Flugzeug- und Triebwerkfonds

Wer nach einer lukrativen Geldanlage sucht, dem kann ein Spezialfonds angeboten werden, von dem er zuvor noch nie etwas gehört hat: ein Flugzeugfonds oder ein Triebwerkfonds. Waren die Flugzeugfonds bis Ende der 90er-Jahre ein sehr beliebtes Steuersparmodell, müssen sie nach dem gesetzlichen Ende der Steuerbegünstigung jetzt ohne steuerliche Verlustzuweisungen ihren Gewinn im operativen Geschäft erwirtschaften.

Mittlerweile wird von einem Comeback der Flugzeugleasingfonds gesprochen während die Triebwerkfonds eine relativ junge Anlage darstellen. Vor allem Flugzeugfonds werden mit guten Renditeaussichten insbesondere sicherheitsorientierten Anlegern angeboten. Aber auch diese Fonds sind mit Risiken behaftet, die sie im wahrsten Sinne des Wortes abstürzen lassen können.

Wir helfen Anlegern, wenn ihre Flugzeug- und Triebwerksfonds-Beteiligung nicht die zugesicherten Ausschüttungen erbringt, Nachschüsse fällig werden oder aber Ihre Einlage am Ende der Laufzeit „geschrumpft“ bzw. einem Totalverlust anheim gefallen ist.

Was sind Flugzeugfonds?

Flugzeugfonds sind geschlossene Fonds, bei denen das Investitionsobjekt ein Flugzeug ist. Das Geschäftsmodell basiert meist auf einem sog. „Sale-and-Lease-back Geschäft“. Das heißt, die Fondsgesellschaft erwirbt (sale) mit dem Geld der Anleger und meist zzgl. eines Bankdarlehens von einer Fluggesellschaft ein oder mehrere Flugzeuge und vermietet (lease) diese an die Fluggesellschaft zurück (back), die sie weiter wie bisher für sich fliegen lässt. Ein großer Anbieter von Flugzeugbeteiligungen ist die HCI Capital.

Flugzeugfonds sind daher eine Form von Leasingfonds. In der Regel werden die Flugzeuge neu erworben und langfristig an eine Fluggesellschaft verleast. Für die Zahlung der Leasingraten bürgt meist ein Garantiegeber. Abgesehen davon verfügen die Anleger mit dem Flugzeug über eine verwertbare Sicherheit.

Die Fondsanleger beteiligen sich an der Kapitalanlage zumeist mit ca. der Hälfte des Gesamtinvestitionsvolumens; der verbleibende Teil wird über Banken fremdfinanziert und innerhalb eines bestimmten Zeitraumes getilgt. Die Tilgung und laufende Verpflichtungen werden mit den Leasingraten bestritten.

Die Fondsanleger erhalten aus den Leasingzahlungen der Fluggesellschaft ihre Erträge (Rendite). Die Höhe der Ausschüttungen liegt meist bei 7 bis 8 %.

Der Vorteil für die Fluggesellschaften liegt bei diesen Sale-and-lease-back-Geschäften in der Bilanzierung. Die Leasingobjekte müssen nach dem Leasing-Erlass des Bundesministeriums für Finanzen nicht in der Bilanz des Leasingnehmers (Fluggesellschaft) ausgewiesen werden, sondern der Leasinggeber (Fondsgesellschaft) muss diese bilanzieren.

Eine völlig neue Anlagemöglichkeit bieten Triebwerkfonds, die als Alternative zu Flugzeugleasing-Fonds angeboten werden. Um zu vermeiden, dass Flugzeuge ungenutzt und damit unproduktiv am Boden bleiben, während die Triebwerke gewartet werden, leasen die Airlines Ersatz-Triebwerke.

Was sind Triebwerkfonds?

Triebwerkfonds erwerben und vermieten daher neue und gebrauchte Triebwerke. Das spezifische Risiko bei den Triebwerkfonds besteht vor allem darin, dass es sich um einen relativ neuen Markt mit wenig Erfahrung handelt. Die Anleger müssen sich darauf verlassen, dass die Triebwerke tatsächlich zu den kalkulierten Leasingraten vermietet und zum prognostizierten Wert verkauft werden können. Handelt es sich bei dem Triebwerkfonds um eine Dollarinvestition, dann besteht zudem ein erhebliches Währungsrisiko.

