Es sollte ein Streich unter Kollegen sein. Doch schließlich kostet es ihn den Job. Ein Lagerist sperrte einen befreundeten Mitarbeiter im Klo ein und kassierte nun die Quittung. Warum Arbeitgeber und Richter:innen seinen Humor nicht teilten und welche Strafe ihn erwartete – wir klären auf.

Gefangen im Klo

Ein Urteil vom 11. Februar 2021 am (AZ 5 Ca 1397/20) Arbeitsgericht Siegburg sorgte bei einigen sicher für ein Schmunzeln. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Lagers stritt vor dem Gericht mit seinem ehemaligen Arbeitgeber über eine fristlose Kündigung vom Juni 2020. Soweit nichts Besonderes, doch die Umstände seiner Entlassung waren dann doch speziell.

Der Lagerist musste nämlich für einen Streich an einem Kollegen und dem dabei entstandenen Sachschaden seinen Platz räumen. Was war passiert? Im Januar 2020 schloss er einen befreundeten Mitarbeiter in der Toilette ein. Dabei schob er ein Blatt Papier unter der Tür durch, ließ den Schlüssel darauf fallen, nachdem er an der Tür rüttelte und zog ihn zu sich heraus. Der Kollege sah sich nach einiger Zeit in Gefangenschaft dazu gezwungen, die Tür gewaltsam zu öffnen.

Aus Spaß wird Ernst

Damit war die Sache zunächst erledigt. Beide Kollegen begruben das Kriegsbeil und schwiegen zu dem Vorfall. Als dem Vorgesetzten jedoch erst einige Monate später der Schaden an der Tür auffiel, führte eine Vielzahl von Einzelgesprächen mit der Belegschaft letztendlich zu dem Täter. Dieser erhielt eine fristlose Kündigung, gegen die er zugleich eine Kündigungsschutzklage erhob und somit versuchte, diese anzufechten.

Arbeitsgericht teilt den Humor nicht

Doch auch in der juristischen Instanz teilte man den Humor des ehemaligen Mitarbeiters nicht. Entgegen der Behauptung des Klägers, der Vorgesetzte hätte aufgrund diverser Meinungsverschiedenheiten nur nach einem Kündigungsgrund gesucht, urteilten die Richter:innen nicht zu seinen Gunsten. Die fristlose Kündigung wurde als rechtmäßig anerkannt und der Entlassene zu einer Zahlung von 7.500 Euro für den entstandenen Schaden inklusive der Kosten des Rechtsstreits verdammt.

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