnt werden kann und entsprechend Mietzahlungen ausbleiben.

Von einer Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind Schäden, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser entstehen. Das gilt jedoch nicht bedingungslos. So ist der Versicherer grundsätzlich nicht zur Kostenübernahme verpflichtet, wenn etwas bewusst im Haus angezündet wurde, bei Überschwemmungen und Grundwasserschäden sowie bei Schäden durch Krieg. In Fällen von Sturmschäden gibt es von der Versicherung nur Geld ab Sturmstärke 8.

Grundsätzlich sind Elementarschäden, wie Hochwasser, Starkregen oder Überschwemmung nicht versichert. Bei gefährdeten Gebäuden ist es aus diesem Grund empfehlenswert, zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abzuschließen. Dann werden die Kosten auch in Fällen von Schneedruck und Lawinen, Hochwasser sowie Erdrutschen und –beben übernommen. Die Elementarschadenversicherung funktioniert häufig als Zusatzbaustein zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung und heißt künftig Naturgefahrenversicherung.

Gebäudeversicherung Beschwerden: Versicherung Naturgefahren
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Welche Aufgaben hat die BaFin?

Die BaFin ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist unter anderem zuständig für die Aufsicht über Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen. Ihre Arbeit dient dem öffentlichen Interesse. Vor diesem Hintergrund haben Verbraucher die Möglichkeit von entsprechenden Instituten abgewiesene Beschwerden an die BaFin weiterzuleiten. Diese kann dann die Vertragseinhaltung sowie die Einhaltung rechtlicher Vorgaben prüfen, jedoch keine individuellen Streitfälle verbindlich entscheiden.

Gebäudeversicherung: Die Beschwerde-Statistik 2017

Jedes Jahr veröffentlicht die BaFin Statistiken mit konkreten Zahlen und Werten. Hier wird unter anderem aufgeführt, wie viele Beschwerden über private Versicherungen bei der Anstalt eingehen. Hinsichtlich der Wohngebäudeversicherungen zeigte sich im Jahr 2017 eine positive Tendenz: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl der abgeschlossenen Beschwerdefälle um etwa 12 % – von 351 auf 309.

Die Aufstellung lässt außerdem Rückschlüsse über die Zufriedenheit der Verbraucher mit den einzelnen Gebäudeversicherern zu. Über die Allianz Versicherung gingen 2017 die meisten Beschwerden ein: In nicht weniger als 38 Fällen waren Immobilieneigentümer mit den Leistungen dieser Gebäudeschutzversicherung so unzufrieden, dass sie sich an die BaFin wandten. Auch über die R+V Versicherung sowie die SV Sparkassenversicherung beklagten sich mit 26 und 25 verzeichneten Beschwerden vergleichsweise viele Kunden.

Eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem Wohngebäudeschutz der jeweiligen Versicherungen zeigen diese Zahlen jedoch nicht zwangsläufig an, denn alle drei Versicherungen gehören zu den bedeutendsten auf dem Markt. Mit knapp 2,5 Millionen Policen hatte die Allianz Versicherung im Jahr 2017 die meisten Kunden. Die SV Sparkassenversicherung wiederum hat nicht ganz 1,7 Millionen Versicherungsnehmer. Auf den Schutz der R+V Versicherung vertrauen immerhin gut eine Million Menschen. In diesem Zusammenhang zeigt sich insbesondere bei der Allianz Versicherung auf den Durchschnitt heruntergerechnet eine verhältnismäßig geringe Beschwerdequote: Von 65.236 Versicherten beklagte sich einer. Bei der SV Sparkassenversicherung kam es zu einer Beschwerde pro 67.666 Policen. Bei der R+V Versicherung liegt die Quote hingegen bei 1 zu 39.151.

Bei welcher Wohngebäudeversicherung sind die Versicherten besonders zufrieden?

Für die Versicherungsnehmer am überzeugendsten sind offenbar die Wohngebäudeschutzleistungen der DEVK Allgemeinen. Von 398.555 Kunden beklagte sich lediglich einer.