Risiken von Flugzeug- und Triebwerksfonds

Grundsätzlich sind Flugzeugfonds und Triebwerksfonds mit denselben Risiken behaftet wie jeder andere geschlossene Fonds. Der Anleger geht mit der Zeichnung eines Fonds eine Beteiligung ein, die mit einem unternehmerischen Risiko behaftet ist. So kann - wie jedes Unternehmen - auch eine Fondsgesellschaft insolvent werden. Die Gründe hierfür müssen nicht nur Missmanagement oder etwa Betrug sein, es können auch unvorhersehbare Umstände eine Gesellschaft in die Verlustzone und dann in die Insolvenz führen. Wenn der Vertragspartner des Fonds, die Fluggesellschaft, zahlungsunfähig ist, dann fallen die Leasingraten aus und folglich entfällt auch die Rendite für die Anleger.

Bei einem Flugzeugfonds steht und fällt daher alles mit der Airline. Wesentliche Risikokomponente bei Flugzeugfonds ist das Vermietungs- und Vermarktungsrisiko (Restwertrisiko). Sofern die Fondsgesellschaft nach Beendigung des Leasingvertrages das Flugzeug selbständig am Markt verwertet, ist für den Verwertungserfolg die Preisentwicklung für Gebrauchtflugzeuge von wesentlicher Bedeutung.

Auch unvorhergesehene Kostenüberschreitungen und steuerliche Änderungen mit negativen Folgen für den Anleger sind nie auszuschließen. Zudem besteht das Risiko der eingeschränkten Handelbarkeit (Fungibilität) und des unterentwickelten Zweitmarktes. Bei den Flugzeugfonds existiert kein geregelter Markt zum Handel von Unternehmensanteilen.

Unzureichende Risikoaufklärung wird zum Risiko für die Berater

Aus Erfahrung lässt sich sagen: Viele Anlageberater und Banken haben ihre Kunden bei der Vermittlung von Flugzeug- oder Treibwerkfonds nicht umfassend über die Risiken dieser Beteiligung aufgeklärt. Nicht selten wurden diese Fonds sogar zur Altersvorsorge empfohlen, obwohl ein Totalverlustrisiko besteht. Dass Anteile an Lebensversicherungsfonds schwer handelbar sind und sie sich deshalb kurzfristig nur unter hohen Verlusten veräußern lassen, wurde den meisten Anlegern nicht gesagt. Diese „Beratungsdefizite“ kommen nicht von ungefähr, sondern sind beim Vertrieb von Kapitalanlagen systemimmanent.

Das Beraterdilemma bei Flugzeug- und Triebwerksfonds

Kläre ich vollumfänglich über die Risiken der Kapitalanlage auf, dann kauft sie mir keiner ab. Verschweige ich die Risiken oder spiele sie herunter, dann kann ich zwar verkaufen und eine Provision kassieren, doch ich muss mit dem Risiko der Falschberatung und möglichen Schadenersatzforderungen rechnen.

Finanzberater, die nichts verkaufen, sind bald keine Finanzberater mehr. Und deshalb müssen viele das Risiko der Falschberatung in der Hoffnung eingehen, es wird schon gut gehen. Geht es nicht gut und der Anleger erleidet einen Schaden, weil er dem Berater vertraut hat, dann ist das seine Chance, die Kapitalanlage rückabzuwickeln.

Sollten auch Sie mit falschen Versprechungen zum Erwerb der Kapitalanlage überredet worden sein oder sich Ihr Fonds anders entwickelt hat als prognostiziert, sollten Sie aktiv werden.

Bei Schaden oder Schadensgefahr: Lassen Sie Ihre Fondsanlage fachanwaltlich prüfen

Wer Fondsanteile gezeichnet hat und dabei falsch beraten wurde, hat Anspruch auf Schadenersatz. Das betrifft insbesondere die fehlende oder unzureichende Risikoaufklärung. Zudem wurde viele Anleger im Beratungsgespräch nicht oder nicht ausreichend über die Höhe der weichen Kosten (Kosten für die Kapitalbeschaffung inkl. Agios, die Komplementärvergütung, die Platzierungs- und Finanzierungsgarantie sowie die Konzeptionskosten, Kosten für die Objektaufbereitung, die Fondsverwaltung, die Steuerberatung und die Finanzierungsvermittlung) aufgeklärt. Außerdem haben es die Berater oft unterlassen, darüber aufzuklären hat, ob und wie viel Provision sie für den Verkauf der Fondsanteile erhalten (sog. Kick-Back).

Banken und Finanzberater müssen die Produkte, die sie anbieten, auf Plausibilität hin zu überprüfen. Unterlassen sie dies, haftet sie dafür, wie auch die Initiatoren und Gründungsgesellschaftern für die Emissionsprospekte haften. Prospekthaftungsansprüche können gegenüber Initiatoren, Gründungsgesellschaftern und auch Anlagevermittlern geltend gemacht werden.

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