Ende der Homeoffice-Pflicht – müssen jetzt alle wieder ins Büro zurück?

Ende der Homeoffice-Pflicht – müssen jetzt alle wieder ins Büro zurück?

8:30 Uhr aus dem Bett rollen, Kaffee kochen und um 9 Uhr im Jogginganzug vor den Bildschirm für das erste Meeting setzen – damit ist jetzt Schluss. Zum 01. Juli 2021 läuft die Homeoffice-Pflicht aus, die aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen wurde. Doch müssen jetzt wirklich alle wieder ins Büro?

8:30 Uhr aus dem Bett rollen, Kaffee kochen und um 9 Uhr im Jogginganzug vor den Bildschirm für das erste Meeting setzen – damit ist jetzt Schluss. Zum 01. Juli 2021 läuft die Homeoffice-Pflicht aus, die aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen wurde. Doch müssen jetzt wirklich alle wieder ins Büro?

Wer darf zu Hause bleiben und wer muss zurück ins Büro?

Zum Ende Juni 2021 laufen zwei Verordnungen aus, die im Zuge der Corona-Pandemie zum Infektionsschutz auf der Arbeit von der Bundesregierung beschlossen wurden: die Corona-Arbeitsschutzverordnung und die Homeoffice-Pflicht. Während es für die Arbeitsschutzverordnung einen ähnlich gearteten Nachfolger gibt, entfällt die Homeoffice-Pflicht ohne Ersatz. Damit bleiben also Testpflicht, Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht am Arbeitsplatz, doch bezüglich des Arbeitens von zu Hause ändert sich einiges.

Zwar wird sich für viele nicht sofort etwas ändern. Doch grundsätzlich dürfen Ihre Vorgesetzten Sie zurück an Ihren Bürostuhl beordern. Sofern die pandemische Lage es zulässt, hat der/die Arbeitgeber:in das Weisungsrecht und kann einseitig bestimmen, wo Sie arbeiten müssen. Ausnahmen hiervon bestehen im Rahmen von individuellen Vereinbarungen oder wenn eine Betriebsvereinbarung mobiles Arbeiten vorsieht. Können allerdings gesetzlich vorgeschriebene Hygienemaßnahmen nicht umgesetzt werden, dann müssen Beschäftigte rechtlich gesehen nicht kommen.

Genauso gilt: Wer ab dem 01. Juli wieder jeden Tag ins Büro kommen möchte, darf dies nun tun. Allerdings kann dies ebenfalls eingeschränkt werden, wenn vorgeschriebene Hygieneregeln nicht umgesetzt werden können. In allen Fällen empfiehlt sich das Gespräch mit den Vorgesetzten, um eine konstruktive Arbeitsatmosphäre zu wahren.

Infektions­schutz „mit heißer Nadel gestrickt”

Sowohl Unternehmen als auch viele Arbeitnehmer:innen haben in den vergangenen Monaten die Vorzüge des mobilen Arbeitens für sich entdeckt. Genauso hoffen viele auf ein Stück Normalität durch die Rückkehr ins Büro. Aber ob der Übergang ab dem 01. Juli reibungslos verlaufen wird, steht in vielen Unternehmen noch nicht fest. Das liegt unter anderem auch an der Ausgestaltung des § 28b Abs. 7 des Infektionsschutzgesetzes, der innerhalb kurzer Zeit „mit heißer Nadel gestrickt” wurde und so Expert:innen zufolge „handwerklich ziemlich schlecht” ist.

Das Problem ist, dass Arbeitgeber:innen verpflichtet waren, ihren Arbeitnehmer:innen einen mobilen Arbeitsplatz anzubieten. Arbeitnehmer:innen wiederum wurden verpflichtet, dieses Angebot anzunehmen, wenn keine dringenden Gründe dagegensprachen. Dem Paragrafen ist allerdings nicht zu entnehmen, wann diese Vereinbarung endet – auch wenn die Homeoffice-Pflicht zum 30. Juni ausläuft.

Mit der Vereinbarung sind Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen nämlich einen Vertrag eingegangen, nach dem künftig von zu Hause aus gearbeitet wird. Und so lange keine weiteren Vereinbarungen getroffen wurden, gibt es also keine „Rückfahrkarte” in die alte Regelung. Darauf müssen sich beide Seiten erst einigen, auch wenn die Homeoffice-Pflicht nun offiziell zu Ende ist. Im schlimmsten Fall kann dies nun zu Rechtsstreitigkeiten in den Unternehmen führen.

Darf meine Chefin meinen Impf­status abfragen?

Bezüglich des Übergangs von Homeoffice-Pflicht zur nächsten Phase bestehen also in manchen Betrieben nach wie vor rechtliche Unsicherheiten. Dies wird vor allem in kleineren Unternehmen eine Rolle spielen, die keine professionellen Personalabteilungen oder Jurist:innen haben, welche solche Hürden voraussahen und die „Rückfahrkarte” in die Büroarbeit geregelt haben.

Sicher ist aber, dass Arbeitgeber nach wie vor sicherstellen müssen, dass ihre Arbeitnehmer:innen einem möglichst geringen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehört übrigens nicht die Offenlegung des Impfstatus. Da es in Deutschland keine Impfpflicht für die Covid-19-Impfung gibt, können Mitarbeiter:innen weder zur Impfung noch zur Offenlegung gezwungen werden. Ausnahmen bestehen unter Umständen in medizinischen Bereichen.

Sie haben eine Auseinandersetzung mit Ihrem/r Arbeitgeber:in oder sorgen sich um ungewisse Arbeitsbedingungen in Bezug auf das Ende der Homeoffice-Pflicht? Unsere Expert:innen im Arbeitsrecht beraten Sie gerne zu Ihrem Anliegen für einen Pauschalpreis von 190 Euro (inkl. MwSt.). Nutzen Sie jetzt unser Online-Formular und schildern Sie uns Ihr Problem.

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