Abgasskandal: Schadensersatz für VW Golf EA288 – ohne offiziellen Rückruf

Abgasskandal: Schadensersatz für VW Golf EA288 – ohne offiziellen Rückruf

Die Richter:innen des Oberlandesgericht (OLG) Naumburg haben VW zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Und das, obwohl es für den Golf keinen amtlichen Rückruf gab und die neueren Modelle laut VW nicht manipuliert wurden.

Die Richter:innen des Oberlandesgericht (OLG) Naumburg haben VW zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Und das, obwohl es für den Golf keinen amtlichen Rückruf gab und die neueren Modelle laut VW nicht manipuliert wurden.

Kläger kriegt fast vollen Kaufpreis zurück – auch ohne Rückruf

Das Oberlandesgericht (OLG) Naumburg sprach einem Kläger für seinen gebrauchten VW Golf 2.0 TDI Highline 20.885,71 Euro Schadensersatz zu (Az. 8 U 68/20). Damit erhält er fast den kompletten Kaufpreis des Golfs zurück, der sich ursprünglich auf 21.750 Euro belief.

Die große Besonderheit an dem Fall: Der Wagen war nie von einem amtlichen Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) betroffen. Dennoch machte der Kläger Schadensersatz aufgrund gleich zwei unzulässiger Abschalteinrichtungen geltend, durch die Abgaswerte nachweislich manipuliert werden. Bei den Abschalteinrichtungen handelt es sich um die sogenannte „Zykluserkennung“ und die Temperaturgesteuerte Abschalteinrichtung, häufig bezeichnet als Thermofenster Diese Temperaturgesteuerte Abschalteinrichtung ist in nahezu jedem Diesel verbaut.

Sie haben noch keinen Rückruf erhalten? Das beutetet nicht automatisch, dass Ihr Wagen nicht vom Abgasskandal betroffen ist. Finden Sie jetzt über unsere kostenfreie Ersteinschätzung heraus, ob auch Sie Schadensersatz geltend machen können und wie hoch dieser ausfallen kann – ganz unverbindlich!

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Schadensersatz sichern, anstatt einschüchtern lassen

Das Urteil des OLG Naumburg zeigt, dass EA288-Klagen durchaus erfolgversprechend sind. Zumal es die Deutsche Umwelthilfe jüngst nach fünf Jahren Kampf schaffte, an bislang geheime Diesel-Akten zu kommen. Darunter unter Verschluss gehaltene EA288-Akten, welche die wahren Ausmaße des Abgasskandals zeigen. Darin steht beispielsweise geschrieben, dass das KBA die Fahrzeuge mit EA288-Motor gar nicht selbst geprüft hat, sondern die Ausführungen der Motorhersteller:innen einfach hinnahmen.

Trotz der guten Ausgangslage für Verbraucher und den verbraucherfreundlichen Urteilen, wollen VW und Co. nichts von einer weitergehenden Manipulation wissen. Der Autokonzern versuchte sogar durch bezahlte Werbung mit der Überschrift „Warum sich EA288-Klagen nicht lohnen“ Kund:innen von EA288-Klagen abzuhalten.

Der Abgasskandal geht in die zweite Runde

Volkswagen behauptet vehement, dass das KBA im Rahmen umfassender Untersuchungen keine unzulässigen Abschalteinrichtung beim EA288 Motor gefunden hat. Eine Behauptung, die VW vor Gericht bisher jedoch nicht ausreichend darlegen konnte. Und auch das Urteil des OLG sagt etwas ganz anderes aus.

Und nun auch noch das: Am 15. April erreichte unsere Anwält:innen ein wichtiger Hinweisbeschluss des OLG Naumburg in einem weiteren unserer Fälle. In dem Beschluss wird ebenfalls auf den oben beschriebenen Fall Bezug genommen. Weiter heißt es, dass der Senat davon ausgeht, dass es sich auch hier um unzulässige Abschalteinrichtungen handele, welche die Abgaswerte beeinflussen. Volkswagen hat nun die Gelegenheit ausreichende Beweise vorzulegen, das dem nicht so ist. Verpasst Volkswagen diese Aufforderung oder kann der Aufforderung auch hier nicht nachkommen, wird auch dieser Fall voraussichtlich zu Gunsten unseres Mandanten ausgehen.

Lassen Sie sich nicht von den Autokonzernen einschüchtern, sondern holen Sie sich Ihr Geld zurück. Sie haben bei einem Vorgehen kein Kostenrisiko zu fürchten – egal, ob Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen oder nicht.

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