Überbrückungshilfe II - So funktioniert die Förderung

„Wir lassen unsere Unternehmen in der Krise nicht allein", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor dem zweiten Lockdown. Die Überbrückungshilfe II soll nun die Selbstständigen und Unternehmer in der Krise unterstützen. Doch wie stellt man den Antrag? Wer hat Anrecht auf das Geld? Wo gibt es Sonderregeln? Wir klären auf!

Was ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe ist eine vom Staat zur Verfügung gestellte finanzielle Unterstützung. Sie soll kleinen und mittelständischen Unternehmen und Selbstständige über die finanziellen Einbußen während der Corona-Krise hinweghelfen, indem die Fixkosten anteilig übernommen werden. Dabei ist die Überbrückungshilfe nicht zu verwechseln mit der Novemberhilfe.

Bereits für den Zeitraum vom Juni bis August 2020 wurde von staatlicher Seite die sogenannte Überbrückungshilfe I zur Verfügung gestellt. Nun folgt für den Zeitraum von September bis Dezember 2020 die zweite Phase.

Dafür wurden die Zuschüsse nochmals erhöht und der Zugang erleichtert. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe II hat bereits begonnen und endet am 31. Januar 2021. Die Überbrückungshilfe muss nicht zurückgezahlt werden.

Die Überbrückungshilfe III soll voraussichtlich im Januar 2021 starten.

Zum Vergrößern anklicken

Wer kann die Überbrückungshilfe II beantragen?

Die Überbrückungshilfe II wird folgenden Personen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt:

  • insbesondere kleinen und mittelständischen, aber auch größeren Unternehmen aus privaten Wirtschaftsbereichen

  • Solo-Selbstständigen und Freiberuflern im Haupterwerb

  • gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen

Voraussetzung für einen Antrag auf Überbrückungshilfe II ist, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr

  • in zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und August 2020 um mindestens 50 % oder

  • in den Monaten April bis August 2020 um mindestens 30 % im Durchschnitt

eingebrochen ist.

Wie beantragt man die Überbrückungshilfe II?

Die Antragstellung kann ausschließlich über einen “prüfenden Dritten” erfolgen. Das bedeutet, dass ein Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer den Antrag für das Unternehmen oder den Selbstständigen einreichen muss.

Beim Antrag selbst sind folgende Angaben genau zu bestimmen:

  • der Umsatzeinbruch zwischen April und August 2020 gemessen an den Vergleichsmonaten des Vorjahres

  • eine Prognose zum Umsatzeinbruch für den beantragten Förderzeitraum (September bis Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)

  • die betrieblichen Fixkosten, die erstattet werden sollen

Wir stellen den Antrag auf Überbrückungshilfe II für Sie. Bis zu 90 % der Anwaltsgebühren werden dabei vom Staat übernommen. Darüber hinaus fällt lediglich eine geringe Selbstbeteiligung von maximal 500 Euro (zzgl. MwSt.) für Sie an.

Jetzt Überbrückungshilfe II über Gansel Rechtsanwälte beantragen

Wie hoch ist die Förderung?

Der maximale Förderungsbetrag der Überbrückungshilfe II beträgt 50.000 Euro im Monat. Da es für den Zeitraum von September bis Dezember 2020 beantragt werden kann, beläuft sich die mögliche Gesamtsumme auf 200.000 Euro.

Wieviel Geld ein Unternehmen oder Selbstständiger tatsächlich erhält, berechnet sich anhand folgender Vorgaben:

Umsatzeinbruch

Erstattung Fixkosten Überbrückungshilfe II

mehr als 70 %

90 %

70 bis 50 %

60 %

Unter 50 bis 30 %

40 %

Dieser Zuschuss ist nicht umsatzsteuerpflichtig und wird bei den Steuervorauszahlungen für das Jahr 2020 nicht berücksichtigt.

Jetzt Überbrückungshilfe II über Gansel Rechtsanwälte beantragen

Unser Tipp

Betriebs­schließungs­versicherung & Entschädigung vom Staat

Über die staatlichen Corona-Hilfen hinaus sollten Sie prüfen, ob Ihnen eine Zahlung Ihrer Betriebs­schließungs­versicherung zusteht. Gerichte entscheiden zunehmend, dass die Versicherungen bei Corona-bedingten Zwangsschließungen aufkommen müssen.

Infos zur Betriebs­schließungs­versicherung

Allen Unternehmern im Gastgewerbe bieten wir außerdem an, eine Entschädigung vom Staat für das Sonderopfer während der Corona-Maßnahmen durchzusetzen – ohne Kostenrisiko.

Infos zur Entschädigung vom Staat

Welche Fixkosten werden durch die Überbrückungshilfe II gedeckt?

Private Lebenshaltungskosten und Einbußen bei Spenden werden nicht als Fixkosten oder Umsatz anerkannt. Folgende sind als betriebliche Fixkosten anerkannt:

  • Mietkosten und Pacht für Grundstücke, Gebäude und Räume des Betriebs. Weitere Mietkosten zum Beispiel für Fahrzeuge und Maschinen. Ausgeschlossen sind Privaträume.

  • Zinsen für Kredite und Darlehen

  • Leasingraten

  • Kosten für Instandhaltung, Wartung und Lagerung

  • Strom-, Wasser-, Heiz- und Reinigungskosten

  • Grundsteuer

  • Lizenzgebühren

  • Abos und Versicherungen

  • Kosten für den “prüfenden Dritten”, d.h. Anwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer

  • Kosten für Auszubildende

  • pauschal 20 % der Aufwendungen für Personal, die nicht vom Kurzarbeitergeld betroffen sind

  • Provisionsanrechnung, die z. B. von Reisebüros Corona-bedingt an Veranstalter zurückgezahlt wurden

Wann ist der Antrag für Überbrückungshilfe II ausgeschlossen?

Unternehmen und Selbstständige sind unter folgenden Umständen von der Überbrückungshilfe II definitiv ausgeschlossen:

  • es gibt keine Anmeldung bei einem deutschen Finanzamt

  • es gibt keinen Betriebssitz in Deutschland

  • es gibt bereits eine Qualifizierung für den Wirtschaftsstabilisierungsfond

  • es gibt einen Jahresumsatz von mindestens 750 Millionen Euro

  • es gab bereits zum 31. Dezember 2019 wirtschaftliche Schwierigkeiten

  • die Gründung fand erst nach dem 31. Oktober 2019 statt

  • es handelt sich um ein öffentliches Unternehmen

  • die Freiberuflichkeit bzw. Selbstständigkeit findet nur im Nebenerwerb statt

Schritt 1:

Der Antrag wird durch einen Anwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer (prüfender Dritter) gestellt.

Schritt 2:

Alle relevanten Informationen (z. B. Umsatz-Angaben, Aufstellung der Fixkosten und Prognosen) werden an die zuständige Bewilligungsbehörde übermittelt.

Schritt 3:

Der Mitarbeiter der Bewilligungsbehörde prüft die Angaben in Zusammenarbeit mit dem Finanzamt.

Schritt 4:

Das Geld wird an das Unternehmen oder die selbstständige Person ausgezahlt.

Haben Sie ein Unternehmen oder sind Sie selbstständig und benötigen mit der Überbrückungshilfe II die finanzielle Unterstützung? Wir stellen den Antrag für Sie. Tragen Sie sich dafür in unser Kontaktformular ein und erhalten Sie alle wichtigen Informationen.

Jetzt Überbrückungshilfe II über Gansel Rechtsanwälte beantragen