Arbeiten im Homeoffice - Fragen & Antworten

zurück
Arbeiten im Homeoffice
Ihr Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin ist Juliane Frey:

Während es vor vielen Jahren noch unüblich war, wollen heutzutage immer mehr Leute im Homeoffice, also vom heimischen Büro aus, arbeiten. Ob Arbeitnehmer darauf einen gesetzlichen Anspruch haben, ob der Chef seine Mitarbeiter jederzeit im Homeoffice besuchen darf und was es in puncto Unfallversicherung zu beachten gilt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Habe ich Anspruch auf Arbeit im Homeoffice?

Einen gesetzlichen Anspruch darauf, im Homeoffice zu arbeiten, haben Arbeitnehmer hierzulande nicht. Allerdings können Arbeitgeber und Arbeitnehmer freiwillig eine entsprechende Regelung treffen.

Wird eine solche Regelung getroffen, muss dies nicht zwingend schriftlich erfolgen. Sie können demnach auch mündlich mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, zukünftig im Homeoffice zu arbeiten. Doch auch wenn Ihr Arbeitsvertrag nicht unbedingt umgeschrieben werden muss, empfiehlt es sich dennoch, eine entsprechende Zusatzvereinbarung schriftlich zu verfassen.

Wurde Ihnen vertraglich zugesichert, dass Sie im Homeoffice arbeiten dürfen, kann Ihr Arbeitgeber Ihnen dies im Anschluss nicht einfach so wieder verbieten.

Brauchen Sie arbeitsrechtliche Hilfe? Wenn Sie Ansprüche gegenüber Ihrem Arbeitgeber geltend machen möchten, oder eine Kündigung abwehren wollen, sollten Sie Gebrauch von unserer Ersteinschätzung machen. Erste arbeitsrechtliche Hilfe erhalten Sie bei uns.

Zum Online-Formular Ersteinschätzung im Arbeitsrecht →

Welche Vor- und Nachteile bietet das Homeoffice?

Aus Arbeitnehmersicht kann die Arbeit im Homeoffice einige Vorteile mit sich bringen. So fällt nicht nur der Arbeitsweg weg, häufig wird der Arbeitnehmer seinen Alltag auch insgesamt flexibler gestalten können. Außerdem kann das Homeoffice möglicherweise eine ruhigere Arbeitsumgebung bieten und dem Arbeitnehmer somit unter Umständen auch ein konzentrierteres Arbeiten ermöglichen.

Doch auch für den Arbeitgeber könnte das Homeoffice Vorteile bieten. Haben Arbeitnehmer das Gefühl, ihnen wird mehr Vertrauen entgegengebracht, kann sich dies positiv auf ihre Motivation auswirken, was sich schlussendlich auch positiv auf ihre Produktivität niederschlagen könnte.

Allerdings sind mit der Arbeit im Homeoffice auch Gefahren verbunden. Zum einen kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer weniger kontrollieren und auch die Bindung des Arbeitnehmers zum Unternehmen könnte sinken. Zum anderen könnte es auch dem Arbeitnehmer selbst schwerer fallen, Privat- und Arbeitsleben konsequent voneinander zu trennen. Infolgedessen bestünde dann auch die Gefahr, dass Arbeitnehmer dauerhaft an die Arbeit denken und somit gedanklich kein richtiger Feierabend mehr eintritt.

Ob die Arbeit im Homeoffice im Einzelfall mehr Vor- oder Nachteile bietet, wird wohl unter Berücksichtigung der individuellen Einzelfallumstände entschieden werden müssen.

Arbeiten im Homeoffice: Befragung Arbeitnehmer

Auch wenn das Arbeitsmodell Homeoffice noch nicht weit verbreitet ist, arbeiten bereits ein Drittel aller Befragten unregelmäßig von zu Hause aus. Der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten könnte auch in Zukunft an Bedeutung zunehmen und an das Arbeitsrecht große Anforderungen stellen.

Was gilt es in puncto Homeoffice zu beachten?

Für diejenigen, die im Homeoffice arbeiten wollen, stellen sich viele Fragen. Einige davon könnten wie folgt aussehen:

Arbeitszeit

Auch im Homeoffice gilt das Arbeitszeitgesetz. Grundsätzlich beträgt die werktägliche Arbeitszeit somit höchstens acht Stunden, nach spätestens sechs Stunden hat eine Pause zu erfolgen und zwischen den Arbeitstagen muss mindestens elf Stunden arbeitsfreie Zeit liegen. Die gilt es auch bei der Heimarbeit einzuhalten.

Unfallversicherung

Auch im Homeoffice besteht Unfallversicherungsschutz. Stürzen Sie zu Hause, während Sie einer dienstlichen Tätigkeit nachgehen, kann darin ein Arbeitsunfall liegen.

Datenschutz

Auch bei der Arbeit im Homeoffice spielt der Datenschutz eine wichtige Rolle. Sie sollten daher auch im Homeoffice darauf achten, dass keine anderen Personen Zugang zu vertraulichen Daten erhalten. So kann es unter anderem sinnvoll sein, Telefonate nicht vom Balkon aus zu führen. Außerdem sollten Sie keine Unterlagen unbeaufsichtigt zu Hause herumliegen lassen. Häufig müssen diese aus Gründen des Betriebsgeheimnisses in einem abschließbaren Schrank verwahrt werden. Ebenso sollte auch Ihr Computer derart geschützt sein, dass auch über diesen niemand Einsicht in sensible Daten nehmen kann.

Darf mein Chef mich im Homeoffice besuchen?

Arbeiten Sie im Homeoffice, kann Ihr Chef ein Interesse daran haben, Sie zu Hause zu besuchen. Er könnte beispielsweise kontrollieren wollen, ob Ihr Arbeitsplatz ordentlich ausgestattet ist (z.B. mit einem geeigneten Stuhl) und ob Sie Ihre Vertraulichkeitspflichten einhalten, also beispielsweise alle Unterlagen, die sensible Daten enthalten, ausreichend schützen.

Da auch im Homeoffice das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung gilt, wird Ihr Arbeitgeber wahrscheinlich sicherstellen wollen, dass auch an Ihrem Arbeitsplatz zu Hause alle Vorschriften eingehalten werden.

Allerdings darf Ihr Chef dennoch nicht einfach überraschend vor der Tür stehen. Er hat sich zuvor anzukündigen. Sie als Arbeitnehmer sollten daher frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber eine angemessene Ankündigungsfrist vereinbaren.

Wir unterstützen Sie bei Problemen mit Homeoffice

Wir sind Ihr erster Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Arbeitsrecht. Zeitnah können wir Ihnen mitteilen, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben – und zwar im Rahmen unserer Erstberatung. Wenn Sie sich gegen eine Kündigung wehren möchten, aber auch wenn Sie gegen eine Versetzung vorgehen oder einen Aufhebungsvertrag schließen möchten, helfen Ihnen unsere Arbeitsrechtsexperten gerne weiter.

Zum Online-Formular Ersteinschätzung im Arbeitsrecht →

Unser Angebot

  • Erstberatung im Arbeitsrecht für 190 Euro

    Wie lange ist meine Kündigungsfrist? Was ändert sich für mich nach der Rückkehr aus der Elternzeit? Was muss ich bei einer Versetzung beachten? Diese und weitere Fragen beantworten unsere Anwälte Ihnen im Rahmen einer Erstberatung. So lassen sich Missverständnisse klären und kostspielige Rechtsstreits vermeiden.

    weitere Informationen
Ihr Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin ist Juliane Frey: