Die Corona-Krise treibt die Digitalisierung in vielen Bereichen voran – darunter auch die deutsche Justiz. Am 22. April 2020 wurde am Landgericht Bayreuth erstmals eine komplette mündliche Verhandlung praktisch aus dem Homeoffice durchgeführt. Wird der Gang ins Gericht künftig überflüssig sein?

6 Verhandlungen per Videokonferenz an einem Vormittag

Am Mittwochmorgen, den 22. April 2020, um 9:00 Uhr war es so weit: Richter, Anwälte und Beteiligte fanden sich in einer Videokonferenz zusammen, um eine mündliche Verhandlung vor dem Landgericht (LG) Bayreuth abzuhalten – eine Sensation. Bisher wurden Videoübertragungen aus dem Gerichtssaal nur in absoluten Ausnahmefällen zugelassen, etwa wenn sich ein Zeuge im Ausland aufhielt. Hierbei wurde dann stationär verhandelt und im Gerichtssaal eine Videoschalte ermöglicht.

Insgesamt wurden an diesem Vormittag 6 mündliche Verhandlungen durchgeführt. Alle Verfahren sind von Gansel Rechtsanwälte geführte Fälle gegen den Volkswagen-Konzern im Rahmen des Abgasskandals.

Es ist das erste Mal, dass eine komplette mündliche Verhandlung in einem zivilrechtlichen Verfahren innerhalb Deutschlands in die virtuelle Welt verlagert wurde. Wir als innovative und digitale Kanzlei finden diese Initiative toll und unterstützen das Pilotprojekt des LG Bayreuth.

Philipp Caba, Rechtsanwalt und Legal Tech-Experte

Umdenken in Zeiten der Corona-Pandemie

Mit der digitalen Gerichtsverhandlung werden den Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen rund um die Corona-Krise Rechnung getragen. Es ist eine Möglichkeit, den Zugang zum Recht weiterhin zu gewährleisten und das Justizsystem vielleicht sogar vor dem Kollaps zu bewahren. Denn die Verfahren, die jetzt nicht durchgeführt werden, müssen irgendwann nachgeholt werden.

Videokonferenzen werden mittelfristig sicher nicht den Gang in den Gerichtssaal gänzlich ersetzen. Es könnte dennoch eine große Veränderung für die deutsche Gerichtspraxis bedeuten – nicht nur bei Verhinderungen aller Art, sondern auch, um der Umwelt etwas Gutes zu tun und längere Reisen für Anwälte und Beteiligte zu reduzieren.

Unser Angebot

  • Online-Check und kostenfreie Erstberatung im Abgasskandal

    Nutzen Sie Ihre Chance, um gegen den Betrug der Automobilindustrie vorzugehen und informieren Sie sich mithilfe unseres schnellen Online-Checks, ob Ihr Diesel vom Abgasskandal betroffen ist. Lautet die Antwort ja, stehen wir Ihnen bei unserer kostenfreien Ersteinschätzung mit Rat  – und wenn Sie wollen, im späteren Verlauf auch mit Tat zur Seite.

    weitere Informationen