Audi A6 Abgasskandal: Zwei OLG-Urteile machen Schadensersatz klar

Audi A6 Abgasskandal: Zwei OLG-Urteile machen Schadensersatz klar

Das Oberlandesgericht Koblenz hat gleich in zwei Urteilen die Rechte von Audi Fahrer:innen gestärkt. Konkret beschäftigte sich das Gericht beide Male mit einem Audi A6. Wie genau das OLG Koblenz urteilte und warum die Urteile so positiv für Audi A6-Fahrer:innen sind, erfahrt Ihr hier im Artikel.

Das Oberlandesgericht Koblenz hat gleich in zwei Urteilen die Rechte von Audi Fahrer:innen gestärkt. Konkret beschäftigte sich das Gericht beide Male mit einem Audi A6. Wie genau das OLG Koblenz urteilte und warum die Urteile so positiv für Audi A6-Fahrer:innen sind, erfahrt Ihr hier im Artikel.

Doppelter Schlag gegen Audi im Abgasskandal

Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hat gleich zweimal, am 17. März und am 05. Mai 2021, gegen die Audi AG geurteilt. In den Fällen ging es jeweils um einen Audi A6 Avant Allroad Quattro und einen Audi A6 Avant, die beide die Schadstoffnorm 6 sowie einen Motor des Typs EA897 hatten. Für die Fahrzeuge gab es bereits einen verpflichtenden Rückruf vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), weil mindestens eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut war. In beiden Fällen sprachen die Richter:innen den Klägern Schadensersatz zu (Az. 5 U 987/20 vom 05.05.2021 und Az. 5 U 1343/20 vom 17.03.2021).

Audi hat sich in beiden Verfahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. So bemerkten die Richter:innen im Urteil zum Audi A6 Avant: „Die Beklagte zeigt eine fortgesetzt destruktive Prozessführung […]“. Mit den Urteilen stehen die Chancen auf erfolgreichen Schadensersatz für Kläger:innen mit einem Audi A6 besser denn je.

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Das Thermo­fenster im Audi A6 Avant Allroad Quattro

Beim Urteil vom 17. März handelt sich um eines der ersten Urteile zu den vom KBA zurückgerufenen Audi A6 V-TDI Fahrzeugen. Das besondere hierbei war der Umgang des Gerichts mit dem Thermofenster. Diese Technik zur Minimierung des Stickoxidausstoßes anhand der Außentemperatur wurde vom OLG Koblenz als unzulässig eingestuft. Damit hebt sich das Gericht von vielen anderen OLG ab: Bisher wurden Abschalteinrichtungen dann als unzulässig eingestuft, wenn sie bewusst nur im Prüfstand aktiviert werden. Das Thermofenster hingegen läuft unabhängig davon, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet oder nicht.

Thermofenster sind nicht nur in Audis A6 verbaut, sondern in Fahrzeugen fast aller Hersteller. Laut der Autohersteller gehört die Technik zum Standard und dient dem Schutz des Motors. Doch diese Begründung lies das OLG Koblenz nicht gelten: Audi habe bewusst „staatliche Behörden, Wettbewerber und Endverbraucher” getäuscht. Damit kann das Urteil des OLG Koblenz weitreichende Wirkung auf die zukünftige Rechtsprechung in Bezug auf diese Abschalteinrichtung haben.

Audi A6 Avant: Audis Geheimnis­krämerei

Auch im zweiten Fall erhielt der Kläger Schadensersatz, weil Audi vorsätzlich unerlaubt gehandelt hat. Der Kläger hatte seinen 2018 gebraucht gekauften Audi sogar in der Zwischenzeit wieder weiterverkauft. Hauptgrund für die Entscheidung des OLG Koblenz war Audis Scheitern, vor Gericht substantiiert darzulegen, dass bei dem Audi A6 keine „Schummelsoftware“ verbaut war.

Der Kläger hatte sich in erster Instanz, vor dem Landgericht (LG) Koblenz, darauf berufen, dass in seinem Audi u.a. die sogenannte „Strategie A“ (Aufheizstrategie) als unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kam. Dies habe das KBA in seiner Pressemitteilung vom 23. Januar 2018 bestätigt. Aus dem Rückrufbescheid des KBA ging außerdem hervor, dass die „Strategie A“ genannte Software erkenne, dass sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet – der umweltfreundliche Modus wird an- und im realen Fahrbetrieb wieder abgeschaltet.

Audi stritt dies ab: Der streitgegenständliche Motor enthalte keine Umschaltlogik und die Mitteilung des KBA betreffe allein die Arbeitsweise des SCR-Katalysators. Mit unterschiedlichen Betriebsmodi habe die Mitteilung nichts zu tun. Das LG Koblenz gab Audi noch Recht. Doch das OLG hielt Audis Vortrag für unzureichend und gab dem Kläger recht. Aus den wenigen Informationen, die dem Kläger frei zur Verfügung standen, könne man auf illegale Abschalteinrichtungen im Audi schließen. Über die wahren technischen Details hält sich Audi schließlich äußerst bedeckt. Diese Geheimniskrämerei fiel dem Konzern nun auf die Füße.

Schadens­ersatz für Audi A6 – so geht’s

Wie die zwei Urteile des OLG Koblenz belegen, bestehen nach wie vor ausgezeichnete Chancen auf Schadensersatz gegen Audi. Für den Fahrer des Audi A6 Avant gab es 12.108 Euro Schadensersatz nebst Zinsen bei einem ursprünglichen Kaufpreis von 47.000 Euro. Für den Audi A6 Avant Allroad Quattro erhielt der Kläger 31.668 Euro Schadensersatz bei einem Kaufpreis von 38.844 Euro.

Betroffene Audi-Fahrer:innen können mit einem Vorgehen gegen Audi folgende Ziele verfolgen:

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