Der reumütige Verkehrssünder – Therapiestunden statt Entzug der Fahrerlaubnis

Der reumütige Verkehrssünder – Therapiestunden statt Entzug der Fahrerlaubnis

Mitte Januar 2019 verursachte ein Autofahrer mit über 2 Promille Alkohol im Blut einen Auffahrunfall. Das Amtsgericht Frankfurt am Main sah jedoch von einem Entzug der Fahrerlaubnis ab. Wie es zu dieser Entscheidung kam, erfahren Sie hier.

Mitte Januar 2019 verursachte ein Autofahrer mit über 2 Promille Alkohol im Blut einen Auffahrunfall. Das Amtsgericht Frankfurt am Main sah jedoch von einem Entzug der Fahrerlaubnis ab. Wie es zu dieser Entscheidung kam, erfahren Sie hier.

Kein Entzug der Fahrer­laubnis

Im Januar 2019 verursachte ein Autofahrer einen Unfall, indem er auf einer Bundesstraße einem vorausfahrenden Auto auffuhr. Dabei entstand ein erheblicher Sachschaden, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Zur Tatzeit stand der Unfallverursacher unter erheblichem Alkoholeinfluss – ca. 2,09 Promille – wie die Polizei später bei einer Blutuntersuchung feststellen konnte. Normalerweise droht bei einem solchen Vergehen der Entzug der eigenen Fahrerlaubnis, doch das Amtsgericht Frankfurt am Main entschied nicht so.

„Von der Entziehung der Fahrerlaubnis nach einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs infolge erheblichen Alkoholkonsums kann dann abgesehen werden, wenn der Beschuldigte ein ungewöhnliches Maß an Reue zeigt.“

Das Gericht verurteilte den Autofahrer lediglich zur Zahlung einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 50 Euro wegen einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Ein Lebens­wandel durch psycho­therapeutische Behandlung

Der verantwortliche Mann legte dem Gericht vor, dass er sich unmittelbar nach dem Unfall in psychotherapeutische Behandlung begeben hatte, im Zuge dessen er 11 Beratungsstunden, 54 Einzeltherapiestunden und 37 Gruppentherapiestunden absolviert hatte. Die Aufwendungen für diese Behandlung beliefen sich am Ende auf ca. 5.000 Euro. Danach nahm er noch an 6 psychologischen Einzelberatungssitzungen und an 4 Gruppengesprächen bei einem Verkehrspsychologen teil.

Das Gericht entschied darauf, dass dieser immense Aufwand von einem Lebenswandel des Autofahrers zeugte. Ihm seien nun die Gefahren des Alkoholkonsums im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen bekannt. Daher stelle der Mann keine weitere Gefahr für den Straßenverkehr dar, weshalb das Frankfurter Amtsgericht es für angemessen hielt, von einer Entziehung der Fahrerlaubnis abzusehen.

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