Auffällig geringe Beschwerdequoten konnten daneben bei folgenden Versicherern verzeichnet werden. Die Zahlen zeigen an, auf wie viele Policen eine Beschwerde kam:

  • Bayerische Landesbrandversicherung AG (jetzt Versicherungskammer Bayern): 292.760
  • Hamburger Feuerkasse: 161.488
  • Continentale: 133.337
  • Debeka: 131.957
  • Mecklenburgische Versicherung: 108.263.

Welche Versicherungen haben die schlechtesten Beschwerdequoten?

Am schlechtesten schnitt im Jahr 2017 die Mannheimer Versicherung ab. Es gingen bei der BaFin neun Beschwerden ein, obwohl lediglich 50.999 Kunden bei der Mannheimer wohngebäudeversichert sind – eine Quote von 1 zu 5.667. Die Beschwerden häuften sich außerdem bei diesen Versicherungen:

  • WWK: 18.057
  • Signal Iduna: 19.537
  • Barmenia: 23.469
  • Alte Leipziger Versicherung: 23.519
  • WGV Versicherung: 27.818.

Auch hier zeigen die Zahlen, auf wie viele Kunden bei der jeweiligen Versicherung eine Beschwerde kam.

So sollten Verbraucher bei dem Gebäudeschutz und bei Problemen mit der Versicherung vorgehen

Grundsätzlich ist es wichtig, als Hauseigentümer eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen. Die Versicherungssumme muss sich in jedem Fall an dem aktuellen Neuwert der Immobilie orientieren. Dabei sollten Kunden außerdem schon im Vorfeld sorgfältig prüfen, welche genauen Leistungen der jeweilige Vertrag mit einschließt. Sonst droht im Schadensfall eine ausbleibende Kostenübernahme. Gleichermaßen sind individuelle Risiken, denen das Gebäude ausgesetzt ist, bei der Gestaltung des Vertrages zu berücksichtigen.

Doch trotz aller Sorgfalt kann es zu Problemen mit der jeweiligen Gebäudeversicherung kommen, beispielsweise, wenn diese Zahlungen verweigert. Wer einen Grund zur Beschwerde hat, sollte diese der BaFin zufolge zunächst an das Versicherungsunternehmen selbst richten. Es ist ratsam, eine schriftliche Stellungnahme anzufordern. Im Falle einer Ablehnung kann der Verbraucher die Beschwerde der BaFin melden. Hier werden zum Beispiel die Vertragseinhaltung sowie auch die Einhaltung rechtlicher Vorgaben geprüft. Für die Bundesanstalt ist jedoch in erster Linie von Relevanz, inwiefern der Fall für das deutsche Aufsichtsrecht bedeutsam ist. Zudem bestehen rechtliche Bestimmungen, welche die Möglichkeiten der BaFin einschränken. Individuelle Streitfälle können für den Verbraucher nicht verbindlich entschieden werden.

Wenn die Gebäudeversicherung im Schadensfall zu wenig oder sogar überhaupt nicht zahlen will und auch, wenn es zu Verzögerungen kommt, sollten Verbraucher daher immer direkt einen Anwalt einschalten, denn dieser vertritt ausschließlich die Interessen seines Mandanten.

Sind auch Sie unzufrieden mit Ihrem Wohngebäudeversicherer, beispielsweise, weil dieser nach einem Schadensfall nicht zahlen will, sollten Sie sich Rat und Unterstützung bei unseren spezialisierten Anwälten holen. Dies ist für Sie mit keinem finanziellen Risiko verbunden: Sie können ganz bequem unser Online-Formular ausfüllen und erhalten meist bereits innerhalb von 48 Stunden eine kostenfreie Ersteinschätzung. Danach entscheiden Sie gemeinsam mit unseren erfahrenen Anwälten, welches Vorgehen in Ihrem konkreten Fall zielführend ist.

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