Nun amtlich: Arbeitsgericht Köln legt Karnevalszeit fest

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Gericht legt Karnevalszeit fest
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Bei der Definition der Karnevalszeit bleiben keine Fragen offen – zumindest nicht in Köln. In der Hochburg des deutschen Karnevals weiß man, wann die Karnevalszeit anfängt und auch wieder aufhört. So sah es zumindest das Arbeitsgericht in Köln, als es darüber entscheiden sollte, ob in einem Arbeitszeugnis die Karnevalszeit als genaue Datumsangabe eingetragen werden muss. Und auch die Erwähnung, dass gearbeitet wurde, ist in der Karnevalsmetropole von Wichtigkeit.

Der Fall vor dem Arbeitsgericht Köln

Eine Kellnerin wollte in ihrem Arbeitszeugnis von ihrem Arbeitgeber im Zeugnis bestätigt haben, dass sie in der Karnevalszeit gearbeitet hatte. Dass sie dies getan hat, war auch nicht Gegenstand der Auseinandersetzung. Der Arbeitgeber argumentierte vielmehr, dass der Begriff "Karnevalszeit" keine eindeutig definierte Zeitspanne sei und verweigerte ihr daher die Erwähnung im Arbeitszeugnis. Daraufhin klagte die Kellnerin und bekam vom Arbeitsgericht Recht. Da die hohe Arbeitsbelastung der Arbeitnehmer in der Gastronomie während der Karnevalszeit "gerichtsbekannt besonders hoch sei", hätten Arbeitnehmer ein berechtigtes Interesse an einer solchen speziellen Erwähnung, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung des Gerichts.

Arbeiten in der Karnevalszeit – Ein genau definierter Zeitraum?

Gut, dass auch dieser Aspekt des Alltagslebens endlich amtlich geklärt ist, werden wahrscheinlich einige nun denken. Tatsächlich ist der Begriff "Karnevalszeit" bisher nicht rechtlich definiert gewesen. Nach dem Urteil des Arbeitsgerichtes ist jetzt klar, dass die Karnevalszeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch dauert. Das gilt zumindest für Köln.

Für alle Nicht-Karnevalisten heißt das im Klartext, dass die Karnevalszeit 2019 von Donnerstag, 28. Februar bei zum Mittwoch, den 6. März dauert – also eine Woche. Die Karnevalszeit fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum, da der Fixpunkt Aschermittwoch durch die Osterzeit definiert wird. Ostern selber wird in der Westkirche durch die Osterformel berechnet. Der Aschermittwoch liegt 46 Tage vor Ostern und markiert den Beginn der Fastenzeit. Darum wird vorher noch einmal ausgelassen gefeiert.

Besondere Arbeitszeiten – Was sich aus dem Urteil schließen lässt

Da gerichtsbekannt eine hohe Arbeitsbelastung in der Karnevalszeit auf Kellner zukommt, könnte man aus dieser Entscheidung ableiten, dass auch bei anderen, großen, bekannten Festen, die eine definierte Dauer haben, eine besondere Erwähnung im Arbeitszeugnis angemessen sein kann.

So könnten Servicekräfte argumentieren, dass ihnen eine Erwähnung für das Arbeiten während der Kieler Woche zusteht. Das Segelevent in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt findet immer in der letzten vollen Juniwoche statt und endet immer am letzten Sonntag des Monats mit einem Feuerwerk. Also ein klar definierter Zeitraum, in dem das Arbeitsaufkommen für Kellner und andere Servicekräfte rund um die Veranstaltung auch höher als normalerweise ist.

Genauso könnten Kellner auf der Wiesn – also dem Oktoberfest in München – argumentieren. Das Oktoberfest endet immer mit dem ersten Sonntag im Oktober und dauert mindestens 16, höchstens aber 18 Tage. Eine Sonderregelung gibt es, wenn der 1. oder 2. Oktober ein Sonntag ist. Dann wird bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober verlängert. Vielleicht nicht eine ganz so klar definierte Zeitspanne, aber dennoch eine für Kellner, Köche, Eventplaner und Zulieferer besondere. Und wahrscheinlich ist die höhere Arbeitsbelastung – wenn es denn ernst wird – auch in diesen Fällen gerichtsbekannt.

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