Dieselskandal: Ermittlungen gegen Renault, Fiat & VW

Dieselskandal: Ermittlungen gegen Renault, Fiat & VW

Die französische Staatsanwaltschaft hat in einem Rundumschlag offizielle Ermittlungen gegen mehrere Autohersteller eingeleitet. Betroffen sind Renault, VW, Peugeot sowie Fiat und Citroën. Gegen die Autohersteller wird wegen Betrug ermittelt. Dabei geht es u.a. um Tricksereien bei den Abgaswerten.

Die französische Staatsanwaltschaft hat in einem Rundumschlag offizielle Ermittlungen gegen mehrere Autohersteller eingeleitet. Betroffen sind Renault, VW, Peugeot sowie Fiat und Citroën. Gegen die Autohersteller wird wegen Betrug ermittelt. Dabei geht es u.a. um Tricksereien bei den Abgaswerten.

Drohende Geld­bußen in Milliarden­höhe

Juni 2021: Innerhalb einer Woche hat die französische Staatsanwaltschaft gegen mehrere Autohersteller offizielle Ermittlungen eingeleitet. An aufeinander folgenden Tagen verkündeten die Behörden, dass gegen Renault, Volkswagen und mehrere Einheiten des Stellantis-Konzerns Anklagen erhoben werden. Dazu gehören neben PSA Peugeot Citroën auch Fiat Chrysler. Der Vorwurf lautet: bewusste Täuschung von Verbraucher:innen. Die Hersteller hätten ihre Motoren mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet.

In Frankreich gibt es harte Strafen bei Täuschung über die wichtigsten Eigenschaften eines Produktes. Besonders dann, wenn die Gesundheit der Öffentlichkeit bedroht ist. So sterben jährlich rund 40.000 Menschen aufgrund der Luftverschmutzung in Frankreich. Kritiker:innen bringen dies u.a. mit dem Betrug der Autohersteller in Verbindung. Die Unternehmen könnten zu einer Geldbuße von bis zu 10 Prozent ihres Umsatzes verurteilt werden. Im Falle einer Verurteilung von Renault wären das z.B. rund 4,3 Milliarden Euro.

Betrugs­ermittlung bei Renault

Zuerst war Renault an der Reihe. Bereits seit 2017 untersucht die französische Staatsanwaltschaft, ob auch Renault bei seinen Dieselfahrzeugen betrogen hat. Nun verkündeten französische Richter:innen am 8. Juni 2021, dass sie offizielle Ermittlungen gegen den Konzern einleiten würden.

Der Konzern meldete sich umgehend und wies die Anschuldigungen zurück. Es hätte sich um technische Einrichtungen zur „Entgiftung” gehandelt. Diese wären zum Zeitpunkt der Zulassung der Stand der Technik gewesen und wurden auch von anderen Hersteller genutzt. Daran nun Kritik zu üben, wies der Renault-Chefingenieur als unangemessen zurück. Darüber hinaus kündigte er an, dass der Konzern „in größter Transparenz” alle Dokumente offenlegen würde, um zu belegen, dass keine Täuschung stattgefunden habe.

Diesel-Fahrzeuge von Renault gelten als besonders umweltschädlich. Angaben der französischen Staatsanwaltschaft zufolge übersteigen die Autos gesetzliche Grenzwerte bei Stickoxid-Emissionen (NOx) um mehr als das Zehnfache.

Sie sind frustriert über den Betrug von Renault? Prüfen Sie jetzt in unserem kostenfreien Online-Check, ob Sie betroffen sind und wie Sie aktiv werden können, um sich Ihr Geld zurückzuholen.

Jetzt Schadens­ersatzansprüche gegen Renault, Fiat, oder VW prüfen – kosten­frei und unver­bindlich

Anklage gegen Stellantis

Beim Stellantis-Konzern wird gegen drei Einheiten – Peugeot, Citroën und Fiat – wegen möglicher Manipulation von Abgaswerten ermittelt. Ganz konkret wirft man Peugeot „Täuschungstatbestände im Zusammenhang mit dem Verkauf von Euro-5-Dieselfahrzeugen in Frankreich zwischen 2009 und 2015“ vor. Wie auch bei den anderen Konzernen hängt die Anklage der französischen Behörden mit dem Vorwurf zusammen, dass diese Täuschung „zu einer Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier führt“.

Für den Fall, dass es zu Entschädigungsforderungen kommen sollte, musste Peugeot bereits eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Euro und eine Bankbürgschaft in Höhe von 30 Millionen Euro hinterlegen. Stellantis bestritt, dass ein Fehlverhalten der drei Tochtergesellschaften vorliegen würde. Dem Mutterkonzern zufolge hätten die Emissionskontrollsysteme bei Peugeot, Citroën und Fiat alle bei der Zulassung geltenden Anforderungen erfüllt und würden dies auch heute noch tun.

Wie die betroffenen Diesel-Modelle von Renault übersteigen auch die Peugeot-Modelle die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxid-Emissionen um mehr als das Zehnfache.

Doppelte Strafe für VW?

Für VW nimmt der Dieselskandal kein Ende: Nun droht aus Frankreich neues Ungemach. Einen Tag nach der Verkündung der französischen Justiz, dass man gegen Renault vorgehe, wurde auch gegen VW ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Richter:innen werfen VW Betrug über wesentliche Eigenschaften eines Produkts vor, die zu einer Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier geführt habe. Zum aktuellen Zeitpunkt ist nicht klar, welches Produkt von Volkswagen konkret betroffen ist.

Volkswagen weist die Vorwürfe entschieden zurück. Französische Verbraucher:innen hätten keinen entschädigungsberechtigten Schaden beim Kauf ihres VW-Diesel erlitten. Der Konzern ließ außerdem verlauten, dass er nicht zweimal für das gleiche Vergehen verurteilt werden könne. Das Verfahren gegen VW, in dem es auch um in Frankreich vermarktete Fahrzeuge ging, endete 2018 mit der Zahlung einer Geldstrafe von einer Milliarde Euro. Nichtsdestotrotz muss Volkswagen im Zuge der aktuellen Ermittlungen, wie auch Renault, eine Bankgarantie von über 60 Millionen Euro hinterlegen, sowie eine Kaution in Höhe von 10 Millionen Euro.

Sie möchten endlich mit dem Drama um den Dieselskandal bei Ihrem VW abschließen? Dann nutzen Sie jetzt unsere Erstberatung und prüfen Sie, wie hoch Ihr Anspruch auf Schadensersatz ausfällt. Natürlich kostenfrei und unverbindlich.

Jetzt Schadens­ersatzansprüche gegen Renault, Fiat, oder VW prüfen – kosten­frei und unver­bindlich