Abgasskandal Wohnmobil – Wenn der Lebenstraum zum Alptraum wird

Abgasskandal Wohnmobil – Wenn der Lebenstraum zum Alptraum wird

Das Millionen Dieselfahrzeuge auf Kosten der Autofahrer:innen manipuliert wurden, ist bekannt. Doch auch unter Besitzer:innen von Wohnmobilen sorgt dieses Thema für dicke Luft. Warum vor allem sie von Dieselfahrverboten betroffen sind und wie Sie aus dem Alptraum sicher erwachen, erklären wir hier.

Dass Millionen Dieselfahrzeuge auf Kosten der Autofahrer:innen manipuliert wurden, ist bekannt. Doch auch unter Besitzer:innen von Wohnmobilen sorgt dieses Thema für dicke Luft. Warum vor allem sie von Dieselfahrverboten betroffen sind und wie Sie aus dem Alptraum sicher erwachen, erklären wir hier.

Aktuelle Entwicklungen im Wohnmobil Abgasskandal

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte Ende August 2021 den sofortigen Rückruf von Wohnmobilen des Herstellers Fiat. Der Grund dafür waren die teilweise extrem hohen Schadstoffemissionen bei Wohnmobilen der Abgasnormen 5 bis 6c. Anlass für die Aufforderung der DUH an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer waren Messungen an einem Fiat Ducato 140 Multijet Wohnmobil, das bereits die Abgasnorm 6d erfüllt. Dieses ist mit einem SCR-Katalysator mit Harnstoffeinspritzung ausgestattet – und hält die Emissionsgrenzwerte unter realen Fahrbedingungen ein. Daher fordert die DUH den Rückruf der älteren Fiat-Wohnmobile und ihre Nachrüstung mit den nachweislich wirksamen Katalysatoren.

Abgasskandal macht auch vor Wohnmobilen keinen Halt

Frei und unabhängig durch die Landschaft brausen, ohne Gedanken an das nächstgelegene Hotel oder teure Möglichkeiten zum Übernachten zu verschwenden. Was einst als verhöhnte Leidenschaft unserer holländischen Nachbar:innen galt, ist nun ein Traum für zahlreiche Deutsche geworden. Besonders in Corona-Zeiten ist Reisen für viele ein Risiko. Wer daher in seinen eigenen „vier Wänden auf Rädern“ unterwegs ist, reist bequem, sicher und unkompliziert. Das Wohnmobil ist in Deutschland zum Trend geworden. Die steigenden Verkaufszahlen und Dauerwerbung für Mietangebote im TV und Netz bestätigen das.

Doch was passiert, wenn dieser lang gehegte Traum des freien Reisens im mobilen Heim zum Alptraum wird? Grund dafür ist, dass der Dieselskandal auch vor der Wohnmobil-Branche keinen Halt macht. Verwundert darüber ist wahrscheinlich niemand mehr. Zu groß ist das Misstrauen gegenüber den Autoherstellern geworden. Jedoch ändert das nichts daran, dass die Mogelei der Konzerne bei Wohnmobilen besonders schwer zum Tragen kommt.

Gut zu wissen

Welche Wohnmobil-Modelle sind vom Abgasskandal betroffen?

Zahlreiche Modelle der Marken Fiat und Iveco stehen unter dringendem Verdacht der Schadstoff-Schummelei. Zehntausende Fahrzeuge wurden von den Herstellern und dem Kraftfahrt-Bundesamt bereits zurückgerufen. Finden Sie mit unserem kostenfreien Online-Check in wenigen Minuten heraus, ob Ihr Fahrzeug ebenfalls betroffen ist.

Jetzt einfach & schnell informieren – Unser kostenfreier Diesel-Online-Check

Das Wohnmobil ist kein normales Auto

54 Jahre lang fahren Deutsche in ihrem Leben mit dem Auto. Sie kaufen im Schnitt drei Neuwagen und fünf Gebrauchte. Der emotionale Wert, der an diesen Fahrzeugen hängt, ist nicht vergleichbar mit dem eines nagelneuen Reisegefährts. Ein Wohnmobil kauft man sich meist ein einziges Mal im Leben. Es ist etwas, worauf man sich lange gefreut hat. Wer dann feststellt, dass der langersehnte Lebenstraum eine manipulierte Schadstoffschleuder ist, wird schnell auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt. Im schlimmsten Fall weiß man nicht, dass man selbst betroffen ist.

Zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe haben wir verschiedene Wohnmobile getestet. Messungen ergaben bei einem Fahrzeug der Marke Fiat Ducato mit Baujahr 2016 einen Abgaswert, der die Norm um ein Siebenfaches übersteigt. Wer sich für genaue Zahlen interessiert, wird erschrecken, wenn man erfährt, dass diverse Modelle ganze 1.926 mg/km Stickoxide ausstoßen. Der Grenzwert auf deutschen Straßen liegt bei lediglich 280 mg/km. Doch nicht nur Wohnmobile von Fiat sind betroffen. Auch bei der Marken Iveco, Mercedes-Benz und Volkswagen gibt es Auffälligkeiten.

Die Folgen für Mensch und Umwelt sind enorm. Das Risiko haben Hersteller billigend in Kauf genommen, um die Zulassung ihrer Fahrzeuge auf Kosten der Verbraucher:innen zu erschleichen. Selbst wer wenig Empathie für Umwelt und Mitmenschen aufbringt, wird spätestens bei drohenden Fahrverboten für das eigene Wohnmobil aufhorchen. Und die gibt es bereits und werden künftig weiter ausgebaut. In vielen Städten herrschen Einschränkungen oder Verbote für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 3, 4 und teilweise Euro 5. Die meisten Wohnmobile sind mit Diesel-Verbrennungsmotoren ausgestattet. Natürlich zieht es eifrige Camper:innen eher in die grüne weite Landschaft anstatt in graue monotone Betonwüsten. Jedoch wird in der Zukunft der Schutz der Umwelt immer stärker thematisiert. So zieht sich die Schlinge um die manipulierten Schadstoffschleudern immer enger.

Sicher aus dem Diesel-Alptraum erwachen

Die Enttäuschung über den unbeabsichtigten Fehlkauf eines Wohnmobils kann durch kluges Handeln gedämpft werden. Verärgerte Camper:innen können über mehrere Wege Gerechtigkeit erlangen. Sollte die zweijährige Gewährleistung noch nicht erloschen sein, kann diese gegenüber dem Händler geltend gemacht werden. Vom Hersteller selbst kann gegen Rückgabe des Autos der Kaufpreis oder ein mangelfreies Neufahrzeug verlangt werden. Wer sein geliebtes Wohnmobil nicht verlieren möchte, kann es natürlich behalten und über den juristischen Weg Schadensersatz vom Hersteller fordern. Jedoch bleibt das Fahrzeug dann im Zweifel nur mit einer Hardware-Nachrüstung von Diesel-Fahrverboten verschont. Das Unternehmen „Dr. Pley“ hat sich auf die Nachrüstung solcher Fahrzeuge spezialisiert. Mit einem eigens entwickelten Katalysator werden die Mängel beseitigt und das Wohnmobil wieder sauber genug für deutsche Straßen gemacht. Die Nachrüstung selbst kostet circa 7.000 Euro.

Positive Urteile vor deutschen Gerichten existieren schon. Die Landgerichte Koblenz, Görlitz und Stade haben bereits Entscheidungen zugunsten von Wohnmobil-Besitzer:innen getroffen. Da die Rechtsprechung im Abgasskandal markenübergreifend verbraucherfreundlicher wird, steigen die Chancen auch in dieser vermeintlich kleinen Sparte von Fahrzeugen.

Man merkt – Gründe, um gegen den Hersteller vorzugehen, gibt es. Die Sorge vor Umweltverschmutzung und Fahrverboten oder einfach nur das Verlangen nach blanker Gerechtigkeit. Fakt ist: Ohne juristische Unterstützung ist der Kampf gegen Dieselschummler schwer zu stemmen. Mit unserer Hilfe und dank der jahrelangen Erfahrung im Dieselskandal sind die Chancen auf Schadensersatz enorm. Lassen Sie den langersehnten Traum nicht zum Alptraum werden und wenden Sie sich an unsere Expert:innen.

Betroffen vom Abgasskandal? Finden Sie es heraus – mit dem Online-Check