FACTO insolvent: Das sollten Vermittler & Kunden jetzt wissen

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Facto Insolvent
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Lange brodelte die Gerüchteküche. Doch nun steht tatsächlich fest: Die FACTO Financial Services AG, größter "Dienstleister" für Rückabwicklungen von Lebensversicherungen, befindet sich im vorläufigen eigenverwaltenden Insolvenzverfahren. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen in den letzten Jahren über 2.000 Lebensversicherungen rückabgewickelt. Nun stellt sich aber die Frage: Was passiert mit den Kunden, die ihre Forderungen über die FACTO noch durchzusetzen haben? Auch die Vermittler sind in Sorge aufgrund eventueller Haftungsfragen, die auftauchen könnten. Trotz Ungewissheit sollte man jedoch jetzt nicht in Panik verfallen! Wir geben Ihnen Ratschläge mit auf dem Weg, um Fehler vermeiden zu können.

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Was bedeutet die FACTO-Insolvenz in Eigenverwaltung?

Wie das Wort schon vermuten mag, kann die FACTO Financial Services AG die Geschäfte selbst führen. Das geschieht jedoch unter Aufsicht eines sogenannten Sachwalters. Der alte Vorstand ist also weiterhin am Zug. FACTO kündigte Presseberichten zufolge an, dass bereits eingereichte Verträge weiterhin zur Rückabwicklung geprüft und bearbeitet werden. Der Plan der FACTO ist, durch Restrukturierungsmaßnahmen aus der Insolvenz herauszukommen. Dazu gehört natürlich auch, Kosten einzusparen, wo man Kosten einsparen kann. Es bleibt abzuwarten, ob der Restrukturierungsplan sich am Ende als Retter herausstellt.

Das Geschäft mit den Lebensversicherungen bei der FACTO AG

In der Regel ist es so, dass die Rückabwicklung einer Lebensversicherung mehr Geld einbringt als eine Kündigung. Knackpunkt sind hier die fehlerhaften Widerspruchsbelehrungen in den Versicherungsverträgen. Durch diese Fehlerhaftigkeit können auch im Nachhinein Lebensversicherungsverträge widerrufen werden. Dadurch kann man nicht nur seine eingezahlten Beiträge zurückbekommen, sondern erhält auch Nutzungsentschädigungen. Schließlich hat die Versicherung in der Zeit mit Ihrem Geld gewirtschaftet. Verträge, die ab 1991 abgeschlossen worden sind, enthalten oftmals fehlerhafte Widerspruchsbelehrungen. Auch die FACTO Financial Services AG erkannte das vielversprechende Geschäft mit den Lebensversicherungen. Sie konzentriert sich dabei eigenen Angaben zufolge auf die zwischen 1995 und 2007 abgeschlossenen Verträge. Das kolportierte Ergebnis: 2.000 erfolgreiche Rückabwicklungen, drei Standorte deutschlandweit und 100 Mitarbeiter. Laut Angaben auf der Website der FACTO AG sollen insgesamt 26.000 Verträge im System verwaltet werden. Inwiefern die offen stehenden Forderungen durchgesetzt werden können, wird die Zukunft zeigen.

Wo liegt das große Risiko für den Kunden?

Die FACTO bietet dem Kunden ihren Angaben zufolge unterschiedliche "Service-Modelle" an:

  • Service Modell A: Für Verbraucher mit Rechtsschutzversicherung
  • Service Modell B: Für Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung
  • Service Modell C: Für selbstzahlende Verbraucher
  • Service Modell D: Das Rundum-sorglos-Modell

Je nach gewähltem Service-Modell kann die Insolvenz unterschiedliche Konsequenzen für die FACTO-Kunden haben. Das große Risiko versteckt sich vor allen in den Modellen, bei denen Forderungen auf der Lebensversicherung an die FACTO Financial Services AG automatisch abgetreten werden. Das soll teilweise bei den Service-Modellen B, C und D der Fall sein. Im Falle einer Abtretung wäre es dann tatsächlich so, dass die Rechte und Ansprüche aus den Lebensversicherungen an die FACTO AG übergehen. Die Pflichten bleiben aber vorab beim Versicherungsnehmer. Zu diesen Pflichten gehört auch die Weiterzahlung der Prämien.

Was können Kunden und Vermittler jetzt tun?

Zunächst gilt: Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Inwiefern der einzelne Kunde durch die Insolvenz betroffen ist, lässt sich Stand jetzt jedoch noch nicht eindeutig sagen. Hierfür muss der einzelne Vertrag anwaltlich geprüft werden. Deshalb ist es auch wichtig, nicht ohne fundierte Beratung zu handeln. Anhand der individuellen Situation muss geprüft werden, ob und wie jetzt reagiert werden muss. In Frage kommt beispielsweise eine fristlose Kündigung des Vertrags mit der FACTO nach § 627 BGB oder weitere rechtliche Maßnahmen. Je nach Konstellation kann bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein Aussonderungsrecht (§ 47 der Insolvenzordnung) für abgetretene Lebensversicherungspolicen greifen – ein entscheidender Faktor dafür, dass die Police im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse fällt. Unüberlegte Schritte können sich am Ende als teurer Fehler herausstellen.

So geht es mit der FACTO-Insolvenz weiter

Wenn die FACTO im vorläufigen Insolvenzverfahren ihre Zahlungsfähigkeit nicht wiederherstellen kann, wird das Insolvenzverfahren eröffnet, das üblicherweise mehrere Jahre dauert und an dessen Ende die Gläubiger in der Regel – wenn überhaupt – einen geringen Teil ihres Anspruchs erhalten. Ein Insolvenzverwalter wird bestellt, der anstatt des Vorstands die Geschäfte des Unternehmens führt und sich darum bemühen soll, den Schaden zu begrenzen. Wir werden Sie an dieser Stelle über die wichtigen Entwicklungen der FACTO-Insolvenz informieren.

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Warum macht es in der Regel keinen Sinn, Lebensversicherungsverträge über Dienstleister wie FACTO abzuwickeln? Erstens, weil diese "Dienstleister" aufgrund hoher Erfolgsprovisionen am Ende sehr teuer werden können und man als Verbraucher kaum einen zusätzlichen Nutzen erhält. Und zweitens, weil Sie das Risiko eingehen, Ihre Ansprüche durch eine Insolvenz des Dienstleisters zu gefährden. Sicherer ist es, einen auf diesem Gebiet spezialisierten Anwalt einzuschalten. 

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