Die wichtigsten Änderungen für Verbraucher – Der große 2021-Überblick

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Die wichtigsten Änderungen für Verbraucher – Der große 2021-Überblick
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Die meisten wollen das Jahr 2020 vergessen. Deshalb gilt für viele 2021 als Lichtblick nach der schweren Zeit. Doch was ändert sich mit dem Jahreswechsel für Verbraucher? Gibt es finanzielle Entlastungen oder höhere Kosten? Welche neuen Gesetze kommen auf uns zu? Wir liefern den großen Überblick.

Mehrwertsteuer wird wieder angehoben

In einem Konjunkturpaket beschloss die Regierung die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 % und den ermäßigten Steuersatz von 7 auf 5 %. Das sollte den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise entgegenwirken. Diese Regelung galt allerdings nur bis Ende des Jahres 2020. Ab dem 1. Januar 2021 steigt die Mehrwertsteuer somit wieder auf das Vorniveau.

Mindestlohn steigt weiter

Der gesetzliche Mindestlohn wird beginnend mit dem 1. Januar 2021 angehoben. Somit wird er auf 9,50 Euro pro Stunde gesteigert. Bis zum 1. Juli 2022 wird er weiter schrittweise auf 10,45 Euro erweitert.

Teil-Ende des Solidaritätszuschlags

Mit dem neuen Jahr fällt nun auch zum großen Teil der Solidaritätszuschlag. Künftig wird er nur bei tariflicher Einkommenssteuer über 16.956 Euro beziehungsweise 33.912 Euro für Ehepaare erhoben. Alleinstehende mit einem Brutto-Jahreslohn bis zu 73.000 Euro sind somit vom „Soli“ entbunden. Damit wird er nicht ganz abgeschafft, jedoch Gering- und Mittelverdiener entlastet. Laut Statistik entfällt er nun für fast 90 % der Steuerzahler.

Einwegplastik wird verboten

Ab dem 3. Juli 2021 tritt ein offizielles Verbot von Einweg-Plastik in Kraft. Die Richtlinie wurde vom Europaparlament EU-weit beschlossen. Verboten werden damit unter anderem Plastikteller, -becher und -besteck, Strohhalme, Wattestäbchen mit Plastikanteil und Styroporgefäße.

KFZ-Steuer-Zuschlag für Spritfresser und Giftschleudern

Ab Januar 2021 gilt für Neufahrzeuge mit hohem Spritverbrauch eine höhere KFZ-Steuer. So soll ein Anreiz für den Kauf von umweltfreundlicheren Autos geschaffen werden. Auch der CO₂-Ausstoß des Fahrzeugs soll ausschlaggebend für die Höhe des Steuersatzes sein. Dabei reicht die Spanne von 2 Euro pro Gramm CO₂/km (beim Ausstoß von 95g/km bis zu 115 g/km) bis zu 4 Euro pro Gramm CO₂/km (beim Ausstoß von über 195 g/km).

CO₂-Abgabe wird eingeführt

Ab 2021 gilt in Deutschland eine CO₂-Bepreisung. Anfangs beläuft sich der Preis auf 25 Euro pro Tonne CO₂ und wird bis 2025 schrittweise auf bis zu 55 Euro erhöht. Weitere Fördermaßnahmen sollen dabei jedoch die Mehrbelastung für Verbraucher verhindern. Aus den Einnahmen der CO₂-Abgabe sollen private Haushalte über die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) entlastet werden. Das bedeutet eine Senkung der Strompreise und Anhebung von Entfernungspauschalen.

“Alles, was Recht ist.” #26 – Was ändert sich im Jahr 2021?

Alle Änderungen gibt's auch von unserem Rechtsanwalt Marko Huth im Podcast ausführlich erklärt.

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Entschädigung für Kita- und Schulschließungen

Aufgrund der Pandemie sind Schulen und Kitas landesweit geschlossen. Erwerbstätige Eltern sollen bis zum 31. März 2021 weiterhin für Verdienstausfälle aufgrund der Schließungen entschädigt werden. Dabei beläuft sich die Auszahlung auf 67 % des entstandenen Verdienstausfalls, bei Familien mit Kindern bis zu zwölf Jahren. Die Obergrenze der Entschädigung liegt bei 2016 Euro pro Monat.

Strafen für Gaffer und “Upskirting”

Drastische Strafen erwartet diejenigen, die heimlich unter einem Rock oder einen Ausschnitt fotografieren. Was bisher als Ordnungswidrigkeit galt, soll nun als Straftat mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet werden. Gleiches gilt für das Fotografieren von tödlich verunglückten Unfallopfern. Dort schützte das Gesetz bisher nur Überlebende und schließt nun die Lücke.

Neue Gesetze sollen fairen Wettbewerb stärken

Selbstständige sowie kleinere und mittlere Unternehmen sollen stärker vor dem Abmahnmissbrauch anderer Unternehmen und Konkurrenten geschützt werden. Künftig sollen folgende Kosten nicht mehr erstattet und somit unattraktiver werden: für Abmahnungen von Mitbewerbern, bei Verstößen gegen Informations- und Kennzeichnungspflichten im Internet oder bei Verstößen von Unternehmen (mit weniger als 250 Mitarbeitern) gegen Datenschutzrecht. Das soll für mehr Wettbewerb und niedrigere Preise sorgen. Beispielsweise wird so der faire Markt von Ersatzteilen für Fahrzeuge breiter aufgestellt und Reparaturen für Autobesitzer künftig günstiger.