Widerruf Maklervertrag

Das Immobiliengeschäft läuft schon lange auch über das Internet. Immobilienportale vermitteln Kaufinteressenten Kontakte zu Immobilienmaklern und selbst der Vertragsschluss mit dem Makler kommt oft elektronisch zustande. Sendet der Interessent zu einem Angebot im Internet eine Anfrage per E-Mail und der Immobilienmakler bestätigt diese ebenfalls per Mail, ist zumeist schon ein Maklervertrag geschlossen. Eine Folge: Bei erfolgreicher Vermittlung der Immobilie wird die im Angebot genannte Provision fällig.

Seit dem 13. Juni 2014 haben Kunden eines Immobilienmaklers durch das "Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie und zur Änderung des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung" ein gesetzliches Widerrufsrecht bei der Maklerprovision.

Das heißt, der Immobilienkäufer, der wie geschildert über einen Makler seine Immobilie vermittelt bekommen hat, kann den Vermittlungsvertrag widerrufen und der Makler hat dann keinen Anspruch auf eine Provision.

Immobilienmaklerverträge, die als sog. Fernabsatzverträge geschlossen wurden, sind also für Verbraucher widerrufbar, wenn sie ausschließlich über ein „Fernkommunikationsmittel“, wie Brief, Katalog, Exposé, Telefonanruf, Telekopie, E-Mail, SMS, geschlossen wurden, ohne dass die Vertragsparteien gleichzeitig körperlich anwesend war.

Keine Belehrung - keine Provision

Die gesetzliche Widerrufsfrist für Maklerverträge beträgt 14 Tage ab Vertragsschluss. Unterbleibt die Belehrung oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich die Frist auf 12 Monate und 14 Tage. Der Widerruf des Maklervertrages führt zur Aufhebung des Vertrages und damit zum Wegfall des Provisionsanspruches. Das gilt auch, wenn die Provision bereits gezahlt wurde. Der Vorteil für den Kunden: Geld gespart. Der Kaufvertrag über das Grundstück, das Haus oder die Eigentumswohnung bleibt gleichwohl bestehen. 

Der Makler hat bei einem erfolgreichen Widerruf auch keinen Anspruch auf Wertersatz für seine Tätigkeit.

Widerruf bei notariell beurkundetem Kaufvertrag

Der Widerruf des Maklervertrages kann trotz fehlerhafter Widerrufsbelehrung ausnahmsweise dann ausgeschlossen sein, wenn der notariell beurkundete Kaufvertrag (Notarvertrag) eine Vertragsklausel enthält, die den Käufer ausdrücklich zur Zahlung der Provision verpflichtet.