Gewerbemietvertrag

Bei Mietverträgen für Gewerbeeinheiten haben Vermieter und Mieter einen weiten Gestaltungsspielraum. Haben sie lange Laufzeiten, ist der finanzielle Hebel oft immens. Genau deshalb sollten beide Vertragsparteien die wirtschaftlichen Auswirkungen jeder Vertragsklausel kennen und vor Unterzeichnung genauestens prüfen. Gewerbemietverträge sind oft schnell geschlossen, doch die Folgen können fatal sein – sowohl für den Vermieter als auch für die Mieter einer Gewerbeeinheit.

Oft bleiben wesentliche rechtliche Fragen bewusst oder unbewusst unklar. Eine Absicherung durch die rechtssichere Gestaltung oder eine anwaltliche Begleitung des Vertragsabschluss kann viele Schäden abwenden. Aber was passiert, wenn Verträge geschlossen wurden und sich Probleme abzeichnen? Typische Streitigkeiten bei Gewerbemietverträgen entstehen überwiegend in folgenden Fällen:

  • Vorzeitige Beendigung befristeter Verträge
  • Abrechnung von Nebenkosten und Verwaltungskosten
  • Streit um Instandhaltung und Instandsetzung
  • Konkurrenzschutz und Untervermietung
  • Rückgabe, Rückbau und Schönheitsreparaturen

Unternehmer als Mieter

Ein „unausgewogener“ Gewerbemietvertrag (Gewerberaummietvertrag, Geschäftsraummietvertrag, gewerblicher Mietvertrag oder Mietvertrag über gewerbliche Räume) kann für den Unternehmer als Mieter existenzbedrohend sein. Denn auf eine längere Vertragslaufzeit gesehen können sich für ihn durchaus Belastungen von mehreren hunderttausend Euro ergeben.

Viele Gewerbetreibende und Unternehmer unterzeichnen angesichts eines vermeintlich günstigen Mietangebots ihren Vertrag völlig unkritisch - ohne ihr Verhandlungspotential genutzt zu haben. Dabei werden finanziell nachteilige Klauseln, zu niedrig angegebene Nebenkostenvorauszahlungen oder Instandsetzungsklauseln übersehen bzw. unterschätzt. Auch ist Unternehmern oft nicht bewusst, dass sie sich schwer ohne die Zustimmung des Vermieters vorzeitig aus einem langfristigen Mietverhältnis wieder lösen können und dieses in veränderten Situationen nicht die Flexibilität bietet, die Sie sich wünschen. Aber es gibt immer einen Weg.

Unternehmer als Vermieter

Als Vermieter sind Unternehmer bei der Gestaltung des Mietvertrages wesentlich freier als bei einem Mietvertrag über Wohnraum, da das Gewerbemietrecht weniger Beschränkungen unterliegt als das Wohnraummietrecht.

Überschlagen Sie einmal, welchen Mietzins Sie während der Dauer des Mietverhältnisses erzielen wollen. Entscheiden Sie dann, ob Sie Fragen wie den möglichen Ausschluss ihrer eigenen verschuldensunabhängigen Garantiehaftung, die Frage der optimalen Regelung zur Mietkaution, Fragen der Untervermietung, der unberechtigten Nutzung nach Beendigung des Mietverhältnisses oder Fragen der wirksamen Delegation der Kosten der Instandsetzung, Instandhaltung und von Schönheitsreparaturen einem Formular aus dem Schreibwarenladen oder einem Internetportal überlassen sollen. Kann gut gehen, muss es aber nicht. Streit zwischen Vermieter und Mieter gibt es tausendfach. Laufend. Und entsprechend viele , oft regional divergierende Entscheidungen der Gerichte. Auch wir greifen auf erprobte Klauseln zurück, haben aber die Rechtsprechung des für Sie zuständigen Oberlandesgerichts und des Bundesgerichtshofes immer fest im Blick.